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Dienstjubiläum

Zufrieden auf der ganzen Linie

03.08.2010 | 21:06 Uhr
Zufrieden auf der ganzen Linie
Michael Beck, Erster Beigeordneter der Stadt und Kämmerer, feiert 25-jähriges Dienstjubiläum.

Heiligenhaus.Als Kämmerer muss man Nein sagen können, Verzicht üben. „Manchmal mehr, als einem lieb ist“, sagt Michael Beck. Aber bei einer Sache kann der 41-Jährige einfach nicht widerstehen – und das ist Marzipan.

Da wird der sonst so hart kalkulierende Mann schwach. „Ich muss einfach zugreifen“, schmunzelt er und lässt sich ein Stück „Velberter Schrott“ schmecken. Eine ganz neue Erfahrung, denn die Schokoladen-Spezialität aus der Nachbarstadt kannte er bislang noch nicht. Das Päckchen mit dem kalorienhaltigen Inhalt hat er von Vertretern der VHS geschenkt bekommen – zum 25-jährigen Dienstjubiläum.

Kaum zu glauben, der Mann mit dem spitzbübischen Lächeln, soll schon ein viertel Jahrhundert im öffentlichen Dienst sein? „Ja, das macht mich schon nachdenklich“, fängt er an zu sinnieren, lächelt aber gleich wieder und stellt fest: „Was anderes kam aber eigentlich nie in Frage.“ Obwohl er familiär eher feuerwehrtechnisch geprägt war und auch eine Lehrstelle bei einem Radio- und Fernsehtechniker in Aussicht stand, entschied sich der Realschüler Michael Beck mit seinen 16 Jahren für eine Laufbahn im nichttechnischen Dienst in der Heimatstadt Solingen. Aber wen wundert’s? Schließlich hatte er schon als Kind gerne Papier abgestempelt und damit wohl das wesentliche Rüstzeug einer Behörde bereits verinnerlicht.

Der Feuerwehr blieb er als freiwilliger Helfer trotzdem treu, wurde alsbald in der Verwaltung auch beruflich mit dem zivilen Katastrophenschutz betraut. Eine Aufgabe, die er im Übrigen auch in Heiligenhaus versieht, wenn der erste Bürger der Stadt verhindert ist. „Akut geworden ist das nur einmal, beim Unwetter vor zwei Jahren“, erinnert sich Beck noch an rasende Wassermassen in Hetterscheidt. Doch solche Szenarien werden immer wieder durchgespielt, für den Fall der Fälle. Aktuell für das Jugendkulturcamp im Paradies. „Einige unsichere Bäume mussten wir fällen“, merkt er an. Das Wohl und die Sicherheit der internationalen Gäste liegen ihm am Herzen. Wie überhaupt die Stadt Heiligenhaus.

Seit sechs Jahren versieht er hier seinen Dienst, damals als bester Kandidat einer Unternehmensberatung dem Rat empfohlen. Seine Person war nicht unumstritten, weiß er. Was inzwischen längst kein Thema mehr ist. Außerdem: Er habe eine gute Mannschaft, lobt der Dienstjubilar die Mitarbeiter im Rathaus und gesteht deshalb: „Ich habe eine hohe Zufriedenheit.“

Die gut 20-minütige Fahrt zur Familie in Solingen (Frau und vier Kinder zwischen 17 und fünf Jahren) brauche er allerdings schon, um abzuschalten. Denn die Doppelaufgabe Dezernent (Soziales, Jugend und Schule) und Kämmerer – das ist nicht immer in Einklang zu bringen.Was man auf der einen Seite als notwendig erachte, sei auf der anderen Seite finanziell nicht leistbar. „Ich versuche, diesen Spagat hinzukriegen.“ Besonders ärgere es ihn, wenn aus Berlin dazu noch Beschlüsse kommen, die den Kommunen weitere Ausgaben aufbürden.

Wie gut, dass es da die entspannende Autofahrt gibt. Oder so ein Ventil wie den Karneval. Bei dieser Gelegenheit in eine andere Rolle zu schlüpfen, macht dem Kämmerer Spaß – mal als Wikinger, Pirat oder Musketier. Das blaue Helden-Kostüm mit dem feschen Hut hängt übrigens noch im Schrank. In ein paar Jahren will er es noch mal tragen. Schließlich soll sich die Investition lohnen. Da ist Beck ganz der kalkulierende Rechner. Nur bei den Kalorien, da sollte er aufpassen. Zuviel „Velberter Schrott“ bleibt auf den Hüften. . .

Petra Treiber

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