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Hans-Hermann Stopsack erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Landrat Thomas Gemke überreicht. Hans-Hermann Stopsack trägt sich zudem in das goldene Buch der Stadt Hemer ein.
Hans-Hermann Stopsack erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Landrat Thomas Gemke überreicht. Hans-Hermann Stopsack trägt sich zudem in das goldene Buch der Stadt Hemer ein.
Foto: IKZ

Hemer..  „Sie sind ein Vorbild für uns alle“, betonte Thomas Gemke im Rathaus. Dort verlieh der Landrat dem 73-jährigen Hans-Hermann Stopsack das Bundesverdienstkreuz am Bande – nicht ohne dessen ehrenamtlichen Funktionen und Tätigkeiten zu erwähnen.

Deren Liste ist lang, und im Grunde wird sich mancher fragen, wann Hans-Hermann Stopsack das alles gemacht hat und noch macht. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Manchmal musste auch die ganze Familie ran, zum Beispiel, wenn der frühere VHS-Leiter mit einem neuen Buch beschäftigt war. „Meine Manuskripte waren immer handschriftlich, die Schreibarbeiten am Rechner erledigten die Kinder, meine Frau ist für die Korrekturen zuständig“, berichtete Stopsack am Dienstag während der Feierstunde. „Vom Amt zur Stadt Hemer“, „Hemer im 20. Jahrhundert“ und „Vom Wasserrad zur Fabrik“ lauten die Titel von Stopsacks Büchern.

Stopsack hat sich über den MK hinaus Namen geschaffen

„Seit etwa 1986 ist Herr Stopsack die zentrale Persönlichkeit in Fragen der Geschichtsforschung und Heimatpflege der Stadt Hemer und ihrer Umgebung. Seine heimatgeschichtlichen Forschungen, Vorträge, seine Bücher und die Mitwirkung an zahlreichen Publikationen haben ihn über seine Heimatstadt Hemer und auch den Märkischen Kreis hinaus bekannt gemacht“, erläuterte Thomas Gemke

Hans-Hermann Stopsack gründete noch unter dem Dach der VHS eine geschichtliche Arbeitsgemeinschaft, die die Aufarbeitung der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Stalag VIa zum Ziel hatte. 1995 erschien zu diesem Thema eine wissenschaftliche Publikation, die in drei Auflagen über 2000 Exemplare erreichte. Zudem gab es eine Kurzfassung auf Russisch und mehrfach überarbeitete Stalag-Broschüren. Diese Aktivitäten erlangten über die nationalen Grenzen hinweg Aufmerksamkeit, unter anderem in Russland, Polen und Frankreich. Hans-Hermann Stopsack mache Geschichte erlebbar, Geschichte sei wichtig, um die Zukunft zu verstehen, ergänzte Bürgermeister Michael Esken.

Vorstandsposten in mehreren heimischen Vereinen

Hans-Hermann Stopsack ist Mitbegründer und Vorsitzender des 2005 gegründeten Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte. Der Verein ist Träger der Informations- und Gedenkstätte Stalag VIa. 2011 wurde der Verein mit dem 2. Ehrenamtspreis des Landes NRW ausgezeichnet. Bürgermeister Esken verkündete, dass sich der Kulturausschuss sich in seiner nächsten Sitzung mit dem von den Zeitgeschichtlern initiierten Mahnmal in der Innenstadt beschäftigen werde. Die Verwaltung wird sich dafür aussprechen, den Platz an den Grasplateaus an der Ostenschlahstraße als Standort zu wählen – eine Nachricht, die Hans-Hermann Stopsack freute.

Auch die Kunst ist für Hans-Hermann Stopsack ein großes Thema; war es früher „Kunst im Hof“, wo er sich engagierte, ist er heute Mitglied im Kunstverein. Auch dort war er im Vorstand, nahm an Ausstellungen teil und arbeitete mit Kindern, Jugendlichen und Senioren. Vorsitzender ist Stopsack seit 2012 im Verein „Loge Zur Deutschen Redlichkeit Iserlohn“.

Auch aus der Politik kennt man den Träger des Bundesverdienstkreuzes: Von 1976 bis 1984 war Stopsack unter anderem sachkundiger Bürger der FDP-Kreistagsfraktion. Von 1995 bis 1997 fungierte Hans-Hermann Stopsack als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Arnsberg.