Zoll deckt in Heiligenhauser Gastronomie Verstöße auf

Mindestlohn und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Immer wieder auch ein Thema im gastronomischen Bereich.
Mindestlohn und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Immer wieder auch ein Thema im gastronomischen Bereich.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Zehn Gastronomien wurden von zehn Beamten genau geprüft. 32 Personen wurden kontrolliert, vierzehn Verfahren eingeleitet.

Heiligenhaus..  Zehn Zollbeamte, zehn Einsatzorte, vierzehn Delikte: Am Donnerstagabend kontrollierten Mitarbeiter des Düsseldorfer Hauptzollamts die Heiligenhauser Gastronomiebetriebe auf Verstöße gegen den Mindestlohn, die Sozialversicherungspflicht und auf Schwarzarbeit. Und sie konnten auch welche feststellen.

Das Auftreten der Zollbeamten bleibt in einer Kleinstadt wie Heiligenhaus nicht unbemerkt. „Am nächsten Tag wurde ich oft angesprochen, was denn da los war“, berichtet Thums-Chef Andreas Fischbach. Los war eine stichprobenartige Kontrolle, berichtet Zollpressesprecher Michael Walk: „Dazu gehen wir unangekündigt in Betriebe und überprüfen die Unterlagen. Und wir kommen mit mehreren Beamten, weil wir nie wissen, auf welche Situation wir dort stoßen.“ Deswegen sei auch die Bewaffnung nötig: Zur Eigensicherung der Beamten, „aber die Waffen kamen bislang zum Glück noch nie zum Einsatz“, so Walk.

Über das Auftreten der Zollbeamten gibt es bei den Heiligenhauser Gastronomen unterschiedliches Empfinden. „Du kommst dir vor ein Krimineller, wenn hier einige Beamte mit Waffen und Schutzweste in dein Restaurant kommen. Das ist geschäftsschädigend, vor allem, weil bei uns der Service für die Zeit der Kontrolle nicht weiter stattfinden konnte“, berichtet Ratskeller-Inhaber Zeljko Ivesic. „Das Kontrollen gemacht werden müssen, ist klar. Aber in der Hauptgeschäftszeit? Das verstehe ich nicht“, findet Ivesic.

Lobende Worte findet hingegen Thums-Chef Andreas Fischbach. „Bei uns waren drei Zollbeamte und sie sind alle sehr human mit uns umgegangen. Wir konnten auch den Service weiterführen, weil immer nur einer kontrolliert wurde“, berichtet Fischbach. Bei ihm gab es soweit keine Probleme, dennoch wird er nun einen Extraordner für zukünftige Kontrollen anlegen. „Dann haben wir alles direkt griffbereit, was die Beamten kontrollieren wollen.“

Aber schlechte Erfahrungen, die habe Fischbach bei der Kontrolle nicht gemacht: „Ich kann das Verhalten der Beamten nur loben. Sie waren nur kurz da, man erwartet das viel schlimmer, wenn man manche Berichte hört. Aber es gibt einen guten Grund, dass sie Kontrollen durchführen, denn in unserer Branche gibt es sicher schwarze Schafe.“

Und die gibt es auch in Heiligenhaus, weiß Zollpressesprecher Michael Walk anschließend zu berichten: „Es wurden 32 Personen kontrolliert. Wir haben fünf Hinweise auf Verstoß gegen den Mindestlohn, drei Hinweise auf Leistungsbetrug und sechs Fälle, in denen keine Sozialversicherung angemeldet wurde.“ Die Fälle werden nun geprüft, sechs bis acht Wochen dauere so ein Verfahren durchschnittlich.