Ein Netzwerk für Kinder und Eltern

Claudia Grau koordiniert im Hemeraner Jugendamt das Netzwerk der Familienzentren.
Claudia Grau koordiniert im Hemeraner Jugendamt das Netzwerk der Familienzentren.
Foto: IKZ

Hemer..  Fast zehn Jahre ist es her, dass die Landesregierung mit dem Aufruf zum Wettbewerb „Familienzentren NRW“ ein neues Kapitel in der Betreuung von Vorschulkindern aufschlug. Die Idee dahinter: Kindergärten und -tagesstätten sollten ihre Angebote ausweiten auf die ganze Familie, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, bei der Weiterbildung, aber auch sinnvollen Freizeitgestaltung Hilfestellungen geben.

Auch in Hemer griffen Kindergärten den Gedanken auf und begannen sich auf die Zertifizierung zum Familienzentrum vorzubereiten. Mittlerweile gibt es sechs solcher Zentren in der Stadt, in der eine oder mehrere Einrichtungen zusammengefasst sind, wobei fünf der insgesamt 16 Kindergärten Hemers nicht fester Bestandteil eines Familienzentrums sind, sondern lediglich eng mit einem solchen kooperieren.

Langjährige Zusammenarbeit war perfekte Voraussetzung

Aber Hemer ist im Gegensatz zu den Nachbarstädten längst einen Schritt weiter und leistet Pionierarbeit, denn seit September 2011 arbeiten die sechs Familienzentren in einem Netzwerk eng zusammen. In der Mitte dieses Netzes sitzt Claudia Grau. Bei der Mitarbeiterin des städtischen Jugendamtes laufen die Fäden zusammen, die das Netz halten und an denen gezogen werden muss, um die Effektivität des Netzwerkes dauerhaft zu festigen und fortzuentwickeln.

Die Idee, das Netzwerk zu knüpfen fiel vor vier Jahren auf den fruchtbaren Boden einer ohnehin langen erfolgeichen Partnerschaft der Hemeraner Kindergärten, gleich ob in städtischer, kirchlicher oder sonstiger Trägerschaft. „Es war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte“, sagt Claudia Grau nicht ohne ein bisschen Stolze auf das Engagement aller Beteiligten.

Dank des Netzwerkes sind die Familienzentren bei der Erfüllung ihrer Aufgaben keine Einzelkämpfer, sondern profitieren über die ganze Stadt hinweg voneinander. Sämtliche Angebote, die den Familien in den einzelnen Einrichtungen unterbreitet werden, können so von allen Familien in der Stadt wahrgenommen werden. In regelmäßigen Netzwerk-Konferenzen werden die Angebote für Familien gesichtet und festgelegt, wo und wann sie stattfinden sollen.

Zweimal im Jahr finden diese Konferenzen im Kreise der Einrichtungsleiterinnen statt, zwei weitere Male werden auch die Kooperationspartner wie Beratungsstellen, Logopädiepraxen, Gesundheitsamt, Bildungseinrichtungen, Volkshochschule, Stadtbücherei, Jugendamt und mehr hinzugezogen. Jeweils im Januar und Juli erscheinen Broschüren mit einer Übersicht über alle wichtigen Angebote, die bei Bedarf aktuell ergänzt werden. Wichtig dabei ist, dass die Angebotspalette Wünsche und Bedürfnisse der Familien widerspiegelt. Es geht darum, was insbesondere die Eltern wollen, und nicht, was sie sollen.

Neben den Teams der einzelnen Kindergärten ist Claudia Grau die zentrale Ansprechpartnerin für die Eltern. Wem die Informationen der halbjährlichen Broschüre oder der Internetseite www.familienzentren-hemer.de nicht ausreichen oder wer darüber hinaus gehende Fragen hat, kann sich telefonisch an Claudia Grau wenden. Zehn Stunden pro Woche widmet sie neben ihren weiteren Aufgaben im Jugendamt ausschließlich dem Netzwerk der Familienzentren.