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„Sprache verbindet“

Deutsche Sprache ist die Grundlage

21.08.2011 | 14:25 Uhr
Deutsche Sprache ist die Grundlage

Hemer. Was vor zehn Jahren in Iserlohn in relativ kleinem Rahmen begann, ist mittlerweile ein Erfolg in ganz Nordrhein-Westfalen geworden. 14 Rotary-Clubs an Rhein und Ruhr haben das Projekt „Sprache verbindet“, das damals von den Iserlohner Rotariern gegründet worden waren, inzwischen auf ihre Städte übertragen. Am Samstag trafen sich die beteiligten Clubs erstmals zu einem Erfahrungsaustausch beim Hemeraner Unternehmen Keuco.

Oberstufen-Schüler besuchen im Rahmen des Projekts „Sprache verbindet“ als „Sprach-Scouts“ einmal wöchentlich Migrantenfamilien. Dort bringen sie den Kindern auf spielerische Weise die deutsche Sprache näher – durch Spiele, Ausflüge oder das gemeinsame Lesen eines Buchs. „Das Projekt ist zum Ende meines Präsidentenjahres langsam gestartet“, erinnert sich Initiator Jürgen Schwerter zurück. „Aber irgendwann erhielt es eine tolle Eigendynamik.“ Allein in Iserlohn betreuten die Scouts inzwischen 150 Kinder, in Hemer sind es rund 35.

Aus Wesel, Dortmund, Hamm oder Gütersloh kamen Gäste am Samstag zum ersten Erfahrungsaustausch. Mit Münster steht ein weiterer Rotary-Club kurz vor dem Start von „Sprache verbindet“, auch er schickte eine Abordnung.

Seit dem Beginn im Jahr 2001 hat sich „Sprache verbindet“ weiterentwickelt. So stellte Jürgen Schwerter zum Beispiel das Iserlohner Sonderprojekt an der Fachschule für Sozialpädagogik vor. Dabei schicken die Rotarier angehende Erzieher in Kindergärten. Die Auszubildenden vermitteln beim Spielen oder Kochen die deutsche Sprache. „Das ist eine Win-Win-Win-Situation“, sagte Schwerter. „Für die Studierenden der Fachschule, für die Kindergärten, und für die Kinder natürlich auch.“

In Dortmund hat in der vergangenen Woche bereits das zweite Sprachcamp begonnen. Dritt- und Viertklässler lernen in den Ferien zehn Tage lang spielerisch die deutsche Sprache. Schirmherr ist BVB-Profi Ilkay Gündogan, der das Camp auch feierlich eröffnete. „Das ist eine herrliche Sache für die Öffentlichkeitsarbeit“, schwärmte die Dortmunder Rotarierin Annette Feldmann.

Überzeugt von „Sprache verbindet“ zeigte sich am Samstag auch Antonietta Zeoli. Die Leiterin des Netzwerks der Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte rief die Rotarier auf, über die rund 600 Mitglieder ihrer Organisation bessere Kontakte an die Schulen zu knüpfen.

Die Clubs beschlossen am Samstag, sich in Zukunft besser zu vernetzen. Künftig soll der Erfahrungsaustausch einmal jährlich stattfinden, aber auch für die Zwischenzeit sollen Möglichkeiten gefunden werden, um enger in Kontakt zu bleiben. Denn eins steht fest. „Alle haben von dem Treffen unheimlich viel mitgenommen“, berichtete Jürgen Schwerter. So wurde unter anderem über die Auswahl der Scouts diskutiert. Sollte man als Club eine Auswahl treffen oder auf das eigene Zutrauen der Oberstufen-Schüler vertrauen? Auf diesem Feld verfahren die Clubs derzeit völlig unterschiedlich, durch den Erfahrungsaustausch ist man sich nun einander näher gekommen.

Jürgen Schwerter formulierte nach dem Treffen ein ehrgeiziges Ziel: „Wir möchten die Idee deutschlandweit verbreiten, damit jedes Kind bereits zur Einschulung so gut Deutsch kann, dass es dem Unterricht problemlos folgen kann.“

Das sei dann auch für die Gesellschaft enorm wichtig. „Denn wir können es uns nicht leisten, dass auch nur ein Kind wegen fehlender Grundlagen schon vor der Einschulung abgehängt ist“, sagte Jürgen Schwerter weiter.

Thorsten Streber



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