Architekten: Holzturm für den Jüberg ist ,,keine Kopie"
28.08.2008 | 18:30 Uhr 2008-08-28T18:30:00+0200
Hemer.Die Stuttgarter Architekten des Holzturmes für den Jüberg wehren sich ganz entschieden gegen den Plagiatsvorwurf aus Warstein. Architekt Stephan Birk bezeichnet die Vorwürfe als „nicht nachvollziehbar”, zumal Hemers Entwurf sich in Filigranität und Aufbau deutlich vom Lörmecketurm unterscheide
Von Einzigartigkeit des Warsteiner Turmes könne keine Rede sein, Türme in Form von Hyperboloiden gebe es zigfach auf der Welt, betont Birk. Das Konstruktionsprinzip geht nämlich auf einen der herausragenden Konstrukteure des 19. Jahrhunderts, Wladimir Schuchow, zurück. Seine innovativen Stahlnetz- und Holztürme kennt jeder Ingenieur aus dem Studium. Am bekanntesten ist wohl der Schuchow-Radioturm in Moskau. „Aufgrund ihrer besonderen Eleganz haben hyperbolische Türme in den Städten, in denen sie gebaut wurden, meist den Rang einer Sehenswürdigkeit”, schreibt Wikipedia.
Diese Form eines Hyperboloiden haben die Stuttgarter Architekten weiterentwickelt, für Hemer einen schlanken Fuß und eine breite Schulter konstruiert. Am Ende der Himmelsleiter beginnt der Turm mit schlankem Fuß und wird nach oben hin breiter, dort wo am meisten Platz für die spektakuläre Aussicht benötigt wird. Der Jübergturmentwurf besteht aus einem unverwechselbaren, filigranen Stabwerk aus Holz. Die Warsteiner Planungen seien ihnen bei der Wettbewerbsausschreibung im März nicht bekannt gewesen. Wenn es um die Kopie eines Konstruktionsprinzips gehe, dann dürfte auch nie wieder ein Hochhaus in Stahl und Glas gebaut werden, denn es gebe ja schon eins, so Stephan Birk. „Es steckt unendlich viel Herzblut in unserem Turm für Hemer”, zeigen sich die Architekten verärgert über die Warsteiner Kampagne gegen den dritten Preisträger. Hier werde bewusst Einfluss auf die Abstimmung der Bürger genommen. Die Stuttgarter Architekten behalten sich rechtliche Schritte gegen den Vorwurf, der Holzgitterturm am Jüberg sei eine „Kopie” des Warsteiner Turmes, vor.
Am Freitag will die Sparkassen-Stiftung nach intensiven Beratungen die vier überarbeiteten Entwürfe für den Jübergturm vor (wir berichten). Ab Montag können die Bürger dann über ihren Favoriten entscheiden.
10:40
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10:40
DER TURM - Symbol der (Un)einigkeit.
Hoch droben über der Gartenschau,
schweift der Blick über das Blumenmeer,
hoch droben über der Gartenschau,
genießt der Blick die Ruhe neben einem Felsenmeer.
Die Gartenschau ist vorbei,
geblieben ist ein Turm,
es geht durch die Stadt ein Aufschrei,
in der Planung steckte der Wurm.
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Ich finde es merkwürdig, welche Gedankengänge zur Diskusion kommen. Schönheit, Kosten, Brandschutz. Sicherlich ganz wichtige Themen, über die sich Gedanken machen lohnt. Doch eines sollten wir alle nicht vergessen: DIE LANDESGARTENSCHAU KOMMT UND GEHT AUCH WIEDER! Und zur Planung und Durchführung gibt es Fachleute.
Wir Bürger sind eingeladen abzustimmen. Wir dürfen unsere Pflicht als Bürger nicht vergessen. Wir dürfen den Ausführenden, den Planern, den Spendern und den Durchführenden nicht uneingeschränkt Steine in den Weg legen und somit etwas Verzögern oder Verhindern wollen, was der Stadt etwas geben soll.
Unser Bürgermeister Michael Esken hat es bei dem ersten Sturm der Bürger gegen den Betonklotz nach den schweizer Entwürfen eindeutig klärend gesagt. Der Turm ist und bleibt das I-Tüpfelchen der Landesgartenschau. Was passiert eigentlich, wenn die Landesgartenschau irgendwann nicht mehr ist? Es bleibt der Turm! Über mehrere Jahre oder auch Jahrzehnte. Und es bleibt das Felsenmeer. Das einige Wahrzeichen der Stadt Hemer. Da bietet sich die Kombination Turm/Felsenmeer nun einfach an. Die Landesgartenschau wäre dann das I-Tüpfelchen.
Der Mensch kommen von Nah,
beherzt zu schauen, was man dem Bürger bietet.
Die Menschen kommen von Fern,
beherzt zu schauen, was die Bürger den Besuchern bieten.
Die ganzen Vorverhandlungen über pro und contra liegen heute schon wie Blei im Herzen der Stadt Hemer. Hier wird jedes Detail klein getreten. Die meisten wissen nicht einmal bewußt, welche Symbolkraft dieser Turm hat. Viel mehr müssen wir unseren Entscheid darauf hin prüfen, was wir daraus machen können. Ist die Laga vorbei, bleibt der Turm.
Iserlohn hat auch einen Turm, den Danzturm. Dort fährt man im Winter schlitten. Im Sommer feiert man unter dem Turm mit Livemusik. Tolle Sache - könnten wir auch machen (mit unserem Bürgermeister kein Problem!)
17:35
Also, Herr Niggemann, dann bauen wir doch einen Leuchtturm (mit Beleuchtung)!!
14:56
Der einzige Wettbewerbsbeitrag, der erstaunlich innovative Qualitäten verspricht, ist für mich der zweite Preis:
Das muß ein tolles Erlebnis sein, ihn zu besteigen oder zu besitzen... In jeder Etage kann man rasten und ausschauen - immer höher - und ganz oben, besonders für Kinder, die Gelegenheit zur Mutprobe.
Eine Vielzahl von Ideen, integriert in einem Turm wirklich neuer Typologie. Ein auf-jeder-Etage-Aussichtsturm.
Die leichte Konstruktion ist preiswert in der Erstellung und im Unterhalt, besitzt dazu eine nachhaltig positiv identitätsstiftende Fernwirkung. Dieser Turm ist nicht nur eine mühsam mit Funktionen gefüllte statische Hülle, sondern die intelligente Integration von Funktion und Konstruktion.
Warum machen die Hemeraner nicht einfach mal Baugeschichte und trauen sich, den wirklich besten Turm zu bauen?
21:47
Nachtrag: Den Lörmecke habe ich alleine gar nicht gefunden. Erst ein Freund aus dem Hochsauerland hat mir den weg dorthin gezeigt. Also ein Wunder, dass er als Touristischer Anziehungs- und Aussichtspunkt angenommen wird. Hinweisschilder suchte ich vergebens.
Unseren Turm kann man schon von weitem sehen und ihn gut erreichen...!
21:42
Ich finde den Entwurf des Architekten Birk im Vergleich zu den anderen Vorschlägen von Anfang an schön und für Hemer und seinen vorgesehenen Standort als den geeignetesten. Ich habe mir den Lörmecketurm vor kurzem angeschaut, um mir das Bauwerk einmal anzusehen und einen Vergleich für meine persönliche Entscheidung in der Turmwahl zu treffen. Der Lörmecketurm ist auch schön.
Türme gibt es aber wie Hochhäuser nunmal in vielen Varianten und man kann einen Turm halt nicht neu entdecken. Von Pisa haben wir allemal gelernt, die Türme gerade zu errichten und dafür Sorge zu tragen, dass sie sich nicht zur Seite neigen. Und wenn, die Leute kommen trotzdem in Scharen, um ihn zu sehen.
Mein Entschluss steht fest und ich werde auch über den Turmbau abstimmen. Egal, ob es in Warstein einen ähnlichen Turm gibt oder nicht. Soll der Warsteiner Bürgermeister doch meckern. Er hat eben keine Landesgartenschau, da ist Neid halt vorprogrammiert... Ätsch...! ;-)
21:22
Hätte der Warsteiner Bürgermeister geschwiegen, wäre der Turm nicht interessant geworden. Jetzt ist er interessant und hat daher gute Chancen gewählt zu werden. Tolles Eigentor aus Warstein.