Frauenhilfe Sundwig-Ispei muss nach 88 Jahren aufgeben

2011 feierten die Damen das 85-jährige Bestehen.
2011 feierten die Damen das 85-jährige Bestehen.
Foto: IKZ

Hemer..  „Ich bin sehr traurig. Wir haben alles Mögliche versucht, aber es hat nicht gereicht.“ Die Stimme von Grete Camminadi klingt sehr unglücklich, als sie berichtet, dass sich die Frauenhilfe Sundwig-Ispei aufgelöst hat. Im Jahr 2011 wurde das 85-jährige Bestehen gefeiert, jetzt ist Schluss. „Wir haben keinen Vorstand mehr zusammenbekommen. Zuletzt habe ich alles alleine gemacht. Ich hatte keine Kassiererin und auch keine Schriftführerin mehr. Bei der Mitgliederversammlung im August war das Ende quasi besiegelt“.

Grete Camminadi hatte 2003 den Vorsitz der Frauenhilfe übernommen, ihre Aufgaben immer sehr ernst genommen und viel Herzblut in die Frauenhilfe gesteckt. Alle zwei Wochen sind die Frauen zusammengekommen, konnten sich stets über ein schönes Programm freuen. Sie hörten ungezählte Vorträge und haben tolle Ausflüge und Tagesfahrten unternommen, nur leider wurde die Gruppe kleiner. Waren es zu Spitzenzeiten 120 Frauen, kamen zuletzt höchstens 30 zusammen.

„Die Frauenhilfe ist einfach überaltert, wie es leider auch in vielen anderen Vereinen oder bei Chören der Fall ist“, so Grete Camminadi, die mittlerweile selbst 75 Jahre alt ist. Man habe auch versucht, modernere Wege zu beschreiten, aber auch das habe nicht gefruchtet. Die Frauenhilfe Sundwig-Ispei kommt am morgigen Mittwoch noch ein letztes Mal zusammen, um ein paar Formalitäten zu regeln. Treffen ist um 14.30 Uhr in der Christuskirche.

Weiterhin soll es aber Zusammenkünfte für die Frauen geben. Einmal im Monat findet dann ein sogenannter „offener Treff“ statt, auch der Kontakt zu anderen Frauenhilfen soll gehalten werden. Die Gruppe trifft sich dann losgelöst vom Verband, zahlt keine Beiträge mehr und hat keine Verpflichtungen mehr. „So ist es einfacher für uns. Alleine kann ich das nicht schultern“, bedauert Grete Camminadi, dass der Schritt vollzogen werden musste. Der Abendkreis der evangelischen Kirchengemeinde macht aber weiter; diese Gruppe leitet die 75-Jährige seit 1999.

Pfarrer Matthias Hövelmann betonte, dass sich zwar jetzt die Struktur auflöse, die Angebote für die Frauen aber erhalten bleiben.