Weiberball von St. Suitbertus feiert Jubiläum

„Die ganze Welt soll uns heute Abend hören“, sangen die kfd-Singers. Der tosende Applaus des Publikums war jedenfalls noch tief in der Nacht zu hören.
„Die ganze Welt soll uns heute Abend hören“, sangen die kfd-Singers. Der tosende Applaus des Publikums war jedenfalls noch tief in der Nacht zu hören.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Es ist beeindruckend was die kfd-Singers auf die Beine stellen. Dahinter können sich selbst Karnevalshochburgen eine Scheibe abschneiden.

Heiligenhaus..  Fettgedruckte Jahreszahlen haften wie Gefängniskennungen beim Einmarsch auf der Brust der kfd-Singers. Hinter schwedischen Gardinen haben sie das letzte Jahr allerdings nicht verbracht. Sie haben sich für eine närrische Zeitreise in Schale samt Jahreszahl geschmissen. Der Weiberball im katholischen Pfarrzentrum feiert sein 25-jähriges Jubiläum, und die kfd-Singers haben zu diesem Anlass tief in ihrem Kostümfundus gegraben. Heraus kamen ein närrischer Kessel Buntes und herzliche Erinnerungen an die Karnevals-Sessionen der letzten Jahrzehnte.

Susanne Roderer hat sich ein grünes Fleckchen Gras als Snack für zwischendurch mitgebracht. Als flauschig-weißes Lamm verkleidet, mümmelte sie bereits im Jahr 2010 schweigend am saftigen Grün. Beim Anblick der Bilderrätsels zu dem Bestseller- Roman von Thomas Harris blieb kein Auge trocken. Weibernacht in kurzen Hosen und kniehohen Socken gab es, passend zur Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land, 2006. Die kfd-Singers bedienen sich eben nicht am närrischen Wühltisch.

Applaus ist eine schöne Belohnung

Vielmehr stellen sie jedes Jahr ein Programm voller eigener Ideen zusammen. „Karneval ist nicht nur Spaß, sondern auch harte Arbeit“, weiß Moderatorin Birgitt Gunzelmann. Während andere Menschen noch fröhlich Weihnachtslieder unter dem Tannenbaum trällern, dröhnen bei den Proben im Pfarrzentrum schon die Karnevalsklassiker aus den Boxen.

Das monatelange Training zahlt sich aus: Das Publikum belohnt jeden Sketch der Truppe mit tosendem Applaus, schallendem Gelächter und surrenden Raketen. „Die schönste Belohnung ist, wenn das Programm beim Publikum gut ankommt und man merkt, dass die Menschen Spaß haben“, erinnert sich Gründungsmitglied Ursula Schulz-Rauen. Sie selbst steht zwar nicht mehr auf der Bühne, sitzt aber verkleidet im Publikum.

Handgemachtes Programm

Allein müssen die Mädels der kfd das Programm allerdings nicht stemmen. In diesem Jahr kommt Pfarrer Demand zur Unterstützung sogar aus dem fernen Morgenland auf einem störrischen Kamel angeritten. Als heilige drei Könige verkleidet zieht er gemeinsam mit der neuen Gemeindereferentin Ellen Niehaus und einer königlichen Handpuppe durch die Wüste. Doch wie das bei langen Reisen so ist, irgendwann fängt immer jemand an zu quengeln. Es ist die Puppe, die von Hunger, Durst und Langeweile geplagt wird. Warten muss das Jesuskind auf den fernen Besuch auch, weil Alfons Demand eine seiner berüchtigten Raucherpausen einlegen muss. Nicht nur die Leidenschaft des Pfarrers für Tabak wird gerne auf die Schippe genommen. Die Truppe zieht gekonnt fast alles durch den Kakao.

Das handgemachte Programm „Suitbertus lacht – mitgemacht!“ lässt kein Auge trocken. Es ist beeindruckend, was die kfd-Singers auf die Beine stellen. Davon können sich selbst Karnevalshochburgen wie Düsseldorf und Köln eine Scheibe abschneiden.