Aufwendiges Stimmenzählen gegen das Turbo-Abi in NRW

Maria Schlager-Fritsch, Ruth Zumbroich, Gregor Schmitz und Bernhard Knauel kontrollieren die Stimmzettel der Volksinitiative „G9-jetzt-NRW“
Maria Schlager-Fritsch, Ruth Zumbroich, Gregor Schmitz und Bernhard Knauel kontrollieren die Stimmzettel der Volksinitiative „G9-jetzt-NRW“
Foto: IKZ

Hemer..  Zwar unterrichten sie nicht mehr aktiv, aber nach jahrzehntelanger Arbeit als Vollblutpädagogen liegen ihnen junge Menschen immer noch sehr am Herzen. Und „G8“ bringt sie nicht nur „auf die Palme“, sondern gemeinsam an einen Tisch, um Stimmen zu zählen. Die ehemaligen Woeste-Lehrer Gregor Schmitz, Maria Schlager-Fritsch, Ruth Zumbroich, Gottfried Pielhau und Bernhard Knauel (ehemals Märkisches Gymnasium Iserlohn) engagieren sich für die Volksinitiative „G9-jetzt-NRW“.

Alle Unterschriften müssen kontrolliert werden

Landesweit haben vor allem besorgte Eltern und Lehrer als Gegner des auf acht Jahre verkürzten Bildungsgangs am Gymnasium im vergangenen Jahr engagiert Unterschriften gesammelt und haben die erforderliche Zahl von 66 322 um mehrere Tausend Unterschriften deutlich überschritten.

Aber der Gesetzgeber hat für diese Form der Bürgerbeteiligung nach NRW-Landesrecht hohe Hürden aufgestellt: Alle Listen müssen von den Verwaltungen darauf überprüft werden, ob die unterzeichnende Person in der Kommune wahlberechtigt ist.

Während für dieses Verfahren noch etliche Listen auf dem Postweg im Lande unterwegs sind, werden die schon eingegangenen gezählt; ungültige Stimmen wegen unvollständiger Angaben, fehlender Unterschrift, wegen noch nicht erreichten Wahlalters, Doppeleinträge werden aussortiert. Bis zum 11. April müssen alle kontrollierten Listen bei der Elterninitiative in Siegen eingegangen sein.

„Zum Glück können wir uns jetzt im Ruhestand ohne Unterricht, ohne Korrekturen von Heftstapeln, ohne Konferenzen, ohne individuelle Beratung und Unterstützung von Schülern und Eltern die Zeit dazu nehmen, die G9-jetzt-Initiative tatkräftig zu unterstützen. Denn auch wir haben mit unserer langjährigen Erfahrung die G8-Entwicklung schon in unserer aktiven Zeit als Fehlentwicklung kritisiert“; sagt Maria Schlager-Fritsch.

Die aktuell geplante Erlassänderung für eine G8-Optimierung durch das Schulministerium hält Gregor Schmitz nicht für ausreichend. „Denn der mehrheitliche Wunsch nach einer Rückkehr zu G9 (aktuell mit 76 Prozent für NRW von Forsa repräsentativ belegt) auf der Grundlage konkreter Erfahrungen von Eltern, Schülern, Lehrern, Ärzten und Professoren darf nicht einfach so wie bisher ignoriert werden“, betont er.

Nach aktuellem Stand der Stimmenauszählung geht die G9-Initiative davon aus, dass sich der NRW- Landtag diesem Bürgerentscheid bald stellen muss.