Ampel-Optimierung verschoben

Dieses Schild wird demnächst abgenommen, denn die weitere Durchfahrt über den Höcklingser Weg wird gestattet.
Dieses Schild wird demnächst abgenommen, denn die weitere Durchfahrt über den Höcklingser Weg wird gestattet.
Foto: IKZ

Hemer..  Aufgeschoben aber nicht aufgehoben: Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr hat am Mittwoch nach ausgiebiger Diskussion die Optimierung der Ampelschaltung auf der innerstädtischen Achse Im Ohl/Bahnhofstraße/Hauptstraße zurückgestellt. Eigentlich hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Neuberechnung der Ampelphasen aufgrund einer Zählung der Verkehrströme im Februar dieses Jahres jetzt durch ein auswärtiges Ingenieurbüro vornehmen zu lassen. Kostenpunkt: 15 000 Euro. Anschließend sollte – so der ursprüngliche Plan – auf der Urbecker Straße eine „unechte“ Einbahnstraßenregelung versuchsweise eingeführt werden, falls die Auswirkungen der Optimierung nicht dagegen sprächen. Unecht bedeutet, dass lediglich der Durchgangsverkehr von der B7 in Richtung Innenstadt in Höhe des ehemaligen „Bären“ abgebunden wird und stattdessen die Einbahnregelung im Höcklingser Weg gedreht, also das Durchfahren von oben nach unten verboten wird.

Vor allem Wolfgang Römer (CDU) mochte sich mit dieser Reihenfolge der Maßnahmen nicht anfreunden, äußerte sogar grundsätzliche Zweifel an der Wirksamkeit („gibt es da überhaupt noch was zu optimieren?“). Römer schlug vor, die Optimierung der Ampelschaltung nicht allein auf Basis der Daten aus dem Februar vorzunehmen und nicht nur externen Fachleuten zu überlassen („Wir haben schließlich auch unsere eigenen Erfahrungen“). Laut Römer sei für die Verkehrssteuerung in der Innenstadt eine „ganzheitliche“ Lösung vorzuziehen, in die auch andere Überlegungen einfließen sollen – auch die Erkenntnisse aus dem Versuch der neuen Einbahn-Regelung auf Urbecker Straße und Höcklingser Weg. Allerdings sieht auch Römer Eile geboten. So soll mit den Beratungen nach den Sommerferien begonnen werden und vielleicht die Optimierung der Ampelschaltung noch in diesem Jahr erfolgen.

Der Leiter des Planungsamtes, Christian Schweitzer, warnte allerdings vor zu großen Erwartungen. Das Grundproblem sei die Menge der Fahrzeuge, die durch die Innenstadt rollt. „Diese Zahl wird nicht geringer, es sei denn, man schafft Entlastungsstraßen oder die Verkehrsteilnehmer wechseln auf andere Verkehrsarten wie Busse oder Fahrräder.“

Note „Mangelhaft“ fürdie jetzige Situation

Für die GAH brach Josef Muhs eine Lanze für die Optimierung: „Selbst wenn das Ergebnis nur befriedigend ausfällt, wäre das doch eine gute Note. Der jetzigen geben die Bürger höchstens ein Mangelhaft.“ Knut Kumpmann (UWG) schlug im Vorgriff auf die demnächst anstehenden Detailberatungen vor, die Höchstgeschwindigkeit in der Innenstadt auf Tempo 30 zu beschränken, um einen stetigeren Verkehrsfluss zu erreichen.

Am Ende brachte es der Verwaltungsvorschlage der sofortigen Optimierung auf lediglich fünf Stimmen, für den Römer-Vorschlag votierten acht Ausschussmitglieder, übrigens quer durch alle Fraktionen. Die Neuregelung auf Urbecker Straße und Höcklingser Weg ist damit beschlossene Sache.