Es würden Träume wahr: Reaktivierung der Bahnstrecke Hemer-Menden
24.11.2008 | 14:14 Uhr 2008-11-24T14:14:00+0100
Hemer. (rd) Es würden Träume wahr, wenn die Bahnstrecke Hemer-Menden reaktiviert werden könnte. (Wir berichteten am Samstag exklusiv.)
Jetzt hat sich doch ein Interessent gefunden”, teilt die Stadt Hemer jetzt mit und schreibt: „Die Bonner Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) ist bereit, auf der Bahnstrecke Hemer-Menden Personennahverkehr wieder aufleben zu lassen. Das haben Beteiligte der RSE und Vertreter der Stadt Hemer bei einem Gespräch in Bonn diskutiert, weil gegen den Rückbau der Gleise seitens der RSE Klage beim Arnsberger Verwaltungsgericht gegen das Eisenbahnbundesamt eingereicht wurde.”
Eine gerichtliche Auseinandersetzung werde es voraussichtlich nicht geben, denn Hemer und die RSE seien sich einig, so Hemers Stadtpressesprecher Marc Giebels, der schreibt: „Die Bahnverbindung lag der Stadt schon immer am Herzen", erklärt Erster Beigeordneter Peter Friedrich, „allerdings hatte sich bis heute niemand gefunden, der die Strecke wirtschaftlich betreiben könnte." Der Radweg zwischen Hemer und Menden, so Friedrich, sei Plan B gewesen, um zumindest die Trasse für die nächsten 25 Jahre zu erhalten: „Wir wollen uns nicht in die Zuschauerrolle drängen lassen", so Friedrich, „sondern aktiv im Sinne unserer städtebaulichen Ziele handeln."
Die RSE sehe nach eigenen Angaben durchaus die Möglichkeit, so Giebels weiter, die Bahnstrecke bis zur Landesgartenschau 2010 zu reaktivieren. Die RSE gebe an, bereits einen Antrag auf Betriebsgenehmigung gestellt zu haben. "Peter Friedrich sagt auch klar: ,Güterverkehr à la Kyrill unter Nutzung aller vorhandenen Gleise bis zur Ostenschlahstraße und darüber hinaus ist aus städtischer Sicht absolut ausgeschlossen. Dies widerspricht klar den städtebaulichen Zielen der Stadt Hemer.'
Unter dem Strich sei die RSE bereit, so Giebels, die Klage zurückzuziehen, wenn die Stadt Hemer in Verhandlungen mit der RSE über einen Kooperationsvertrag zum Betrieb der Eisenbahnstrecke Hemer-Menden eintrete. Das Wichtigste: Der Teil des Bahngeländes südlich des Busbahnhofs (Richtung Nöllenhofcenter) würde für den Bahnverkehr nicht benötigt. Damit stünde den städtischen Baumaßnahmen (Kreuzung Ostenschlahstraße, etc.) de facto nichts im Wege. Die Stadt Hemer steht weiterhin in intensiven Gesprächen mit der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft, der RSE und der DB Netz AG, um möglichst schnell Fakten zu schaffen.
So weit die Mitteilung der Stadt Hemer. Die Reaktivierung der Bahnstrecke Hemer-Menden verschafft Hemer zumindest von einem Sackbahnhof aus den Gleisanschluss zur Welt mit weitergehenden Anschlüssen ab Menden. Und Landesgartenschaubesucher könnten mit der reaktivierten Bahn direkt nach Hemer kommen. Nach den bisherigen Überlegungen - ohne Bahnhof Hemer - soll zur LGS 2010 der ehemalige Deutsche-Bahn-Haltepunkt "Klusenstein" im Hönnetal angefahren werden.
12:52
Die Stadt Hemer hatte doch nie beabsichtigt, die Verbindung nach Iserlohn wiederbeleben zu wollen, sonst hätten sie den Bereich hinter dem Nöllenhofcenter und den weiteren Verlauf nicht verplant. Darum soll es ja auch kein Güterverkehr im Stil von Kyrill-Holzverkehren mehr geben, weil die Umsetzmöglichkeiten, sprich Weichenverbindungen, für die Lokomotiven hinter dem Bahnübergang Ostenschlahstrasse überbaut werden sollen. Da bin ich mal gespannt, wie die Angelegenheit letztendlich ausgeht. Ich denke, die RSE wird da schon ordentlich mitreden. Schließlich hat sie im Bereich Bahnverkehr schon reichlich Erfahrung und einiges Positives bewirkt. Dieses erhoffe ich mir auch für Hemer. Auf jeden Fall wünsche ich allen, dass diese Angelegenheit zur Zufriedenheit aller geregelt wird, einen vernünftigen Schienenpersonennahverkehr, einen Radweg für die Pedalritter und eine schöne Landesgartenschau 2010.
Um nocheinmal auf die Radfahrerfraktion zurückzukommen:
Wo sind denn all die Befürworter aus den vergangenen Beiträgen hier im Forum? Bisher wurde hier nur gegen den Erhalt der Gleise gewettert, aber nicht 1!!! mal danach gefragt, was denn nun aus dem Radweg wird, getreu dem Motto: OK, Schienen nun JA, dann aber bitte auch den Radweg neben der Trasse nicht vergessen. Aber dieses habe ich bisher vermißt. Das gibt mir schon zu denken.
23:48
Eine kleine Nachreichung:
Besser wäre ja die Verbindung Hemer-Iserlohn gewesen.
Aber was würden denn die Hemeraner wollen?
Noch mehr Auto(bus)verkehr?
Es gibt Schienenstrecken, die durch häufige Takte (<60min) mehr Fahrgäste angelockt haben.
Warum nicht in auch in Hemer?
23:39
Mich würde, unabhängig von dem Für und Wider, interessieren, wie ich das Projekt der Reaktivierung unterstützen kann.
Ich fahre seit Jahren wieder Bahn (Jedoch nicht Dt. Bahn AG (die würde ich nicht unterstützen!!)).
23:44
Zilp hat vollkommen recht. Eine Bahnstrecke tut nicht weh! Insbesondere wenn es sich um eine Strecke handelt die bereits über 100 Jahre am selben Fleck ist. Sie nimmt keinen zusätzlichen Platz weg, die Kosten sind überschaubar, der Nutzen groß. Was will man den mehr? Bahn und Fahrrad können sich sehr gut ergänzen, die LAGA erhält eine zusätzliche gute Anbindung und Hemer wird nicht endgültig vom Bahnnetz abgekoppelt. Es gibt nur Gewinner.
00:05
Zur Beruhigung der Bahn-Skeptiker (oder gar Feinde?):
Hemer wird nach der Reaktivierung der immerhin schon 126 Jahre alten Bahnstrecke doch nicht zum Ziel von Castor-Transporten o. ä..
Wie und wem soll sie denn schaden?
Der Bahnanschluss ist ein wichtiger Teil von Infrastruktur, ein Gewinn für jede Stadt. Straßen und Umwelt werden entlastet. Man kann damit angeben, dass man direkt per Bahn erreichbar ist. Man ist endlich wieder mit von der Partie im Bahnverkehr. Freuen wir uns drauf!
23:26
Die Vernichtung der LGS, womit denn? Mit einer Bahnanbindung als Waffe? Das wäre das erste Mal. welche LGS hatte denn bisher KEINE Bahnanbindung?
20 Jahre gab es einen politischen Konsens zur Strecke, sogar eine Machbarkeitsstudie wurde erstellt, wie man Hemer und Iserlohn wieder verbinden kann...
Was passiert denn schlimmstensfalls? 50 Parkplätze weniger? Im Autoverkehr ersäuft Hemer doch heute schon. Ohne LGS, ohne Bahn, ohne intelligente Ampelschaltung.
Ich hoffe die Hemeraner haben eine Rat, der die Gunst der Stunde nutzt ...
22:15
Der Versuch, diese RSE als LGS-Ruinierer oder was auch immer zu betiteln, ist allzu fadenscheinig. Sie bietet der Stadt die Chance, die sie immer haben wollte: Erhalt der Strecke als oberstes Ziel! Ich hätte nicht gedacht, dass ich Hemerxx mal zu mehr Vertrauen in die Hemeraner Politik/Verwaltung ermahnen müßte. Diese sieht nämlich in den Verhandlungen große Chancen für Hemer.
22:07
Arrogant? Wo bitte ist die RSE arrogant? Was hat Hemer denn? Kann man dafür die RSE verantwortlich machen? Die RSE will die Laga nicht vernichten sondern bereichern!!! Sie haben sich sicherlich sehr gut informiert über das Unternehmen RSE. Ich denke wir sollten die Verhandlungen den Beiden Parteien überlassen, denn sie werden wissen wassie tun!!!!!!!
21:31
RSE wird arrogant die LAGA vernichten und am Ende hat Hemer wieder nichts, wartet es alle einmal ab; die RSE betreibt nichts profitabel und will immer am Tropf der öffentlichen Hand hängen. So sieht die Realität aus. Bin einmal gespannt wieviel Geld Hemer herauslegen muss, um sich aus den Klauen der RSE freizukaufen!
20:50
Was die RSE mit Sicherheit nicht möchte ist die Laga ruinieren! Man sollte eher sagen das die RSE die Laga bereichern möchte. Damit die Leute einen entspannten Tagesausflug mit der Bahn bis nach Hemer geniessen können. Ich persönlich finde es schlimm, das der Mut der RSE so zu Boden getreten wird von einigen Kommentatoren!!! ( Die eh unter jeden Artikel einen dummen Kommentar setzen). Ich bringe den Beiden Parteien großen Respekt für ihre Entscheidungen entgegen! Ganz besonders aber der RSE !