Abschied vom Alten Amtshaus nach 36 Jahren

Beigeordneter Guido Forsting (v.r.), Musikschulleiter Martin Niedzwicki und Musiklehrer Ralph Schulte freuen sich auf das neue Domizil der Musikschule.
Beigeordneter Guido Forsting (v.r.), Musikschulleiter Martin Niedzwicki und Musiklehrer Ralph Schulte freuen sich auf das neue Domizil der Musikschule.
Foto: IKZ

Hemer..  Sein Herz hängt am Alten Amtshaus und doch ist die Freude auf das neue Domizil am Sauerlandpark groß. „Ich träume nachts schon von Kisten“, sagt Musikschulleiter Martin Niedzwicki. Er hat seit Tagen Klarinette und Klavier gegen Zollstock und Pappkartons ausgetauscht, denn die Vorbereitungen für den Umzug der Musikschule an den Nelkenweg laufen auf Hochtouren. Ende März wird das seit 1979 angestammte Domizil am Hemer Amt geräumt.

Nach der Naphthalin-Sanierung des ehemaligen Kasernenblocks wird die Musikschule den kompletten rechten Gebäudetrakt auf drei Etagen beziehen. Rund 240 000 Euro sind in den vergangenen Monaten in den Umbau der Schulungsräume investiert worden, vor allem in den Lärm- und Schallschutz. Jetzt fehlt nur noch die Endreinigung.

20 moderne und helle Unterrichtsräume

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Martin Niedzwicki beim Rundgang durch seine künftige Musikschule. Mit 20 Räumen ist die Gesamtfläche am Nelkenweg geringer, bietet dafür aber moderne, helle und teilweise auch größere Räume. Weiße Wände, große Fenster und sonnengelbe Böden sorgen für eine freundliche Atmosphäre. Die wichtigste Investition galt den Akustikdecken, die den Hall deutlich reduzieren. „Hier steht der Schrank, daneben das Klavier, hier sitzt Ralph Schulte“, die Aufteilung hat Martin Niedzwicki genau im Kopf. „Ich warte schließlich seit 2009 darauf“, betont er. Vor der Landesgartenschau hatte es erste Planungen für das Kulturquartier gegeben, das jetzt mit VHS, Musikschule, Stadtarchiv und Lebenshilfe Konturen annimmt.

Im Alten Amtshaus habe sich die Musikschule immer wohl gefühlt, blickt Niedzwicki auf die über drei Jahrzehnte zurück. Unvergessen seien beispielsweise die schönen Flurkonzerte. Doch gerade solche Konzerte konnten seit Jahren aus Brandschutzgründen nicht mehr stattfinden, der große Saal blieb ungenutzt. Der große Investitionsstau hat zudem zu immer mehr Mängeln geführt.

Das Gebäude am Nelkenweg behebt jetzt nicht nur die technischen Mängel, sondern bietet mit Fahrstuhl einen barrierefreien Zugang, zahlreiche Parkplätze und die Nähe zu großen Veranstaltungsflächen. Aber auch eine eigene Konzertmöglichkeit gibt es im 94 Quadratmeter großen Saal, der für Kammerkonzerte oder Schülervorspiele mit rund 60 Zuhörern genutzt werden soll. „Endlich wieder ein Saal für unseren Konzertflügel“, freut sich Martin Niedzwicki.

Dieser gut 300 Kilogramm schwere Flügel wird auch das größte Umzugsteil sein. Hinzu kommen 120 Gitarren, 60 Violinen, 11 Klaviere, ungezählte Blockflöten, Orffsche Instrumente, um nur einige zu nennen. 120 Kisten mit Büchern und Material sind schon gepackt. Ab dem 23. März fällt der Unterricht aus, alles weitere wird dann eingepackt. Am 25. und 26. März wird das Umzugsunternehmen das Amtshaus leerräumen. In den dann folgenden Osterferienwochen wird am Nelkenweg eingeräumt, damit der Unterricht am 13. April wieder beginnen kann.

Förderverein ermöglichtviele Neuanschaffungen

Den Großteil des Inventars nimmt die Musikschule mit. Viele Neuanschaffungen, für die die Stadt in der Haushaltssicherung kein Geld hätte, ermöglicht der Förderverein. 15 neue Instrumentenschränke, Notenpulte, Gesangsanlage, Stereoanlagen und ein Drumset gehören dazu. „Es ist eine ganz wichtige Unterstützung“, dankt Beigeordneter Guido Forsting den Förderern für die über 20 000 Euro.

Eine gute Nachricht hat Forsting auch noch für die bislang beklagte dezentrale Lage des Kulturquartiers: Zum Fahrplanwechsel im Herbst 2016 wird die MVG eine Buslinie zum Sauerlandpark führen.