Familien stellen grünen Daumen unter Beweis

Auch die Kleinen halfen schon mit beim Einpflanzen der Eichen, Linden und Hainbuchen beim Pflanzfest im Babywald
Auch die Kleinen halfen schon mit beim Einpflanzen der Eichen, Linden und Hainbuchen beim Pflanzfest im Babywald
Foto: Josef Wronski/IKZ
38 Bäume fanden beim achten Pflanzfest der Heimatzeitung im Babywald Hemer ein neues Zuhause

Hemer.. Oma und Opa hatten wieder die Gummistiefel ausgepackt, Mama und Papa waren mit der Spitzhacke bewaffnet und die Kinder buddelten mit der Schüppe fleißig tiefe Löcher in die Erde – so sah es am Sonntag im Hemeraner Babywald aus, als der Iserlohner Kreisanzeiger zum mittlerweile achten Pflanzfest eingeladen hatte. Insgesamt 38 Stiel-Eichen und Winterlinden fanden ein neues Zuhause, aber auch 54 der seit 2007 gepflanzten insgesamt 356 Bäume durften sich über einen Besuch ihrer „Gärtner“ freuen. Denn erstmalig waren auch Familien aus den vergangenen Jahren zum Pflanzfest eingeladen.

Familie Brambor folgte dieser Einladung herzlich gerne, hatte sie doch schon für ihre Söhne Leander und Emilian zwei Bäume im Hemeraner Babywald gepflanzt. „Doch aller guten Dinge sind drei“, sagte Mutter Ina. Und so bekam auch Tochter Sophia in diesem Jahr ihren eigenen Baum. Während die Jungs im Alter von sieben und fünf schon mit anpackten, hielt sich die zweijährige Sophia noch etwas zurück. Vielleicht greift sie aber 2016 zur Schüppe, denn im Juni bekommt ihre Cousine Hannah ein Geschwisterkind und deswegen wird die Familie beim nächsten Mal wieder mit allen Mann an Bord sein.

Saga pflanzte für ihren kranken Bruder einen Baum

Zum ersten Mal beim Pflanzfest mit dabei war Familie Schauer – allerdings nicht vollständig. Denn der fünf Monate alte Mailo, der von Oma Petra und Opa Markus einen Baum zur Geburt geschenkt bekommen hatte, ist an einer Bronchitis erkrankt und liegt zusammen mit Mama Jessica im Krankenhaus. Doch seine große Schwester Saga sorgte mit einer eigenen Werkzeugkiste dafür, dass der kleine Bruder seinen Baum trotzdem bekam. Für diesen Einsatz hatte sich die Zweijährige dann allerdings auch einen Eintrag auf dem Namensschild verdient und so können sich nun beide über einen Baum im Babywald freuen.

Der Preis für die weiteste Anreise ging auch in diesem Jahr an Familie Schulze. Extra aus Hamburg waren sie angereist. Oma Brigitte hatte dafür gesorgt, dass die gebürtigen Hemeraner zurück in die Heimat gekommen waren und nach der Pflanzung für Tochter Helen im vergangenen Jahr auch für Sohn Mika einen Baum in die Erde setzten. Die Erfahrung aus dem Vorjahr war Vater Karsten anzumerken. Hatte er bei der Pflanzung für die dreijährige Helen noch mit dem Hammer rumhantiert, haute er den Pfahl in diesem Jahr gekonnt mit der Pfahlramme in den Erdboden.

Feucht fröhlich ging es bei Familie Hagenhoff zu. Nachdem die Eiche für Sohn Ruben einen sicheren Stand gefunden hatte, begossen Mama Vanessa und Papa Thomas zusammen mit den Paten Johannes und Jessica die Pflanzung. Allerdings nicht mit irgendeinem Sekt, sondern mit Rubens eigenem Schaumwein. Diesen hatten die Paten der Mutter zur Geburt geschenkt, der Vater erhielt eine Kiste „Ruben“-Bier.

Großer Dank an Helfer und Unterstützer

Die Bier-Eigenkreation gab es zwar nicht am Getränkestand des SGV, doch dank der Unterstützung der Krombacher Brauerei mangelte es trotzdem nicht an Erfrischungsgetränken. Auch für Speisen war reichlich gesorgt. So stärkten sich die Familien nach den Anstrengungen mit Erbsensuppe aus der Küche der Paracelsus-Klinik und 17(!) Blechen voll mit leckerem Kuchen, den die SGV-Frauen gebacken hatten. Ihnen allen galt ebenso der Dank von IKZ-Geschäftsführer Leo Plattes wie dem gesamten SGV, der Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr, die wieder mit ihrem Spritzenhaus gekommen war, den Stadtwerken Hemer und vor allem der Stadt Hemer für die nun schon lange andauernden Kooperationen.

Stellvertretend für die Stadt Hemer erinnerte Vizebürgermeister Wolfgang Römer noch einmal an die Anfänge der Aktion auf der einstigen Kyrillfläche. „Was hier in den vergangenen acht Jahren entstanden ist, ist beachtlich. Klar dauert es noch, bis hier wieder Bäume stehen, aber irgendwer muss irgendwo anfangen, den Klimaschutz im Auge haben und den ersten Schritt, oder Spatenstich zu einem Pflanzfest tun. Dafür möchte ich dem Iserlohner Kreisanzeiger danken“, sagte Römer. Auch IKZ-Geschäftsführer Leo Plattes sprach sich für den Klimaschutz aus und bezog sich dabei auf ein Zitat des Philosophen Andreas Tenzer: „Lieber einen Baum pflanzen, als über das Waldsterben klagen.“ Diesem Leitspruch folgten am Sonntag etliche Familien, worüber Leo Plattes sehr erfreut war: „Erst durch sie wird der Tag zu einem echten Event!“