Wolfsgeheul und Gitarrenriffs

Albie Donnelly weiß mit seinem Saxofon das Publikum zu begeistern.
Albie Donnelly weiß mit seinem Saxofon das Publikum zu begeistern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim traditionellen Konzert zwischen den Jahren von Albie Donnelly’s Supercharge im Heiligenhauser Club bleib kein Zuschauer still sitzen und stehen.

Heiligenhaus.. „My name is Roberto Blanco“. Glatze, Sonnenbrille, Rauschebart – der Blick auf die Bühne verrät, dass das nicht der deutsche Schlagersänger sein kann, aus dessen Mund dieser Satz gerade kam.

Und nach den ersten Tönen ist klar, dass sich Blues-Saxophonist Albie Donnelly nur einen kleinen Scherz erlaubte. Zusammen mit seiner Band Supercharge sorgte der Brite dafür, dass die zahlreichen Gäste im ausverkauften Club ins Schwitzen kamen.

Mit Mühe und im Gänsemarsch kämpfen sich Albie Donnelly und seine Band Supercharge durch das dicht gedrängte Publikum zur Bühne vor. Nach einem kurzen Kopfnicken holen die Vollblutmusiker tief Luft bevor sie ihre Instrumente sprechen lassen. Warmspielen oder -hören muss sich niemand. Schon nach den ersten Songs ist die Stimmung auf dem Siedepunkt und das Eis zwischen Publikum und Band längst geschmolzen.

Das Konzert zwischen den Jahren ist mittlerweile zu einer Institution geworden. „Nach den Feiertagen nutzen wir die Zeit und treffen uns hier noch mal mit Freunden, bevor Silvester vor der Tür steht. Albie macht einfach nur Spaß“, freut sich Zuhörerin Melanie Bade. Schon Monate vorher hat sie die Karten für das letzte Konzert des Jahres besorgt – „in weiser Voraussicht“. Wer in diesem Jahr nämlich noch an der Abendkasse versuchte eine Karte zu kaufen, konnte direkt wieder den Heimweg antreten. Die energiegeladene Mischung aus Boogie Woogie und Blues bringt auch noch die letzte Ecke des Clubs zum Swingen. Mit heißen Gitarrenriffs und rauem Wolfsgeheul sagt die Band dem Winterspeck den Kampf an. Denn bei rasantem Rhythem and Blues bleibt keine Kniescheibe steif. Selbst die Zuhörer, die einen der begehrten Sitzplätze ergattert haben, rutschen auf der Sitzfläche umher.

Obwohl Albie Donnelly seit rund 36 Stunden auf den Beinen ist, um vom englischen Liverpool nach Heiligenhaus zu kommen, lässt er sich die Erschöpfung nicht anmerken. Gemeinsam mit Gitarrist Roy „The Boy“ Harrington und Saxophonist Jürgen „Big Jay“ Wieching bringt er die Bühne zum wackeln.

Gekonnt lässt Donnelly sein Saxophon singen. Entlockt ihm mal basslastige Töne, die sich tief in die Magengrube graben, mal schrille Höhe das das obere Ende der Tonleiter zu sprengen scheinen.Es ist ein Ohrenschmaus, Donnellys Band erleben und eine Augenweide, die Musiker in Aktion sehen zu dürfen.