Förderschule soll der Stadt Hemer erhalten bleiben

Gebäude der Pestalozzischule in Hemer.
Gebäude der Pestalozzischule in Hemer.
Foto: IKZ

Hemer..  Formal wird die Stadt Hemer im Sommer eine ihrer Schulen verlieren – und behält sie doch. Wie berichtet soll die Pestalozzischule als Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen aufgelöst werden, weil ihr zunehmend die Kinder ausgehen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Stadt Menden ihre Förderschule bereits zu Beginn des laufenden Schuljahres geschlossen hatte und deren verbliebene 34 Schülerinnen und Schüler nun in Hemer unterrichtet werden.

Fakt ist: Die derzeit 113 Kinder und Jugendlichen reichen nicht, die Pestalozzischule dauerhaft eigenständig fortzuführen, wohl aber als Teilstandort einer stadtübergreifenden Verbundschule. Die soll sich zusammensetzen aus der Iserlohner Brabeckschule mit ihren Standorten im Letmather Nordfeld und an der Mendener Straße. Der Hemeraner Schulausschuss hat sich am Mittwoch einstimmig für diese Lösung ausgesprochen und dem Rat empfohlen, einen entsprechenden Beschluss zu fassen.

Als zuständiger Dezernent unterstrich Klaus Erdmann, es sei für Hemer von großer Bedeutung, dass Hemer Standort der Förderschule bleibe, auch wenn deren Eigenständigkeit verloren gehe. Erdmann: „Es hat bei den Eltern große Anerkennung gefunden, dass sich Hemer da nicht aus der Verantwortung stiehlt.“

Auch für die Zukunft hält es Erdmann für wichtig, dass lernschwache Kinder und Jugendliche nahe ihres Wohnortes unterrichtet werden – auch wenn in einigen Jahren der Märkische Kreis die Trägerschaft auch dieser Förderschule übernehmen sollte, wie es schon bei der Regenbogenschule und Wilhelm-Busch-Schule der Fall ist. Der Kreistag hat bereits das Schulamt des Kreises beauftragt, die aufgrund der Inklusion zu erwartenden Veränderungen in der Förderschullandschaft zu untersuchen und mit den Kommunen zu erörtern. Am Mittwoch stellte der Ausschussvorsitzende Prof. Michael Rübsam jedenfalls erfreut den parteiübergreifenden Willen des Schulausschusses fest, den Standort Hemer für die Förderschule möglichst dauerhaft zu sichern.

Kritik an der Haltungder Stadt Menden

Kritische Anmerkungen in Richtung Menden konnte sich Klaus Erdmann nicht verkneifen. Bei der Haushaltseinbringung im Rat hatte auch Bürgermeister Michael Esken bereits heftig in Richtung der Nachbarstadt ausgeteilt, die eine Beteiligung an den Schulbuskosten für ihre Kinder verweigert, die jetzt in Hemer unterrichtet werden. „Rein rechtlich ist das in Ordnung“, räumte Erdmann ein, „aber sicherlich kein Ausdruck guten nachbarschaftlichen Umgangs miteinander.“ Durch die starre Haltung Mendens kommen laut Erdmann auf Hemer und Iserlohn Mehrkosten von insgesamt 20 000 bis 30 000 Euro zu.