Blasmusik ohne Kitsch mit einem Klang wie warmer Samt

Die Sauerländer Wirtshaus-Musikanten spielten im Mettgenpin
Die Sauerländer Wirtshaus-Musikanten spielten im Mettgenpin
Foto: IKZ

Hemer..  Da dürfte sich so manch einer wie in Bayern oder Tirol gefühlt haben, als die „Sauerländer Wirtshaus-Musikanten“ am Pfingstmontag im Mettgenpin zu den Instrumenten griffen und aufspielten, als gäbe es ihr Quartett schon seit ewigen Zeiten. Dabei haben sich Michael Maiworm (Flügelhorn), Peter Dembler (Bassflügelhorn), Rainer Kick (Tuba) und Johannes Alberts erst vor einigen Monaten zusammengetan, um in dieser ungewöhnlichen Besetzung alpine Blasmusik zu pflegen.

Und offenbar gibt es für diese Art von ehrlicher Volksmusik, die ohne den sonst üblichen Kitsch und aufdringliche Busserl-Freundlichkeit daherkommt, auch hierzulande Bedarf, denn das Mettgenpin platzte beinahe aus allen Nähten. Nach über zwei Stunden hatte das Publikum noch immer nicht genug, und forderte Zugaben.

Ließe sich das Gegenteil von „schrill“ mit einem einzigen Adjektiv benennen, so würde dieses perfekt auf die Wirtshaus-Musikanten passen. Die beiden Flügelhörner, die Tuba und das Akkordeon mischen sich zu einer Klangfarbe wie Samt, die auch Ohren schmeichelt, die eigentlich keine Blasmusik gewohnt sind. Und da das Quartett rein akustisch spielt, also auch dort auftreten kann, wo es keine Steckdose gibt, ist auch die Lautstärke eine gemütlich-fröhliche Atmosphäre zugeschnitten.

Die nächste Gelegenheit, die „Sauerländer Wirtshaus-Musikanten“ zu hören, gibt es am Fronleichnamstag ab 14 Uhr im Café Halle in Hagen. Aber auch in Hemer haben sie am Pfingstmontag ganz bestimmt nicht zum letzten Mal gespielt.