Durch den "Schatzsack" geht es ins Zwergenbergwerk
08.05.2009 | 15:27 Uhr 2009-05-08T15:27:00+0200
Hemer. Es gibt Momente, da möchte man einfach noch mal Kind sein. Zum Beispiel im Jugendhilfeausschuss, als Jürgen Bergmann das Konzept für den Spielplatz „Zwergengold” vorstellte. Abenteuer, Spannung und das Entdecken immer neuer Möglichkeiten stehen im Mittelpunkt der Spielplätze auf der LGS.
Jürgen Bergmann hat sich nicht nur in Deutschland durch Projekte wie die „Kulturinsel Einsiedel” einen Namen geschaffen. Sein Baumhaushotel im östlichsten Dorf Deutschlands ist in aller Munde, und im Ausschuss freute man sich jetzt schon sehr auf die Ideen des kreativen Kopfes. Seine Spielplätze kann man nicht in Katalogen bestellen, denn sie sind alle einzigartig. Auch die Hemeraner Anlage „Zwergengold” besticht durch ihren eigenen Charakter, angelehnt an die heimischen Sagengeschichten.
Die Anlage wird in das bestehende Gelände eingebettet, Bäume sollen keine fallen. Ein Teil des Spielplatzes ist das Zwergenbergwerk. Mehrere Zugänge gibt es zum Bergwerk. Zum einen kann man durch einen „Schatzsack” kriechen, den vielleicht mal ein Riese dort vergessen hat. Zum anderen kommt man durch die Spalte eines Kunstfelsens zum eigentlichen Spielplatz. Das Bergwerk wird durch einen Drachen bewacht. Sandspieltisch und ein Kran gehören dazu. „Da ist es dauerhaft spannend”, verspricht Jürgen Bergmann. In der „Zwergenschmiede” kann man richtig Krach machen. Der Clou ist ein „Schmiedefeuer”, und um das zu entzünden, müssen sich die Kinder ins Zeug legen. Da kann auch der Papa richtig anpacken.
In der „Zwergenschule” kann man etwas lernen. „Die Zwergenschule könnte auch Anlaufpunkt für Kindergärten sein”, sagte Bergmann.
Zudem gibt es einen Bereich, in dem geklettert werden kann. Alle Bereiche sind immer wieder erlebbar. Einen Spielplatz bis zum Ende komplett durchzuplanen, das gehe nicht, weiß der Chef des Unternehmens „Künstlerische Holzgestaltung”. Rutschen, Schaukeln und andere „normale” Spielmöglichkeiten werde es außerdem im gesamten Spielbereich in der Nähe des Felsenmeeres geben, sagte er. Ganz besonders ist auch eine überdimensionale Sitzgruppe, auf der Große ganz klein werden. Spuren eines Riesen ziehen sich über das Gelände. „Die Phantasie geht auf diesem Spielplatz auf die Reise”, so Jürgen Bergmann.
Wenn man von Deilinghofen kommt, ist der Niedrigklettergarten von weitem zu erkennen - durch ein Baumhaus mit Zipfelmütze. Wie gefesselt lauschte der Ausschuss Bergmanns Ausführungen. Fragen nach der Pflegeintensität der Materialien kamen auf, aber da konnte der Experte beruhigen. „Unsere Spielplätze halten genauso lange wie andere”, sagte Bergmann.
Ein 1000 Quadratmeter großer Wasserspielplatz wird an den Hausgärten entstehen. Die künstliche Wasserlandschaft mit Felsen als natürlichen Elementen ist großzügig. Auf großen Sandflächen kann gespielt werden. Wasserpumpen sind im Einsatz, und hier sollten Kinder keine Sonntagskleidung tragen. An durchlaufenden Wasserrinnen kann das Wasser gestaut werden. Spritzdüsen sorgen für Abkühlung. Im Sandbereich gibt es die beliebten Wackelwannen. Fast alle Bereiche sind mit dem Rollstuhl zugängig. Eltern haben auf den umliegenden Holzdecks und Wiesen die Möglichkeit zum Verweilen. Einerseits kann gepicknickt werden, andererseits haben sie ihren tobenden Nachwuchs im Auge.
Wichtig ist den Auschussmitgliedern, dass es genügend Schattenplätze gibt.
Der Ausschuss gab die Spielplätze am Donnerstag frei. Beide Spielplätze sollen ab August gebaut werden.
0mitdiskutieren