Dreitägiger Aufbau für dreistündiges Konzert

Konzert mit Peter Maffay im Sauerlandpark 2015: 7100 Fans waren dabei!
Konzert mit Peter Maffay im Sauerlandpark 2015: 7100 Fans waren dabei!
Foto: IKZ

Hemer..  Um 7 Uhr klingelt der Wecker, und einer der ersten, der am Freitagmorgen an das bevorstehende Event im Sauerlandpark denkt, ist Sebastian Jatzke. Er ist einer von rund 60 Helfern, die am Freitag gegen acht Uhr nach und nach die Pforten des Sauerlandparks durchqueren, um das Konzertereignis des Jahres – den Auftritt von Peter Maffay – vorzubereiten.

Aus der 2. Etage das Geschehen immer im Blick

Drei Tage lang haben bereits alle gerödelt, damit alles läuft, am letzten Tag kommt es vor allem auf die Feinabstimmung an. Koordinator und somit der „Mann mit dem Plan“ ist Reinhard Hartleif. Der Blick auf den Plan – für den Laien verwirrend. Aber Reinhard Hartleif hat den Überblick. Das Gespräch mit ihm findet während des Konzertes statt. Von seinem Büro in der zweiten Etage beobachtet er das Geschehen auf dem Blücherplatz, wo 7100 Fans Peter Maffay feiern, als gäbe es kein Morgen mehr. Hartfeif freut sich über die gute Stimmung, schaut aber mittlerweile auch ein wenig müde aus. Gerade setzen sich die Sanitäter in Bewegung, das heißt nichts Gutes. Und es kommt, wie es bei der Hitze kommen muss: Einige Gäste müssen auf Grund von Kreislaufproblemen versorgt werden. Sieben Rettungswagen des DRK stehen für den Ernstfall bereit.

Der Aufbau für das Event habe am Dienstag begonnen, so Hartleif. Vier 40-Tonner sind für den Aufbau in den Sauerlandpark gefahren – das gigantische Equipment wurde ausgeladen und an Ort und Stelle gebracht. Ein Riesenaufwand, der betrieben werden muss, damit eine tolle Show und auch ein reibungsloser Ablauf während des Konzertes gewährleistet ist. „Bühne, Licht, Ton, Video“, zählt Reinhard Hartleif auf, alles muss perfekt sein.

Während der Soundcheck läuft, ist ein Team dabei, Barrieren und Sperrzäune aufzubauen. Sicherheit wird groß geschrieben. Genau sind es 180 Barrieren und 80 Sperrzäune, die genau nach Plan aufgestellt werden müssen. Sebastian Jatze dreht etliche Runden mit dem Gabelstapler, setzt die Gitter ab, damit andere sie platzieren können. Der Schweiß läuft mittlerweile bei allen, und immer ist die Angst da, dass es am Abend regnet, so wie es der Wetterbericht hervorgesagt hat.

Getränkenachschub während des Konzertes beschafft

Vor dem Eingang treffen die ersten Fans mehr als drei Stunden vor Konzertbeginn ein, im Sauerlandpark positionieren sich so langsam alle. Alle – das sind unter anderem 36 Sicherheitskräfte, die auf dem Gelände nach dem Rechten sehen, die Gäste kontrollieren und dafür sorgen, dass die Fluchtwege frei bleiben. Die Freiwillige Feuerwehr ist vor Ort, genau wie Polizeibeamte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des THW. Das THW muss dafür Sorge tragen, dass es bei einem eventuellen Stromausfall dennoch auf dem großen Platz und auf den Parkplätzen Licht gibt. Die Parkplatzeinweiser kommen dieses Mal vom Woeste-Gymnasium.

Die Getränkewagen sind gut besetzt, doch schnell merken die Veranstalter, dass die Getränke nicht reichen werden – obwohl für gut 2000 Besucher mehr kalkuliert wurde. Nachschub wird herbeigeschafft, und am Ende des Konzertes ist sind die Getränkestationen fast leer getrunken. Die Ehrenamtlichen in den Keuco-Verkaufszelten haben gut zu tun.

Für das Konzert werden 40 zusätzliche Dixie-Toiletten aufgebaut, damit es an den festen WC-Anlagen nicht zu Mega-Staus kommt. Vom Fenster des 2. Stocks ist gut zu sehen, das abseits des Trubels immer mal wieder Wagen des Sauerlandparks unterwegs sind. „Zum Beispiel werden zwischendurch die Mülleimer geleert“, so Reinhard Hartleif, der bereits überlegt, wie schnell wohl die Besucher gleich vom Platz verschwunden sind. Die Trucks stehen schon vor dem Tor. So schnell es geht, werden sie an der Bühne andocken.

Nach Konzertende gehen die über 7000 Besucher voller Emotionen nach Hause, und im Park geht es noch mal rund. Um 3 Uhr endet für Sebastian Jatzke nach 19 Stunden und 18 gelaufenen Kilometern der ehrenamtliche Arbeitseinsatz. Und die Besucher tags drauf ahnen nicht einmal, was am Vortag los war. Kritik gibt es nach dem Konzert über das lange Einlass-Prozedere. Das haben die Veranstalter erkannt und geloben Besserung.