Das Messer in den Bauch gestochen

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Hemer/ Hagen..  Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Bluttat auf dem Bahntrassen-Radweg in der Innenstadt müssen sich zwei Jugendliche aus Hemer und Iserlohn wegen versuchten Totschlags und anderer Delikte vor dem Hagener Landgericht verantworten. Am kommenden Donnerstag beginnt der Prozess vor der ersten großen Jugendkammer. Da die beiden Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig waren, findet die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Tat hatte am 22. Oktober 2015 in der Innenstadt für Aufsehen gesorgt. Nach den damaligen Ermittlungen hatten sich zwei Gruppen von Jugendlichen eher zufällig auf dem Radweg des ehemaligen Bahnhofsgeländes getroffen. Zwischen ihnen hatte es bereits einige Tage zuvor einen Streit in einem Bus gegeben haben. Es kam zu Beschimpfungen und handfesten Streitigkeiten. Dabei soll der Iserlohner seinem Kontrahenten mit einem Faustschlag das Nasenbein gebrochen haben, woraufhin der Hemeraner ihm mehrere Messerstiche in den Oberarm versetzt haben soll. Ein zur Hilfe eilender Zeuge soll daraufhin durch den Hemeraner ebenfalls mit dem Messer attackiert worden sein. Dabei soll der Angeklagte nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dem Zeugen in den Bauch gestochen und dessen Tod billigend in Kauf genommen haben.

Fünf Verhandlungstage vor der Großen Jugendkammer

Die Verletzten schleppten sich bis vor die Eingangstür von McDonald’s, um Hilfe zu holen. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte leisteten Zeugen erste Hilfe. Der Jugendliche überlebte den Angriff. Noch während die Großfahndung der Polizei lief, meldeten sich an dem Abend die beiden Tatverdächtigen telefonisch bei der Polizei. Sie ließen sich in der elterlichen Wohnung festnehmen.

Die erste Große Jugendkammer als Jugendschwurgericht hat bislang fünf Verhandlungstage bis einschließlich zum 7. November anberaumt. Beide Angeklagte sind bereits geringfügig vorbestraft.