Auf der Hardthöhe eine neue Heimat gefunden

40 Jahre Hardthöhe: Straßenfest in Apricke
40 Jahre Hardthöhe: Straßenfest in Apricke
Foto: IKZ

Deilinghofen..  Die Hardthöhe in Bonn ist als erster Dienstsitz des Bundesverteidigungsministeriums bekannt, aber auch Hemer hat eine Hardthöhe, die eher verborgen liegt, aber wohl wegen der ehemaligen militärischen Nachbarschaft am Standortübungsplatz so heißt. Vor 40 Jahren wurden oberhalb von Apricke sieben Häuser gebaut. Die Straße, an der diese seitdem stehen, heißt Hardthöhe.

Gute Nachbarschaft wird nicht nur beim Straßenfest gepflegt

Heute, im Jahr 2015, sind fünf der Häuser immer noch von den Bauherren bewohnt. Elfriede Hubbert erinnert sich trotz der vielen Arbeit gerne an die Bauzeit Mitte der 1970er Jahre: „Es war eine sehr anstrengende Zeit, als wir hier gebaut haben.“ Der Einsatz hat sich aber gelohnt. Denn nicht nur in den Häusern fühlen sich die Anwohner wohl. Im Laufe der Zeit sind richtige Freundschaften an der Hardthöhe entstanden, wie auch Waltraud Marquardt bestätigt: „Man hilft sich immer, man hat Vertrauen zueinander.“ Außerdem ist es Tradition geworden, alle zehn Jahre ein Straßenfest zu feiern. Vergangenes Wochenende war es wieder soweit.

Am Samstagabend traf sich die Nachbarschaft auf dem Grundstück von Heinz Fuchs, in und vor der geschmückten Garage der Hausnummer 7. Bereits am späten Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen, abends wurde bei angenehmen Temperaturen der Grill angeschmissen. Und damit auch die Anwohner der anliegenden Straßen wussten, was auf dem Fuchsschen Grundstück passiert, prangte vor dessen Einfahrt der Schriftzug „Hardthöhe wird 40“. Diesen hatte Silke Marquardt, Tochter von Waltraud, gebastelt. Am Feiertag selbst konnte die Lehrerin, die mittlerweile in Hessen lebt, allerdings nicht teilnehmen. „Trotzdem ist sie auch heute irgendwie bei uns“, so Mutter Waltraud.

Günther Hainke, Vorsitzender der Ortsvereinigung des Bauernverbands der Vertriebenen Iserlohn-Hennen, war am Samstag nach Apricke gekommen. Er hielt einen Vortrag über „die Heimat“, denn: Die Häuser an der Hardthöhe wurden allesamt von Vertriebenen gebaut. Auch deswegen dürfte das Verhältnis untereinander so gut sein. Neben den Straßenfesten im 10-Jahres-Interval ist es außerdem gute Tradition, runde Geburtstage und andere Anlässe, wie zum Beispiel Goldhochzeiten, zusammen zu feiern.