Für die Sache brennen und andere entzünden

Für die Hans-Prinzhorn-Realschule hat sich das Engagement des Kollegiums und die Arbeit der Kinder und Jugendlichen gelohnt: Für drei Jahre gilt sie offiziell als „ Schule der Zukunft“. Das freute auch die vielen Ehrengäste, die sich gern mit aufs Erinnerungsfoto stellten
Für die Hans-Prinzhorn-Realschule hat sich das Engagement des Kollegiums und die Arbeit der Kinder und Jugendlichen gelohnt: Für drei Jahre gilt sie offiziell als „ Schule der Zukunft“. Das freute auch die vielen Ehrengäste, die sich gern mit aufs Erinnerungsfoto stellten
Foto: IKZ

Hemer..  Acht Schulen aus dem Märkischen Kreis haben gestern im Rahmen einer Auszeichnungsfeier in der Hans-Prinzhorn-Realschule in Hemer das Zertifikat „Schule der Zukunft“ entgegengenommen, darunter die gastgebende Schule selbst sowie die Gesamtschule und das Märkische Gymnasium aus Iserlohn. Zur Verleihung waren nicht nur vielköpfige Delegationen von Schülern und Lehrern aller Schulen nach Hemer gekommen, sondern auch Repräsentanten der Städte, des Märkischen Kreises, der Bezirksregierung und der Landesregierung.

Petra Giebel, Landeskoordinatorin der Kampagne bei der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA), hieß die Gäste willkommen und stellte mit ihren ungezwungenen Worten die Weichen, dass die gesamte Veranstaltung nicht in Würde und Ehrfurcht erstickte, sondern durchweg locker und weitgehend auf die Kinder und Jugendlichen zugeschnitten blieb. Durch das Programm führten mit Sofia Schmücker und Marvin Friedrich zwei Kinder der Mendener Gesamtschule, und die Schulband der Hemeraner Realschule, die Bläserklasse der Gesamtschule Iserlohn, die Pianistin Theresa Vieler vom Märkischen Gymnasium sowie ihre Mitschülerin Lisa Pauli mit einem selbstgeschriebenen Song sorgten für Musik. Und schließlich erntete eine Gruppe der Schule am Drescheider Berg in Altena mit dem Tanz „Happy“ Riesenbeifall.

Friedenstaube hinterließbesonderen Eindruck

Im Mittelpunkt standen aber nicht die Musik oder gar die durchweg kurzen Reden und Grußworte, sondern vor allem ein umfangreicher „Markt der Möglichkeiten“, auf dem alle Schulen an Ständen ihre Projekte vorstellten, mit denen sie durch kontinuierliche und ideenreiche Arbeit, sich mit selbst gewählten Aspekten von Umweltschutz und Nachhaltigkeit befasst hatten.

Die Hans-Prinzhorn-Realschule selbst hat sich den Titel „Schule der Zukunft“, den sie ab sofort für drei Jahren offiziell tragen und in der Öffentlichkeit verwenden darf, zum einen mit der Anlage und Pflege der Friedenstaube aus kleinen Hecken und Beeten zur Landesgartenschau verdient, zum anderen mit der naturnahen Gestaltung des Schulgeländes.

Die vielen Gäste nahmen sich ausreichend Zeit für einen Rundgang entlang der Stände, führten Gespräche mit Schülerinnen und Schülern aber auch den Lehrerinnen und Lehrern, die die Projekte betreuen. Und es kam natürlich auch zu einem Austausch zwischen den Schulen.

Nach dem Start der Kampagne im Jahr 2012 hatten sich 648 Schulen im ganzen Land angemeldet, aber nicht alle hielten durch. Immerhin 485 Schulen 28 Kindertagesstätten und 25 Netzwerke gelangten ans Ziel und können nun nach und nach ausgezeichnet werden.

„Wenn ich sehe, mit wie viel Enthusiasmus hier zu Werke gegangen wird, dann ist mir um die Zukunft nicht mehr bange“, bekannte Landrat Thomas Gemke in seinem Grußwort. Schulrat Winfried Becker stellte fest, dass die Schulen ihr Potenzial auf überaus vielfältige entfalten. Entscheidend sei aber, so Becker, nicht allein die gute Idee, sondern auch harte Arbeit bei deren Umsetzung. Anette Meyer, Dezernentin der Bezirksregierung, formulierte es anders: „Die Projekte funktionieren nur, wenn es in den Schulen Menschen gibt, die dafür brennen und es schaffen, auch andere zu entzünden.“ Darüber hinaus bekannte die Dezernentin, dass gerade die Friedenstaube der Hemeraner Schüler sie am Jahrestag des Kriegsendes 1945 besonders berührt habe.

Die nächste Kampagne wird übrigens im kommenden Jahr gestartet. Alle Verantwortlichen hoffen, dass die Beteiligung dann noch größer sein wird.