COPD eine der häufigsten Todesursachen

Über 100 Ärzte und medizinisches Personal nahmen an der Fortbildung mit Vorträgen, Übertragungen aus dem OP-Saal und praktischen Übungen teil.
Über 100 Ärzte und medizinisches Personal nahmen an der Fortbildung mit Vorträgen, Übertragungen aus dem OP-Saal und praktischen Übungen teil.
Foto: IKZ

Hemer..  COPD - diese vier Buchstaben stehen für eine Krankheit, die vielen Bürgern namentlich unbekannt ist. „Es ist eine Volkskrankheit, eine der häufigsten Todesursachen“, sagt Dr. Franz Stanzel, Chefarzt der Lungenklinik in Hemer. Für das Jahr 2020 wird erwartet, dass die Erkrankung die dritthäufigste medizinische Todesursache sein wird, gleich hinter Schlaganfall und Herzerkrankungen.

Live-Übertragung aus den Operationssälen

Die Abkürzung COPD steht für die chronisch-obstruktive Bronchitis mit und ohne Lungenemphysem (Überblähung der Lungenbläschen) auf Englisch: chronic obstructive pulmonary disease. Chronisch heißt, dass die Krankheit für immer bleibt. Obstruktiv bedeutet, dass die Atemwege verengt sind. Über 80 Prozent der COPD-Patienten sind Raucher oder ehemalige Raucher. An dieser Erkrankung zeigte sich in den vergangenen Tagen bei einer Fortbildung in der Lungenklinik beispielhaft, wie groß die Fortschritte in der Medizin sind. „Es geht um eine Verbesserung der Lebensqualität“, so Dr. Stanzel. Da der Patient sich wegen Atemnot nicht belasten kann, gehört zu den möglichen Eingriffen die Lungenvolumenreduktion. Was früher ein riskanter chirurgischer Eingriff war, wird jetzt meist endoskopisch vorgenommen.

Die neuen Möglichkeiten und Methoden waren ein Thema des 16. Workshops „Thorakale Endoskopie“, an dem an drei Tagen über 100 Ärzte und medizinisches Personal teilnahmen. Die Hemeraner Lungenklinik bietet im jährlichen Wechsel mit der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg den einzigen großen Workshop für das komplette Spektrum der thorakalen Endoskopie. Dabei stehen nicht nur Vorträge der prominentesten Referenten aus der Endoskopie im Mittelpunkt, sondern auch die praktische Arbeit. So wurden am Freitag endoskopische Eingriffe aus zwei Endoskopie-Sälen live in den großen Saal übertragen. Durch die endoskopischen Minikameras konnten die Zuschauer alles wie der Operateur sehen. Am Samstag folgte dann der praktische Teil mit dem Einsatz neuer medizinischer Geräte an Puppen und Übungsmodellen.