Fäll-Aktion im Felsenmeer geplant

Felsenmeer im Schnee
Felsenmeer im Schnee
Foto: IKZ

Hemer..  Die bislang letzte größere Fäll-Aktion im Felsenmeer liegt jetzt schon fast sechs Jahre zurück. Im März 2009 mussten rund 60 Buchen und andere Bäume weichen weil sie – zumeist durch den Brandkrustenpilz – geschädigt waren. Viele von ihnen hätten auch eine Gefahr für die Brücke und die Aussichtplattform dargestellt, die für die Landesgartenschau werden sollten. Nun werden im Laufe dieses Jahres erneut die Kettensägen in Aktion treten. Stadtförster Dirk Basse: „Wir haben festgestellt, dass mittlerweile wieder 50 bis 60 Bäume, vielleicht auch 70, so krank sind, dass sie gefällt werden müssen.“

Es handelt sich durchweg um Einzelbäume, die auf die gesamten 25 Hektar des Naturschutzgebietes verteilt stehen. Der Eindruck von „Kahlschlägen“ werde auf keinen Fall entstehen, versichert Basse. Schon 2009, als sogar Hubschrauber eingesetzt wurden, um einzelne Bäume fällen zu können, ohne das der umstehende Wald Schaden nimmt, sei die Aufregung bei ängstlichen Naturfreunden groß gewesen, das Landschaftsbild könnte leiden erinnert sich Basse. Aber auch die Skeptiker hätten hinterher zugegeben, dass keine auffälligen Lücken entstanden seien.

So soll es auch diesmal wieder sein. Wann die Fäll-Aktion beginnt, kann Dirk Basse noch nicht sagen. Zur Zeit laufe noch die Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde, die ebenso wie der zuständige Beirat informiert werden müsse. Auch ist der technische Aufwand noch nicht klar. „Die meisten Bäume können wir mit unseren eigenen Leuten fällen“, sagt der Stadtförster. Für andere müssen Spezialisten engagiert werden. Den neuerlichen Einsatz für Hubschraubern hält Basse diesmal für nicht erforderlich.

Wald wartet auf Frost

Einstweilen hat der Stadtförster aber noch ganz andere Sorgen. Die Wälder bräuchten dringend einen tüchtigen Wintereinbruch. „Ein paar Tage Frost, am besten mit bis zu 15 Grad Minus, täte dem gesamten Ökosystem gut.“ Und dabei denkt Dirk Basse gar nicht unbedingt an den Frost als Schädlingskiller. Die Fachleute seien sich in diesem Punkte nämlich nicht einig. „Manche Studien belegen zum Beispiel, dass der Borkenkäfer viel schlechter mit wechselhaftem Winterwetter, bei dem sich Frost und Milde abwechseln, zurechtkommen, als mit klirrender Kälte“.

Für die Forstleute wäre eine längere Dauerfrost-Periode jedenfalls hilfreich. Laut Dirk Basse muss nämlich noch eine Menge von Menschenhand oder Stürmen gefälltes Holz aus dem Wald geholt werden. Und dessen empfindlicher Boden nimmt am wenigsten Schaden durch schwere Fahrzeuge, wenn er hart gefroren ist. Doch davon ist er zurzeit weit entfernt.