Erinnern, um Frieden neu zu schätzen

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Stalag VIa und des Kriegsendes in Hemer versammelten sich rund 60 Hemerane
Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Stalag VIa und des Kriegsendes in Hemer versammelten sich rund 60 Hemerane
Foto: IKZ

Hemer..  Rund 60 Hemeranerinen und Hemeraner fanden sich am Dienstagabend zur Gedenkfeier, die von der action 365 sowie von der Hans-Prinzhorn-Realschule gestaltet wurde, am Stalag-Mahnmal zusammen und gedachten der Befreiung des Stalag VIa und des Kriegsendes in Hemer vor 70 Jahren. Zeitzeugen aus dieser Zeit sind rar geworden, umso höher also der Stellenwert solcher Tagen, an denen man sich erinnert. Erinnert, „an das Ende der wohl schrecklichsten Epoche der deutschen Gechichte“, wie Pfarrer Martin Assauer in seiner Ansprache die Zeit vor 70 Jahren betitelte.

Wie schrecklich diese Zeit und noch viel expliziter die Gegebenheiten im Kriegsgefangenenlager Stalag VIa wirklich waren, schilderten Schülerinnen der Hans-Prinzhorn-Realschule, die bereits an der Pflanzung der Friedenstaube im Sauerlandpark Hemer zur Landesgartenschau beteiligt waren. Sie gedachten durch das Verlesen von Zeitzeugenberichten aus dem Stammlager stellvertretend für ihre ganze Generation an die Befreiung der Menschen, die nichts Böses getan hatten, sondern einfach nur das waren, was sie waren, wie Stephanie Meer-Walter, Schulleiterin der Realschule, festhielt. Geschildert wurden Bedingungen, die heutzutage undenkbar geworden sind.

Doch Pfarrer Martin Assauer warnte in seinen Ausführungen auch vor Lethargie im Umgang mit Frieden. Zu selbstversändlich sei er schon fast geworden in unserem Land. „Daher ist es gut, an einem Tag wie heute der Erinnerung Raum zu geben, um die Errungenschaft des Friedens wieder neu zu bewerten“, sagte er. Zwar sei er für die Grausamkeiten nicht verantwortlich, doch er und wir seien in der Pflicht, dass solches Denken und Handeln in der heutigen Zeit keinen Platz mehr habe.

Diesen Gedanken griffen alle Beteiligten im Friedensgebet der UNO sowie bei den Liedern, die die Gruppe „2sam“ vorbereitet hatten, mit auf und sprachen sich für den Frieden aus. Für den Frieden in Hemer, in Deutschland und in allen Völkern dieser Erde.