Fast 50 000 Übernachtungen in 399 Betten

Kurklinik Gut Holmecke in Ihmert
Kurklinik Gut Holmecke in Ihmert
Foto: IKZ

Hemer..  6871 Gäste haben im vergangenen Jahr im Durchschnitt eine ganze Urlaubswoche in der Felsenmeerstadt verbracht: Hemer muss ein boomendes Urlaubsparadies sein und stellt bei der mittleren Aufenthaltsdauer selbst Winterberg in den Schatten. Dies suggeriert zumindest die neue Statistik des Landes über die „Beherbergung im Reiseverkehr“.

Gäste bleiben übereine Woche in Hemer

Im Jahr 2014 besuchten 21,2 Millionen Gäste die 5200 nordrhein-westfälischen Beherbergungsbetriebe (mit mindestens zehn Gästebetten und auf Campingplätzen); sie verbuchten insgesamt 47,9 Millionen Übernachtungen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt mitteilt, wurde damit das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahr 2013 nochmals übertroffen: Die Besucherzahl war um 4,2 Prozent, die Zahl der Übernachtungen um 3,9 Prozent höher als 2013.

Nach der Statistik hatte Hemer 2014 rund 50 000 Gästeübernachtungen, darunter 342 von Gästen aus dem Ausland. Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Gästezahl kontinuierlich zugenommen, wobei die Aufenthaltsdauer für einige Schwankungen bei den Gesamtübernachtungen sorgt. Mit durchschnittlich 7,3 Tagen belegt Hemer einen Spitzenplatz in Nordrhein-Westfalen, gleich hinter Städten wie Bad Berleburg, Bad Driburg oder Bad Oeynhausen. Hemer als noch unbekannter und unbenannter Kurort?

Schwieriger Blick aufdie Datengrundlage

Der genauere Blick hinter die Zahlen gestaltet sich schwierig. Für Hemer listet das städtische Gastgeberverzeichnis 27 Betriebe auf. Davon bietet der Großteil einzelne Ferienwohnungen. Die Statistik des Landesamtes verzeichnet neun Betriebe mit mehr als zehn Betten - insgesamt 399 Betten. Hier wird der Kenner der heimischen Hotelerie schon stutzen. Mehr als zehn Betten bieten das DVG-Hotel Garni Sauerland, das Hotel am Löhrberg, das Hotel von der Heyde, das Hotel Akropolis, das Gästehaus Sassenscheid, die Pension Keiner und das Waldhaus Riemke. Woher kommen also die weiteren Betriebe? Wegen des Datenschutzes schlüsselt das Landesamt die einzelnen meldepflichtigen Betriebe für die Städte nicht weiter auf, bestätigt aber auf Anfrage, dass auch die Kurklinik Gut Holmecke mit berücksichtigt wird. Die statistischen Parallelen zu den bekannten Kurorten liegen also in den Mutter-Kind-Kuren begründet. Allein Gut Holmecke hat rund 160 Betten und prägt mit den durchschnittlichen dreiwöchigen Aufenthalten die Statistik. Nur vermutet werden kann, dass auch zumindest eines der weiteren Gästehäuser wie das CVJM-Heim an der Friedensstraße oder das Zinzendorfhauserfasst wird.

Nicht vergessen werden dürfen die 20 Campingstellplätze (Wohnmobilstellplatz an der Hönnetalstraße), die die Urlaubsmöglichkeiten in Hemer komplettieren.