Flüchtlingsunterkunft besteht noch zehn Jahre

Für weitere zehn Jahre werden Flüchtlinge in Deilinghofen ein vorübergehendes Zuhause finden
Für weitere zehn Jahre werden Flüchtlinge in Deilinghofen ein vorübergehendes Zuhause finden
Foto: Funke Foto Services

Hemer..  Die Unterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge am Apricker Weg bleibt für weitere zehn Jahre erhalten. Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte, hat der Rat am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen, den Mietvertrag zwischen der Stadt Hemer und der Bezirksregierung Arnsberg um zehn Jahre zu verlängern. Allerdings handele es sich um die letzte Verlängerung, denn die Bezirksregierung habe zugesichert, den Vertrag nach zehn Jahren auslaufen zu lassen, also die Einrichtung am Standort aufzugeben.

„Wir sind der StadtHemer sehr dankbar“

Das hat auf Nachfrage der Heimatzeitung auch Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung, bestätigt. „Wir sind der Stadt Hemer sehr dankbar, dass sie den Vertrag verlängert, obwohl sie diese Aufgabe schon seit über 20 Jahre schultert. Damit hat sie ein wichtiges Signal gesetzt, dass uns Planungssicherheit gibt.“ Auf der anderen Seite habe die Bezirksregierung Verständnis dafür, dass die Stadt Hemer nach weiteren zehn Jahren die Belastung nicht mehr tragen wolle. Söbbeler: „Deshalb haben wir mit der Erklärung, die Einrichtung dann aufzugeben, ebenfalls ein Signal gesetzt.“

„Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland nimmt weiter zu, deshalb hat uns die Bezirksregierung eindringlich gebeten, die Zusammenarbeit noch einmal zu verlängern“, wird Bürgermeister Michael Esken in der städtischen Pressemitteilung zitiert. Hinsichtlich des Zustandes der Unterkunft seien sich beide Seiten völlig einig gewesen, dass umfangreiche Sanierungen notwendig sind, um eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge zu gewährleisten. Zu diesem Zweck nimmt die Bezirksregierung noch einmal viel Geld in die Hand. Mehrere Millionen Euro werden zum Beispiel in die Heizungsanlage sowie in die Erneuerung von Ver- und Entsorgungsleitungen gesteckt.

Harte Verhandlungen über Höchstbelegung geführt

In den Gesprächen über den neuen Mietvertrag, an denen auf Hemeraner Seite neben der Verwaltungsspitze auch die Fraktionsvorsitzenden beteiligt waren, ist nicht zuletzt um die maximale Zahl der Flüchtlinge gerungen werden, die in den kommenden zehn Jahren gleichzeitig am Apricker Weg Unterkunft finden sollen. Die Stadt wollte die Höchstgrenze möglichst niedrig sehen, weil es in der Vergangenheit vor allem immer dann zu Problemen gekommen ist, wenn die Belegungszahlen in die Höhe schnellten. Nach harten Verhandlungen, so Bürgermeister Esken, haben sich beide Seiten auf eine Regelbelegung von bis zu 500 Flüchtlingen geeinigt. Erstmals ist eine solche Höchstgrenze im Mietvertrag festgeschrieben worden.

In ihrer Mitteilung betont die Stadtverwaltung, dass sie sich durch die Einigung mit der Bezirksregierung der gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Pflicht aller Kommunen stellt – allerdings in einem kontrollierbaren und kalkulierbaren Rahmen.

Als Standort einer zentralen Einrichtung bleibt Hemer auch weiter bis auf Ausnahmefälle von der Zuweisung dauerhaft unterzubringender Flüchtlinge befreit.