Eine Fahrerin mit Leib und Seele

Luise Hernandez wurde nach vier Jahren als Fahrerin des Bürgerbusses am Mittwoch verabschiedet.
Luise Hernandez wurde nach vier Jahren als Fahrerin des Bürgerbusses am Mittwoch verabschiedet.
Foto: IKZ

Hemer..  „Ich wollte niemals einen großen Bus fahren“, sagt Luise Hernandez. Zur großen Freude der vielen Mitglieder des Bürgerbusses und der etlichen Fahrgäste, die Luise Hernandez in den letzten vier Jahren auf den vier Busrouten von A nach B brachte, änderte sie ihre Meinung aber doch noch. Nun ist allerdings Schluss für die 73-Jährige. Am Mittwoch fuhr sie ihre letzte Tour für den Bürgerbus Hemer.

Eine passionierte Autofahrerin war die Rentnerin schon immer. Aus diesem Grund entschied sie sich, auch beim Shuttle-Service der Landesgartenschau im Jahr 2010 mitzuhelfen. Eigentlich wollte sie nur die kleinen Wagen fahren, vor den großen hatte sie Respekt. „Doch plötzlich bekam ich einen Anruf, ich müsse sofort die Leute vom einen Eingang zum anderen fahren – mit dem großen Bus. Dann konnte ich mich nicht mehr drücken“, sagt Luise Hernandez. Heute ist sie froh über ihre Entscheidung, macht ihr das Fahren mit den großen Gefährten mittlerweile sogar mehr Spaß als mit einem Kleinwagen.

Im Rahmen der Landesgartenschau knüpfte sie auch den ersten Kontakt zu den Verantwortlichen des Bürgerbusses und war sofort überzeugt von dem Projekt. „Ich war noch zu jung, um zuhause zu bleiben und der Bürgerbus hatte zu dem Zeitpunkt wenig Fahrer“, sagt sie. Also zögerte sie nicht lange und schloss sich dem Verein an. Bereut hat sie ihre Entscheidung nie. „Das Fahren kann ich nicht als Arbeit bezeichnen. Es hat mir viel Spaß gemacht und ich habe viele Leute kennengelernt“, sagt sie wehmütig.

Gerne wäre sie noch ein paar Jahre gefahren, doch die Altersgrenze ist nun mal erreicht. Somit verabschiedeten ihre Kolleginnen und Kollegen die Fahrerin, die vier Jahre lang immer mittwochs für sichere Fahrt sorgte, nach ihrer letzten Tour.