Bessere Startchance in der Schule

Sprachförderung an der Freiherr-vom-Stein Schule und Kindertagesstätten
Sprachförderung an der Freiherr-vom-Stein Schule und Kindertagesstätten
Foto: IKZ

Hemer..  Wenn Konrad Känguru hüpft, dann vergisst Bensu seine Scheu vor der deutschen Sprache und erzählt spielerisch. Auch Rita Rennmaus erleichtert Arda die Aussprache deutscher Wörter. Die beiden Handpuppen und Kinder gehören zu einem besonderen Sprachförderprojekt in Sundwig, das jetzt durch das Bildungsbüro prämiert worden ist.

„Übergangsgestaltende Sprachförderung“ heißt es im Behördendeutsch. Ein halbes Jahr vor der Einschulung üben Kinder mit Migrationshintergrund und sprachlichen Defiziten in kleinen Fördergruppen spielerisch die deutsche Sprache. Begleitet werden sie dann auch weitere sechs Monate im ersten Schuljahr. Die Kindertagesstätten Bärenbande, St. Bonifatius und Kastaniennest kooperieren so mit der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Spielerisch wird diedeutsche Sprache geübt

In Absprache mit den Erzieherinnen werden zurzeit zwölf Kinder in zwei Kleingruppen von den Lehrerinnen Marie-Theres Bauer und Hildegard Nehrenberg aus der Freiherr-vom-Stein-Schule intensiv gefördert. „Es wird gespielt, gesungen, gebastelt, vorgelesen“, sagt Marie-Theres Bauer, Konrektorin der Sundwiger Grundschule, über das zweimal wöchentliche Angebot. Es ist freiwillig, viele Eltern sind glücklich über die Unterstützung. Momentan werden Kinder mit türkischen Wurzeln gefördert, aber es gab auch schon Kinder mit spanischem, indischen oder bulgarischem Familienstammbaum. „Manche sind mündlich richtig gut, manche trauen sich nicht zu sprechen“, berichtet sie. Die kleinen Sprachfördereinheiten sind abwechslungsreich gestaltet und enthalten Wahrnehmungsübungen, freies Erzählen, Erzählen zu Bildern, die Festigung von Satzmustern und grammatischen Strukturen.

Das Projekt befindet sich noch in der Erprobungsphase, doch aus dem ersten Jahrgang gibt es bereits viele positive Erfahrungen. „Es ist wichtig vor der Schule anzufangen. Den Kindern wird die Schwellenangst genommen, sie haben eine ganz andere Einstellung zur Schule. Kinder, die diese Gruppen durchlaufen, haben bessere Startchancen in der Schule“, bilanziert Marie-Theres Bauer. Daher soll die Sprachförderung in das Schulprogramm aufgenommen werden.

Unterstützung hat das Projekt auch durch das Bildungsbüro MK erfahren. Im Wettbewerb „Hand in Hand - Sprache verbindet elementar“ gab es einen Geldpreis in Höhe von 750 Euro. Mit dem Geld konnten die Kindertagesstätten und die Grundschule neues Fördermaterial anschaffen, so Bildkarten für ein Erzähltheater und eben auch Känguru und Rita, die beliebten Handpuppen für spannende Erzählungen und Erlebnisse.