Weitere Messstelle für Heiligenhauser Grundwasser

Die Baustellarbeiten sind bereits beendet, die Stadtwerke haben hier ein Stahlrohr bis zum Grundwasser in 97 Metern Tiefe verlegt.
Die Baustellarbeiten sind bereits beendet, die Stadtwerke haben hier ein Stahlrohr bis zum Grundwasser in 97 Metern Tiefe verlegt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadtwerke haben auf dem Panoramaradweg nach Grundwasser gebohrt. In 97 Metern Tiefe sind sie angekommen. Weitere Erkenntnisse erhofft man sich nun.

Heiligenhaus..  Es wurde gehämmert, Stahlrohre wurden verlegt, auf dem Panoramaradweg war man mit schweren Maschinen am Werk. „Keine Angst, es hat nichts mit Fracking zu tun, was wir hier machen“, scherzt Stadtwerke-Chef Michael Scheidtmann bei einem Besuch der Baustelle.

Nein, es ist eine neue Grundwassermessstelle, erklärt die neue technische Leiterin der Stadtwerke, Sylvia Bienert: „Wir sind bis auf 97 Metern in die Tiefe gegangen, bis wir auf das Grundwasser gestoßen sind. Hier haben wir eine sehr schmale Stelle, es war also nicht klar, ob wir auf Grundwasser treffen. Man kann den Boden ja vorher nicht röntgen. Aber das wäre dann auch eine Erkenntnis gewesen.“

Rechte und Pflichten am Wasser

Aber sie sind auf Grundwasser gestoßen, und das ist auch gut so. Denn die Stadt Heiligenhaus hat nicht nur die Rechte an dem eigenen Grundwasser und den Brunnen, sondern auch die Pflicht, diese nach den strengen Verordnungen auch regelmäßig zu kontrollieren. Auf die Qualität sind die Stadtwerke stolz: „Wir haben 28 Messstellen im Stadtgebiet. Diese Maßnahme dient dazu, das Wasser noch sicherer zu machen und sicherzustellen, dass es auch sicher bleibt“, erklärt Scheidtmann.

Denn die Messstellenarbeit, die sonst nicht so öffentlich wirksam wie hier auf dem Panoramaradweg gemacht wird, findet alle 14 Tage statt. „Damit garantieren wir unsere hohe Qualität“, so Scheidtmann. Bei dieser Messstelle werden jetzt aber noch weitere Informationen gesammelt, erklärt Sylvia Bienert: „Wir werden Grundwasser in dieser Tiefe abpumpen und dann feststellen: Wie schnell fließt das Wasser nach, wo fließt es hin? Daraus können wir wichtige Erkenntnisse gewinnen.“

Wie schnell die Bauarbeiten für diese Bohrung gingen, überrascht auch die Stadtwerke: „Wir haben mit etwa drei Wochen gerechnet, sind aber schon nach einer Woche fertig“, berichtet Scheidtmann. „Bis Dienstagmittag waren wir bei 31 Metern, da hatten wir etwas härteres Gestein. Und Donnerstag waren wir dann schon auf 97 Metern, da lief es dann besser“, ergänzt Sylvia Bienert.

In dem hiesigen Kohlekalkboden gäbe es immer wieder zerklüftete Stellen, aber auch die Auswüchse des rheinischen Schiefergebirges würden sich im Boden bemerkbar machen. Scheidtmann: „Da war es für uns eben nicht abzuschätzen, wie lange wir brauchen.“

Die Arbeiten hatten bereits im letzten Jahr begonnen. Zu beiden Seiten Richtung Abhang hin wurde der Panoramaradweg ebenerdig aufgeschüttet und verdichtet, damit die schweren Baugeräte auch sicheren Stand hatten. „Das kommt alles wieder weg, wenn wir jetzt fertig sind. Hinterher wird es so aussehen wie vorher, nur eine kleine Platte über der Wasserstelle wird noch zu sehen sein“, berichtet Bienert. Denn das Abpumpen bleibt eine einmalige Aktion.