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A 44-Baustelle

Voll im Zeitplan

15.06.2010 | 14:40 Uhr
Voll im Zeitplan

Heiligenhaus.Noch vor dem Spatenstich im April war die erste A44-Baustelle eingerichtet worden, und heute – sieben Wochen später – ist die Umgehung für die L 156 fast fertig. Noch im Juli sollen Autofahrer aus Richtung Ratingen und Heiligenhaus in Höhe des Grünen Jägers in einem Bogen um die Ratinger Straße herumgeleitet werden.

Und dann soll in Sichtweite gleich die nächste Baustelle eingerichtet werden: für das erste Brückenbauwerk des Lückenschlusses zwischen Ratingen und Velbert/Heiligenhaus, denn an dieser Stelle wird die Ratinger Straße auf einer Länge von rund 200 Metern über die künftige A44-Trasse geführt.

Die rund 300 Meter lange Umfahrung soll in zwei bis drei Wochen fertig sein. Sie ist allerdings nur ein Provisorium, wird später wieder abgerissen: „Denn an dieser Stelle wird die Autobahntrasse verlaufen“, erklärt Jutta Swadlo vom Landesbetrieb Straßen NRW, der hier Bauträger ist Sie betreut die Arbeiten als Projektleiterin und ist mit dem zeitlichen Ablauf zufrieden: „Genauso hatten wir uns das an der L 156 vorgestellt.“

Autobahngegener teilen Zufriedenheit nicht

Eine Zufriedenheit, die die Autobahngegner aus Heiligenhaus, Velbert und Ratingen nicht teilen dürften. Sie verweisen vielmehr darauf, dass der Landesbetrieb immer noch nicht alle Genehmigungen für den A44-Bau habe. Das sieht Jutta Swadlo anders: „Der Planfeststellungsbeschluss ist rechtskräftig – wir haben Baurecht!“ Allerdings muss auch sie einräumen: Im Bereich des erfolgreichen Ratinger Klägers (die WAZ berichtete) darf noch nicht gebaut werden. „Dazu gibt es ein Deckblattverfahren“, so Jutta Swadlo. Und da habe man, das gibt sie zu, „noch ein paar Hausaufgaben zu machen“. Die Bautätigkeiten in Heiligenhaus berühre das jedoch in keiner Weise.

Planung
200 Meter

Die Umfahrung, die derzeit an der L 156 gebaut wird, ersetzt vorübergehend rund 200 Meter der Ratinger Straße. Denn dieser Bereich wird noch in diesem Sommer selbst zur Baustelle: Hier soll die erste Brücke der neuen A 44-Trasse entstehen. Unter der Ratinger Straße, in Höhe des Grünen Jägers, wird später einmal die neue Autobahn verlaufen.

Und hier ist der Landesbetrieb nicht nur im Straßenbau tätig: Im Bereich des ehemaligen Guts Neuenhof wird an der Ratinger Straße zurzeit ein verbliebenes Gebäude als Bau-Center hergerichtet. „Neue Fenster sind schon drin“, berichtet Jutta Swadlo. Als nächste Gewerke seien jetzt Elektriker und Trockenbauer im Haus. Und danach gehe es an die Ausstattung: neue Fußböden, Farbe und Tapeten, „und auch an den sanitären Anlagen ist noch was zu tun“ – damit’s nett wird. Nicht nur für die Mitarbeiter, die im Bau-Center ihre Besprechungen abhalten können, sondern auch für Besucher. Denn das Gebäude, das neben der aktuellen Baustelle zu finden ist, soll eine zentrale Anlaufstelle für alle Bürger werden, die Fragen zum Trassenbau haben oder sich einfach informieren wollen.

Auch was die Einrichtung des Bau-Centers betrifft, liege man gut im Zeitplan: Noch in den Sommerferien, so hofft Swadlo, können an der Ratinger Straße die ersten Besucher beraten werden.

Sabine Kreimeier

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Kommentare
17.06.2010
18:28
Voll im Zeitplan
von dorfbeobachter | #9

@8 Sparsamkeit beim Autobahnbau?
das Ding sollte mal 120 Mio kosten, nun sind`s 222, wenn`s fertig ist eher 300. Vor Gericht wurde aber immer mit der ach so günstigen Trasse getrixt. Dabei gab`s bessere Varianten. Und nun schon wieder Geldvernichtung. Aber wem alles egal ist...

17.06.2010
13:53
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von Nachdenklich56 | #8

@#7 Das ist nun aber recht polemisch. Genauso gut könnte ich dagegen halten: wer weit weg von seinem Arbeitsplatz wohnt, der soll eben in seine Nähe ziehen, zumal die geplante Autobahn die zukünftige Lebensqualität sowieso einschränken wird. Hinzu kommt, dass sich individuelle Mobiliät bald keiner mehr leisten kann.

Dieser Staat ist komplett überschuldet und plant weiterhin, teure Autobahnen zu bauen. Das macht doch eher fassungslos, bedenkt man die ständigen Sparparolen aus Berlin.

16.06.2010
19:22
Voll im Zeitplan
von Lothar123 | #7

Diese ganze Diskussion ist imho unsinnig, da nun gebaut wird, die Finanzierung steht und der neunte Kläger, der Bauer aus Ratingen bekommt seine Kohle auch für seine Klage. Die ist in den 222 Mio schon einkalkuliert. Irgendwann ist die Trasse befahrbar und die Abraumlaster sind weg. Und der 200m Umweg an der L156 muss auch nicht mehr überwunden werden. *LOL* Setzt euch, nehmt nen Keks!!! Wer Grundstücke an einer Jahrzehnte lang feststehenden Trasse kauft und baut, ist selber schuld. Planänderungen hin oder her. Mit Straßenlärm muss überall gerechnet werden. Wenn man seine Ruhe haben will muss man halt JWD in den Wald ziehen und mit dem Hubschrauber zur Arbeit fliegen!! Wir alle wollen Mobilität, wir alle wollen staufrei von A nach B. Autobahnen, Bundesstraßen im prinzip ja na klar. Wat vor meiner Tür???? Quer durch meinen Garten??? NÖÖÖÖÖÖ ich klage jetzt.
Typisch... genau den selben Mist haben wir jetzt in Essen...da die A44 nicht von Velbert nach Bochum gebaut wird, weil irgendwer (mal wieder) geklagt hat (was sonst) wird in Essen nun über den sog. Ruhralle-Tunnel diskutiert. Eine Verbindung von der A44 bzw. B227n zur A52/A40. Verkehr unter die Erde verlegen. Geile Idee!!! Und schwupps formiert sich eine Contra-Bürgerinitiative. Nein nen Tunnel ist schxxxe. Da verschwindet ja der ganze Lärm unter der Erde und die Regenwürmer könnten sich eventuell gestört fühlen und umziehen in den Wald. Das wollen wir nicht... HALLO???? Leute geht´s euch noch gut???

16.06.2010
13:38
Voll im Zeitplan
von dorfbeobachter | #6

Die Diskussion ist müßig, da nun nichts mehr zu retten ist.

Wer sich die Unterlagen angesehen hat, der weiß, dass die angebliche Entlastung von Heiligenhaus-Hösel-Homberg-Flandersbach-und-dem-Rest-der-Welt ein Märchen war (oder mindestens maßlos übertrieben, weil politisch gewollt).

Ebenso ist bekannt, dass die ursprünglichen Annahmen der Verkehrsbelastung der A44 vor der Planfeststellung neu berechnet wurden um dann, Überraschung, verkünden zu können, dass bei halbierter Belastung nun auch kein effektiver Lärmschutz notwendig ist.
Damit werden sehr viele und sehr gute Wohnlage der betroffenen Kommunen deutlich entwertet, was wiederum die Region zum Auswanderungsland machen wird.
Der Verlust von Naturräumen, Erholungslandschaft und Ressourcen (Trinkwasser) wird auch für die Anwohner der zitierten Landstraßen nicht erfreulich. Was nützt es, wenn 15 % LKW meine Straße meiden, dafür umso mehr Freizeitmopedfahrer vor meiner Tür herumrasen, und ich nicht einmal mehr das schöne Angertal zur Erholung erreichen kann?
Die A44 bringt wohl täglich 80.000 zusätzliche Fahrzeuge nach Heiligenhaus. Auch die Zahlen der sogenannten Gegner sind nicht mehr aktuell, da die Autobahn ja in Essen/Bochum gerade verlängert wird. Da kommt was auf uns zu.
Was bedeutet das für die Luftqualität der Stadt? Schaltet die Luftgüte von grau auf blau, wenn die Abgaswolke die Heiligenhauser Innenstadt erreicht hat, weil ja Entlastung versprochen wurde? Klar, ein Teil des Feinstaubs wird ja schon in den Gärten der Südstadt gefiltert, und es wohnen ja auch nur Menschen dort, die es nicht anders verdient haben, gelle?
Insgesamt ist das völlig unzureichende Engagement der Stadtspitze für eine verträgliche Verkehrslösung ein Desaster.

Fazit: NIX WIE WEG HIER, bevor die Immobilienpreise noch weiter fallen.

16.06.2010
13:01
Voll im Zeitplan
von wassaballa | #5

Man wird diese 200m Schikane doch hoffentlich erst dann freigeben, wenn wirklich mit dem Brückenbau begonnen wird. Bis dahin stehen dann vielleicht auch Neuwahlen an. Und mit der Einweihung der 200m kann, wie beim ersten Spatenstich mit riesigem Tamtam auf Kosten des Steuerzahlers Wahlwerbung betrieben werden.
Analog zu den Namen der Formel1-Strecken schlage ich den NamenRüttgers-Club-Schikane vor.

16.06.2010
12:56
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von Habakuk | #4

@#3
Natürlich müssen die örtlichen Straßen noch mit LKW leben, aber das in einer deutlich geringeren Anzahl. Mal ganz davon ab, dass es demnächst nicht günstiger sein wird, wenn ein LKW Landstraßen benutzt (und die Höseler Str. wäre dann wohl - weil Bundesstraße - mautpflichtig).

Zudem würde sich der teilweise irrwitzige Stau auf der B227 endlich einmal entschärfen.

Eine politische Forcierung die sie dem BVerwG vorwerfen ist - natürlich - nicht belegbar. Angesichts der Vielzahl an Urteilen gegen den Staat ist eine solche Tendenz nicht erkennbar und angesichts der doch eher geringen bundespolitischen Bedeutung von Heiligenhaus hier wohl auch nicht vorhanden. Wünschenswert wäre jetzt ein vollständiger Lückenschluss von Velbert bis Bochum, der aber derzeit nicht zu bezahlen ist.

Mal ganz davon ab, wer ist schützenswerter? Derjenige, der ein Grundstück in der Nähe einer geplanten Autobahn erwirbt oder derjenige, der wegen des verzögerten Baus einer solchen den Verkehr einfach hinnehmen muss, obwohl er von einer Landstraße ausging?

16.06.2010
10:41
Voll im Zeitplan
von vom Bürgermeister verkauft und belogen | #3

@Habakuk Einiges von dem was Sie schreiben ist richtig. Wäre ich nicht betroffen, würde ich sicherlich genauso denken. Nur sollten Sie mal einige Fakten mehr bedenken.- als wir kauften, waren die Planungen bzgl. Lärmschutz, Ausfahrt L156, Höhe der Trasse usw. noch ganz anders. Diese wurden nachträglich geändert, angeblich auf Grund von geringeren Verkehrsprognosen. Wer es glaubt?- den Schuh, den Sie den jetzigen Klägern anziehen, können Sie sich auch selbst anziehen. Sie sind sicherlich auch irgendwan mal an die jetzt belasteten Stellen gezogen, in dem Wissen was da auf Sie zukommt. Also warum beschweren Sie sich?- Was denken Sie, macht der Schwerlastverkehr, wenn er in Heiligenhaus zu einem Unternehmen an der Wülfrather Str. möchte. Es fährt auch über den Südring. Welch Verbesserung für die dortigen Anwohner. Meinen Sie, ein LKW aus Richtung Oberhausen fährt den Umweg über die A 44? Sicher nicht. Es wird genauso wie immer in Breitscheid abfahren und über Hösel durch Heiligenhaus fahren (MAUT, KM). Die Struktur in Heiligenhaus, mit den produzierenden Gewerben im Ort wird dieses immer notwendig machen. Super Gewinn. - Oder nehmen wir Homberg. Die Kalktransporte werden weiterhin Richtung Ratingen Ost durch Homberg fahren. Warum sollten diese den Umweg durch die Flandersbach mit den Steigungen auf sich nehmen? Hinzu kommt, dass es Baurecht für eine Trasse durch Homberg gibt, um den Schwerlastverkehr einfach, ohne Stau und Gefahr für die Bewohner, durchzuleiten. Dieses hätte ausgereicht um hier Entlastung zu schaffen.- Und das die Richter ein kluges Urteil gefällt hätten ist wohl zweifelhaft. Dieses ist politisch forciert. Da zeigt sich die Wahre Trennung von Judikative und Legislative.

16.06.2010
08:33
Voll im Zeitplan
von Habakuk | #2

Die Interessen der Stadt sind auch die jener Bürger, die - weil an der jetzigen Ersatztrasse Hauptstraße - Höseler Straße - Südring, etc. gelegen - täglich nunmehr den Belastungen des Schwerlastverkehrs ausgesetzt sind.

Zudem ist der Bebauungsplan nur deswegen nicht vollziehbar, weil die Ausgleichsmaßnahmen naturschutzrechtlicher Art einen Landwirt besonders stark beeinträchtigen würden. Dies ist jedoch im Rahmen eines ergänzenden Verfahrens zu beheben.

Mal ganz davon ab, dass diese Klagen ein reines Not in my backyard waren. Die Belastung anderer Bürger mit Schwerlastverkehr, so z.B. in Homberg, Hösel und im o.g. Bereich sind von diesen ja locker zu tolerieren. Nicht wahr?

Die meisten der jetzigen Kläger haben das Bauland oder Haus erst erworben, als die erstmalige Planung der A44 schon bestand. Und man hat sich dann hinter Steinkäuzen und anderen Tieren versteckt, um diese Planung zu vereiteln. Soll der Schwerlastverkehr nach Heiligenhaus doch ruhig weiter über Landstraßen laufen. Hauptsache nicht bei mir.

Und genau dafür hat das BVerwG mit einem sehr klugen Urteil jetzt den Boden entzogen. Endlich wird gebaut!

15.06.2010
23:01
Voll im Zeitplan
von metropol | #1

Was jetzt?
Haben die verbeamteten Superstraßenplaner es in 1 1/2 Jahren nicht geschafft, ein simples Grundstücksgeschäft mit dem einen Kläger zu managen? Und nun meinen die, sie müssten schon mal woanders mit Geldverbrennen anfangen, obwohl doch der Planfeststellungsbeschluss vom Gericht in Gänze als rechtswidrig und nicht vollziehbar beurteilt wurde?
Sach ma, geben die hier nur ihre Gehälter aus, oder unser Steuergeld?

Könnte die WAZ das mal nachfragen, anstatt sich zu Organ der Staatsverwaltungsbetriebe zu machen?

„und auch an den sanitären Anlagen ist noch was zu tun“ – damit’s nett wird.
Is klar, ne, wer so viel ...produziert, soll es auch nett haben. Ob einer von denen im richtigen Leben was geworden wäre?

Und noch was, wo bleibt eigentlich der richtige Lärmschutz, den der Bürgermeister Heinisch versprochen hat, als er die Heiligenhauser davon überzeugt hat, die Interessen der Stadt vor Gericht NICHT zu vertreten?

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