Das erste Endoprothetik-Zentrum im Kreis

Freuen sich über die jetzt erteilte Zertifizierung: (von links) Dr. Jörg Jäger, Dr. Helmut Laaß, Andrea Münx und Marino Maligoi.
Freuen sich über die jetzt erteilte Zertifizierung: (von links) Dr. Jörg Jäger, Dr. Helmut Laaß, Andrea Münx und Marino Maligoi.
Foto: Reinhard Köster

Hemer..  Die Paracelsus-Klinik ist längst über die Grenzen Hemers hinaus Anlaufstelle für Patienten, die sich ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk einsetzen lassen wollen. Fast 500 endoprothetische Operationen werden jährlich dort vorgenommen – für ein Haus dieser Größenordnung eine überaus stattliche Zahl. Doch dabei wird auf Klasse gesetzt und nicht auf Masse. Das hat die Klinik jetzt schriftlich: Als erstes Krankenhaus im Märkischen Kreis ist sie als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert worden.

Die zwei Väter dieses Erfolges sind die beiden Hauptoperateure Dr. Helmut Laaß und Dr. Jörg Jäger. Beide sind mit Praxen in Hemer und Menden zwar niedergelassene Fachärzte für Orthopädie, doch das steht ihrer überaus erfolgreichen Arbeit an der Klinik nicht im Weg. Im Gegenteil: Wer sich in der Paracelsus-Klinik ein neues Gelenk einsetzen lässt, kann sich, wenn er es wünscht, über den Krankenhausaufenthalt und die anschließende Reha hinaus von seinem Operateur persönlich in der Nachsorge betreuen lassen.

Im Bemühen um die Zertifizierung haben Dr. Laaß und Dr. Jäger mit dem Team der von Chefarzt Dr. Dietmar Rassek geleiteten Chirurgischen Abteilung sowie der Qualitätsmanagerin Andrea Münx zusammengearbeitet. Rund anderthalb Jahre hat es seit der Idee, sich dem Verfahren zu stellen, gedauert, bis Verwaltungsdirektor Marino Maligoi am Mittwoch offiziell die Zertifizierungsurkunde überreichen konnte. „Dass wir als erste Klinik im Kreis die Zertifizierung erhalten haben, macht uns natürlich besonders stolz“, so Maligoi.

Die spezielle Form der intensiven Zusammenarbeit zweier niedergelassener Ärzte mit einem Krankenhaus der Grundversorgung ist von den Prüfern ausdrücklich als vorbildlich gelobt worden. Dr. Jäger: „Die Experten haben die hohe Motivation der Mitarbeiter in allen am Zertifizierungsprozess beteiligten Bereichen hervorgehoben – im Operationssaal, der Anästhesie-Abteilung, auf den Stationen, bei der Physiotherapie und im Sozialdienst der Klinik.“

Alle Beteiligten wollen und dürfen sich aber nicht auf den frisch erworbenen Lorbeeren ausruhen, denn die Kriterien für die Auszeichnung werden jährlich von den Fachleuten der Zertifizierungsgesellschaft ClarCert überprüft. Und nach drei Jahren ist eine Rezertifizierung fällig, falls der Titel Endoprothetik-Zentrum nicht wieder entzogen werden soll.

Sowohl Dr. Jäger als auch Dr. Laaß haben natürlich die jüngst laut gewordene öffentliche Kritik, an der angeblich zu hohen Zahl von endoprothetischen Operationen in Deutschland registriert. Beide betonen deshalb, dass aus ihrer fachlichen Sicht ein künstliches Gelenk nach Physiotherapie, Medikamenten oder auch Akupunktur der Knorpelglättung nur letztes Mittel bei der Behandlungen ist. Dr. Laaß: „Bei uns wird niemand zu einer Operation überredet, die nicht notwendig und für ihn segensreich ist.“