Verschlungene Wege und grasende Kühe

Heiligenhaus..  Einen herrlichen Blick in die niederbergische Landschaft längst vergangener Zeiten ermöglicht diese historische Ansichtskarte aus dem Heiligenhauser Stadtarchiv. Landidylle pur: Ein Feldweg schlängelt sich durch sanfte Hügel, Kühe weiden auf einer Wiese vor dem Hof in der Herberge.

Die Geschichte des Hofs lässt sich bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurückverfolgen. In den Urbaren (Besitzrechtsverzeichnis) der Abtei Werden ist der Name „in der Hereberg“ um das Jahr 1150 erstmals nachweisbar. Die Schreibweise ändert sich in den nächsten Jahrhunderten immer wieder. 1458 wird der Hof in einem Heberegister der Abtei „Herbrughen“ genannt.

Stadtgeschichte im Postkartenformat

1816 jedenfalls wird die Größe des Hofes zu Herberg „mit Einschluß des Kothens im Bögel“ mit 159 Morgen und 35 Ruten angegeben. Wie es in den Unterlagen des Heiligenhauser Stadtarchivs heißt, bewirtschaftet zu dieser Zeit der Ackersmann Heinrich Euer mit seiner Familie und Gesinde den Hof.

Damals wohnten dort aber auch Personen, die bereits den Nachnamen Herberg trugen: Johann, Ludgerus und Gertrud Herberg.

Seit 1939 bewirtschaftet Familie Wüster den Hof. Sie erwarb Gebäude und Gelände als sie ihren Bauernhof in Ronsdorf verlassen musste, da er zu Wehrmachtsgelände erklärt wurde.

Wer sich gerne diese und andere historische Ansichtskarten ansehen, in Erinnerungen schwelgen oder Heiligenhaus in Schwarz-Weiß kennenlernen möchte, kann dem Stadtarchiv im Rathaus-Innenhof einen Besuch abstatten. Dort lagert Stadtarchivar Hartmut Nolte einen dicken Ordner voll Stadtgeschichte im Postkartenformat.