Ganztag endlich genehmigt
12.01.2011 | 10:38 Uhr 2011-01-12T10:38:00+0100
Hemer. Die Hartnäckigkeit der Eltern hat sich ausgezahlt. Der Regierungswechsel in Düsseldorf macht jetzt den Ganztagsunterricht an der Gesamtschule möglich. Bereits zum 14. Februar soll das neue Unterrichtskonzept starten.
Diese frohe Kunde fischte Bürgermeister Michael Esken am Vormittag aus seinem täglichen Poststapel: Die Bezirksregierung Arnsberg hat in dem druckfrischen Schreiben die Genehmigung erteilt, „dass die Gesamtschule Hemer mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2010/2011 (1. Februar 2011) in eine gebundene Ganztagsschule umgewandelt wird“. Begründet wird dies mit einer Mitteilung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW: Das Nachtragshaushaltsgesetz 2010 sei durch das Finanzministerium zum Vollzug freigegeben worden.
„Die entsprechenden Ratsbeschlüsse können nun umgesetzt werden“, sagte Bürgermeister Esken hoch erfreut, „und das schon mit Beginn des nächsten Schulhalbjahres am 14. Februar. Es ist heute ein sehr guter Tag für die neue Hemeraner Gesamtschule.“
„Ich bin sehr glücklich darüber“, freute sich auch die Schulleiterin Gabriele Koller. Nach den positiven Signalen während des Besuchs von Schulministerin Sylvia Löhrmann in Hemer hat sich das Lehrerkollegium intensiv mit den organisatorischen Veränderungen beschäftigt. Montags, Mittwochs und Donnerstags wird der Unterricht bis 15.30 Uhr stattfinden. Die Mittagsverpflegung läuft ja bereits in der Aula des Schulzentrums. Für den Ganztagsbetrieb gibt es weiteren Raumbedarf.
Auch wenn der gebundene Ganztag rechtlich nur für den neuen Jahrgang und künftige Schülergenerationen gilt, wird die Jahrgangsstufe 6 mit eingebunden. Diese Schüler waren schließlich die Pioniere der Gesamtschule, die ja mit dem Ganztagskonzept entwickelt worden war.
17:33
Die AGs sind keine Erfindung und kein Privileg der Gesamtschulen. Wer seine Kinder zu sportlichen Menschen heranwachsen sehen will, der darf sich nicht auf eine AG verlassen, die für jeden geringfügigen Bedarf ausfällt und oftmals von zwar begeisterten, aber nicht unbedingt qualifizierten Kräften gestaltet wird. Der muss seine Kinder in einem entsprechenden Verein sinnvoll heranführen lassen an eine Sportart und eine Mannschaft. Diese Vereine verlassen sich in hohem Maße auf die Mitwirkung der Eltern; das ist nichts für Erziehungsflüchter. Die Bequemlichkeit bietet nur die AG, die zu keinen Turnieren fährt.
Aus den musischen und gestalterischen Fächern alleine erwächst noch keine qualifizierte Schullaufbahn, die zu irgendeinem greifbaren Lebensziel führen kann.
Gerade in den akademischen Kernfächern leidet die Substanz der Gesamtschule, und zwar vor allem unter der Hetereogenität der Kinder nach Leistungsfähigkeit und -bereitschaft. Die Starken werden von den Schwachen und Unwilligen gnadenlos in die Passivität gemobbt und passen sich nach unten an.
Folge: An den Gesamtschulen der Umgebung liegt die Vermittlungsquote von Zehntklässern in Berufe unter 20 %, an den Sunderner Hauptschulen bei 90 %. Klasse statt Masse!
Von 1000 Gesamtschulstartern in Klasse 5 erreicht nur 1 (einer) einen Doktortiteln, aber immerhin 14 von den Gymnasien.
Ist allen Gesamtschulenthusiasten schon mal aufgefallen, dass die Bundesländer bei PISA am besten abschneiden, die keine oder nur wenige Gesamtschulen haben?
Gibt es da vielleicht Zusammenhänge?
13:26
wenn ich dann auch noch lese, das Eltern ihren Wohnsitz nach einer Halbtagsschule richten, kann ich für die Zukunft nur viel Glück und gute Reise wünschen.
13:14
Ich kann leider über einige Schreiber nur den Kopf schütteln ! Einige Leute geben unqualifizierte Komentare ab und haben sich sicherlich noch nie gesehen, was in der Gesamtschule angeboten wird. Diese Damen u. Herren sollten sich mal zum Tag der offenen Tür begeben. Erst da sieht man, mit welcher Freude und mit welchem Elan die Kinder an ihren AG´s teilnehmen. Sport - Musik - künstlerisches Gestalten, das sind Sachen die angeboten werden - Kostenlos !!! Wer dann seine Kinder noch nach der Schule in einen anderen Verein schicken muß, der will, meiner Ansicht nach, loswerden bis sie schlafen gehen. Ist doch prima, hat man ja keine Arbeit( ironisch). Aber trotz alledem, man sollte immer !! an das Wohl der Kinder denken und diese mit entscheiden lassen. Das haben wir auch gemacht, obwohl unser Kind eine uneingeschränkte Gymnasiumempfehlung hatte, sind wir froh, das sie sich für die Gesamtschule Hemer entschieden hat. Denn es wird gefordert und gefördert und keine Freizeit vertan.
22:00
@12
Offenbar bin auch in angesprochen. Ich kann Iserlohner nur aus vollem Herzen zustimmen. Meine erwachsenenen Kinder werden, wie sie selbst sagen, ihre Wohnsitze künftig so wählen, dass meine Enkel Halbtagsschulen besuchen können. Auch meine Kinder konnten das. Sie sind dabei überaus erfolgreiche Jungakademiker geworden, wie ganze 18 % der Gesamtschulabsolventen.
19:08
@ 12
Sie zitieren andere Diskussionsteilnehmer und versuchen, diese mit Behauptungen abzuqualifizieren, die Sie überhaupt nicht belegen können. Ist für Sie jeder Andersdenkende automatisch auch jemand, der keine Ahnung hat?
Diese Zeiten, glaubte ich bisher, waren 1945 bzw. 1989 zu Ende. In Hemer offenbar nicht.
08:01
Hallo Iserlohner mehr haben sie nicht drauf als plumpe Unterstellungen und Beleidigungen? Das lernen ihre Kindre von Ihnen? Traurig, traurig, traurig...
22:34
ach Eiszeit könnte es sein dass Sie einfach nur theoretisch über Kinder schreiben und bisher wenig zustande gebracht haben was Hand und Fuss hat?
Oder sind Sie ganz froh sich mit Ihren eigenen Kindern (?) nicht abgeben zu müssen?
Genau diese Sorte Eltern oder Möchtegern Bescheidwisser verplanen die Kindheit Anderer ohne selbst zu wissen was es bedeutet ein richtiges zuhause zu haben. Sie tun mir einfach nur leid.
19:25
Hallo Iserlohner, wieso sind sie so emotional von meinem Kommentar betroffen?
18:58
@Eiszeit
Wenn man sich für Kinder entscheidet, wie Viele haben Sie?, ich habe drei, dann sollte man auch die Konsequenzen tragen und wissen dass sich das eigene Leben verändert und nicht weiter machen wie bisher.
Also die Kinder in den U3 Kindergarten abschieben, Ganztagsschulen vom 1 bis zum 12 Schuljahr und sich möglichst wenig mit Erziehung und anderen Dinge belasten.
Eigeninitative, Selbstverwirklichung und einfach mal freie Zeit für sich selbst gehört zum Kind sein dazu, da braucht es keine Rundumbetreuung in staatlichen Lebensräumen
Und ja für Sie habe ich auch ein Zitat parat, halten Sie es doch mit Dieter Nuhr... wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.
18:32
Wenn ich nur die wortreichen Erklärungen zum Tag der offenen Tür revue passieren lasse schwillt mir schon wieder der Hals.
Lebensraum Schule Spiel, Sport und Spass im schulischen Umfeld unter Beaufsichtigung des Lehrkörpers.
Dann folgen so sinnige Dinge wie Tischtennis AG, Kräutergarten, Fussball, Brettspiele (!) und Vorlesungen... ja glaubt Ihr denn wirklich unsere Kinder hätten nichts anderes (besseres) zu tun als den ganzen Tag in der Schule zu verbringen?
Warum müssen Sie dort Schulsport machen, auf einem Niveau und einer Auswahl die unterirdisch sind, wenn Sie bereits in örtlichen Sportvereinen in einer ganz anderen Liga spielen?
Was ist mit den gefühlten tausend anderen Sportarten die gar nicht erst angeboten werden, warum soll ich zwangsweise Tischtennis spielen, wenn ich lieber Tennis spiele, oder reite, Eishockey, schwimmen, etc.
Und bevor jetzt wieder der Einwand kommt, Vereine in die Schulen, dass funktioniert nicht!
In einer einzigen Schule gibt es vielleicht einige Einzeltalente, die Vielfalt und die Möglichkeiten Welche sich durch die große Bandbreite der Vereine ergibt geht jedoch völlig verloren.
Ganz davon abgesehen werden durch den Ganztag sämtliche soziale Kontakte ausserhalb derselben Schule unterdrückt.
Was würden wohl die Angestellten einer Firma sagen wenn Ihr Arbeitgeber beschließt nach der Arbeit um 16:00Uhr bleiben wir noch Alle 2h länger und spielen im gemütlichen Firmenumfeld gemeinsam Fussball, gründen eine Klönrunde und sticken gemeinsam Weihnachtssocken, weil es doch so toll hier ist und wir die Räumlichkeiten haben.
Natürlich unbezahlt und ohne Freizeitausgleich, aber im Interesse der guten Firmengemeinschaft... tolle Vorstellung oder?