Ein einfaches Konzept: den ganzen Tag draußen

Die Besucher aus dem Rathaus hatten für alle Kinder – und auch die Großen – ein Eis parat.
Die Besucher aus dem Rathaus hatten für alle Kinder – und auch die Großen – ein Eis parat.
Foto: IKZ

Hemer..  Eine tägliche Urlaubsreise von nur maximal zwei oder drei Kilometern Länge – für 55 Mädchen und Jungen ist das der Knaller, sie genießen die Ferienfreizeit des Jugendamtes im Steinbruch der Pfadfinder in Westig in vollen Zügen.

Montags bis freitags ist im Steinbruch von 8 bis 16 Uhr Abenteuer pur für die Sechs- bis Dreizehnjährigen angesagt: Buden und Hütten aus Brettern und sonstigem Baumaterial zimmern, Feuermachen, Spiele aller Art, Wasserschlachten und vor allem viel Bewegung an der frischen Luft. „Unser Konzept ein ganz einfach, wir sind den ganzen Tag draußen!“, bringt es Daniel Braun als Leiter des achtköpfigen Betreuungsteams auf den Punkt, als am Mittwoch der neue Beigeordnete Dr. Bernd Schulte als Vertreter des Bürgermeisters begleitet von Sozialdezernent Klaus Erdmann zum „Bergfest“ im Steinbruch auftaucht. Für den „hohen“ Besuch legen die Kinder gern eine kurze Pause ein. Auch weil Schulte und Erdmann für alle ein Eis mitgebracht haben.

Die Eltern zahlen 60 Euro pro Woche, die Stadt schießt zu

Dr. Bernd Schulte erfährt, dass diese Ferienfreizeiten lange Tradition in Hemer haben und mittlerweile vor allem für Kinder organisiert werden, deren Eltern berufstätig sind und die ihren Nachwuchs sonst unbeaufsichtigt lassen müssten. Gebucht werden kann die Ferienfreizeit für 60 Euro pro Woche wochenweise. Bei einem Drei-Wochen-Packet gibt es einen Rabatt: Statt 180 nur 160 Euro. Kostendeckend ist das nicht, die Stadt schießt pro Teilnehmer noch einmal 15 Euro zu. Und wenn eine Familie es sich nicht erlauben kann, ihr Kind zur Ferienfreizeit zu schicken, gibt es im Hintergrund einige anonyme Unterstützer, die in Absprache mit dem Jugendamt die Kosten übernehmen. Im Preis inbegriffen ist neben Getränken auch ein Mittagessen.

Für alle Kinder, die sich trauen und deren Eltern es erlauben, sind die Übernachtungen im Steinbruch ein Erlebnis. Jeweils in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird diese Möglichkeit eingeräumt. In der vergangenen Woche waren es 35 Mädchen und Jungen, die in Zelten oder in der Pfadfinderhütte geschlafen haben. Wobei es lange dauerte, bis alle die Augen zu hatten. Aber auch das gehört dazu.

Nach drei Wochen im Steinbruch zieht die Ferienfreizeit wie schon in den Vorjahren um nach Ispei auf die Festwiese in der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses. Dort ist dann bis zum Ende der Ferien das Programm ähnlich, wobei in Ispei der Bach völlig andere Möglichkeiten zum Spielen bietet, als in Westig. Wenn das Wetter mitspielt. Aber da lässt Daniel Braun überhaupt keine Skepsis aufkommen. „Schlechtes Wetter kennen wir überhaupt nicht. Bei uns ist immer was los.“