Erster Beigeordneter Guido Forsting gestorben

Der Hemeraner Rat wählte Guido Forsting 2010 zum Ersten Beigeordneten, hier mit Amtsvorgänger Peter Friedrich und Bürgermeister Michael Esken
Der Hemeraner Rat wählte Guido Forsting 2010 zum Ersten Beigeordneten, hier mit Amtsvorgänger Peter Friedrich und Bürgermeister Michael Esken
Foto: IKZ

Hemer..  Guido Forsting lebt nicht mehr. Der Erste Beigeordnete der Stadt Hemer, Kämmerer und Geschäftsführer der Sauerlandpark GmbH ist in der Nacht zum gestrigen Mittwoch plötzlich und unerwartet in seinem Haus in Wipperfürth gestorben. Forsting, der nur 54 Jahre alt geworden ist, hinterlässt seine Ehefrau Ingrid und zwei Töchter.

Noch am Vorabend seines Todes hatte Guido Forsting miterlebt, wie der Rat der Stadt Hemer die von ihm konzipierte und unter größten äußeren Schwierigkeiten ausgestaltete Haushaltssatzung verabschiedet hatte. Und selbst jene Fraktionen, die dem Etat aus bestimmten Gründen die Zustimmung verweigerten, zollten Guido Forsting dennoch in den Haushaltsreden für seine Arbeit und Ideen Dank und Anerkennung.

Finanzwirtschaft der Stadt trug seine Handschrift

Nicht nur als überaus sachkundiger Kämmerer, sondern auch als Geschäftsführer des Sauerlandparks hatte der zurückhaltende und stets bescheiden auftretende Guido Forsting in den zurückliegenden Jahren zunehmend ein ganz eigenes Profil entwickelt. Die städtische Finanzwirtschaft trug zunehmend seine Handschrift. Lob hatte Forsting dafür geerntet, weil er in der Verwaltung Einsparungen durchsetzte, zugleich aber viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen für diese Konsolidierungsbemühungen zu motivieren wusste.

Mit der Umsicht des seriösen Kaufmannes lenkte Guido Forsting seit 2011 die Geschicke des Sauerlandparkes. Sein Ziel war es dabei, die Attraktivität des Parkes für die Hemeraner und auswärtigen Besucher zu erhalten und auszubauen, gleichzeitig aber das Defizit des Parks kontinuierlich zu senken. Bei dieser Gratwanderung warnte Forsting einerseits immer vor leichtsinnigen Experimenten, ging aber entschlossen zur Sache, wenn es galt, eine wirklich gute Idee umzusetzen.

Der in Duisburg geborene Guido Forsting war studierter Jurist. Seine politische Laufbahn begann der Christdemokrat als Beigeordneter der Stadt Wipperfürth, deren Bürgermeister er später zehn Jahre lang war. Nachdem er 2009 überraschend nicht wiedergewählt worden war, bewarb er sich um die Nachfolge des Hemeraner Beigeordneten Peter Friedrich und wurde vom Rat in dieses Amt berufen.

In einer von der Stadt Hemer herausgegebenen Pressemitteilung bekennt Bürgermeister Michael Esken seine Betroffenheit. „Mit dem Tode Guido Forstings wurde seiner Familie der liebste und wichtigste Mensch viel zu früh entrissen“, wird Esken zitiert.

Über die politische Zusammenarbeit hinaus war der Vorsitzende der Hemeraner CDU, Martin Gropengießer, im Laufe der Jahre zu einem engen Freund Guido Forstings und dessen Familie geworden. Entsprechend tief war und ist die Erschütterung Gropengießers: „Wir haben einen wertvollen Menschen mit einem großen Herzen und einem absolut loyalen Charakter verloren. Seine ehrliche, warmherzige und verbindliche Art wird in Hemer und der CDU eine Lücke hinterlassen.“

Vertrauensvoller Gesprächspartner

Auch FDP-Fraktionschef Arne Hermann Stopsack war persönlich eng mit Guido Forsting befreundet und zeigte sich gestern völlig geschockt. Vor allem das Engagement und das Herzblut, mit dem Forsting vor allem den Sauerlandpark führte, verdiene höchsten Respekt, so Stopsack.

Laut Hans-Peter Klein (SPD) sei es eine völlig unwirkliche Situation gewesen, als er vom Tode Forstings erfuhr. Klein: „Ich habe ihn immer als einen vertrauensvollen und hilfsbereiten Gesprächspartner erlebt.“ Antje Bötcher von Larcher (GAH) sagte: „Er hat immer für unsere Stadt und die Bürger geackert. Ich finde es ganz fürchterlich und bin absolut geschockt“. Für die UWG sprach Klaus Schreiber das Beileid aus: „Wir sind sehr betroffen, es ist ein großer Verlust für Hemer. Unser Mitgefühl gilt der Familie“.

Auch wenn zunächst die menschliche Tragödie im Vordergrund steht, so wird der Tod Guido Forstings die Stadt Hemer schon in naher Zukunft vor allergrößte Probleme stellen. Denn wenn Bürgermeister Michael Esken im September voraussichtlich nach Verl wechselt, müssen an der Spitze der Stadtverwaltung beide Spitzenpositionen neu besetzt werden. Welchen Verlust der Tod Forstings für den Sauerlandpark kurz vor dem Start in die neue Saison darstellt, kann ebenfalls im Moment noch gar nicht abgeschätzt werden.