Eintauchen in die zerklüftete Schönheit
07.10.2010 | 17:11 Uhr 2010-10-07T17:11:00+0200
Hemer.Es war ein beeindruckender Anblick, als das 30 Meter lange Mittelstück der Brücke per Kran über die Baumwipfel in das Felsenmeer schwebte. Das war im Februar. Längst sind die Brücke und der darunter liegende Steg fester Bestandteil des Geotops geworden. Doch von der Faszination, die von ihnen ausgeht, haben sie nichts eingebüßt. Im Gegenteil. Weil sie immer neue Einblicke in eine fantastische Landschaft ermöglichen, sind sie mein liebster Platz.
Streng genommen gehört das Felsenmeer nicht mehr zur Landesgartenschau, in der bereits viele Menschen in unserer Serie ihren liebsten Platz vorgestellt haben. Und streng genommen gehört das Naturschutzgebiet eben doch dazu. Schließlich verbindet das „Tor zum Felsenmeer“ das LGS-Gelände über den Park der Sinne mit den einzigartigen Felsformationen.
Und wer durch dieses Tor geht, der betritt eine andere Welt, den empfängt Stille, die nur durch das leise, manchmal auch kräftige Rauschen der Bäume unterbrochen wird. Selbst die Gespräche der Neugierigen scheint das Felsenmeer aufzusaugen, zu filtern und als Ruhe wieder freizulassen.
Der Felsenmeerbalkon liegt dem Eingang über das Gelände der LGS direkt gegenüber und eröffnet den Besuchern bereits einen Einblick in die zerklüftete Landschaft. Dennoch lohnt es sich, nicht sofort umzukehren, sondern den Rundweg einzuschlagen, an dem Schilder den Weg zur Brücke und zum Steg weisen.
Attraktivierung des Felsenmeeres - so ist es oft zu hören, wenn von Balkon, Steg und insbesondere der Brücke die Rede ist. 1,64 Millionen Euro wurden dafür im Felsenmeer investiert, 80 Prozent der Summe stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Und sicherlich ist Attraktivierung ein treffender Begriff. Doch das, was in dem Geotop geschaffen worden ist, geht weit darüber hinaus. Das Felsenmeer ist wieder erlebbar geworden - und das liegt nicht zuletzt an dem barrierefreien Zugang zur Brücke, die es auch Menschen mit Behinderung und Senioren wieder möglich macht, das Naturschutzgebiet ganz neu zu entdecken.
Die Brücke selbst fügt sich fast unscheinbar in die Natur: Die sanft geschwungene Form und das unauffällige Geländer verleihen dem Betrachter das Gefühl, über den Felsen zu schweben. Der Holzsteg darunter hingegen macht ein tiefes Eintauchen in die zerklüftete Felslandschaft möglich, wie es lange Zeit nicht denkbar gewesen ist. Damit wird das Geotop nicht nur für viele Hemeraner wieder zu einem besonderen Erlebnis, sondern auch für die Besucher der Landesgartenschau.
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