Valentinstagsblumen in Heiligenhaus

Floristin Silvia Jacobi weiß, was die Heiligenhauser sich zum Valentinstag wünschen.
Floristin Silvia Jacobi weiß, was die Heiligenhauser sich zum Valentinstag wünschen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die rote Rose ist das Zeichen schlechthin für Liebende. Die Preise für Blumen an diesem Tag sind künstlich hoch.

Heiligenhaus..  Was sich liebt, das beschenkt sich morgen – zumindest in der Theorie. Denn morgen ist der Tag der Verliebten, der Tag der Parfümerien und der Blumencenter: Valentinstag. Heute soll’s rote Rosen regnen, das wünscht sich manche Frau. Und wenn es schon keine Blüten regnet, dann soll es eine einzelne, besonders schöne Rose sein. Die rote Rose ist nach wie vor der Verkaufsschlager. Das hat Heike Possienke beobachtet. Und die Heiligenhauser Blumenhändlerin muss es schließlich wissen. „Bei uns gehen am Valentinstag eher einzelne Rosen als ganze Sträuße weg“, sagt sie. Die „Red Naomi“ zum Beispiel. Sie ist nicht nur langstielig, sondern besticht auch mit ihrem fülligen, samtig-roten Blütenkopf.

Und den gibt es am Valentinstag nicht zum Schnäppchenpreis. „An solchen Tagen sind die Preise künstlich hochgepusht“, sagt Heike Possienke. Teilweise zahle man für die Blume das Vierfache. Auch im Einkauf im Düsseldorfer Großhandel oder in Holland habe sie keine Möglichkeit, die Rosen günstiger zu erwerben. „Die Nachfrage regelt den Preis“, berichtet auch Possienkes Mitarbeiterin, Floristin Silvia Jacobi. Das der zu Valentinstag besonders happig ist, kann viele Verliebte jedoch nicht abschrecken. Verkaufen die Heiligenhauser Blumenfachfrauen an einem stinknormalen Tag zwischen 100 und 200 Rosen, können es am Valentinstag bis zu 1000 sein. Fällt der Tag der Liebenden jedoch in die Karnevalszeit – wie in diesem Jahr –, kann manch langstieligen Blume zum Ladenhüter werden. „An einem Rosenmontag verkaufen sich die Rosen nicht so gut“, weiß Heike Possienke aus Erfahrung.

Ob Rosenmontag oder nicht – manch ein langjähriger Verehrer, Freund oder Ehemann geht auf Nummer sicher und bestellt die Lieblingsblumen der Angebeteten schon vorab. Aber nicht nur Erwachsene stürmen am Valentinstag die Blumenläden, auch viele Kinder sind unter der Kunden. Sie suchen jedoch eher selten nach einer Aufmerksamkeit für die erste kleine-große Liebe. Adressat ihres Blumenpräsents ist meist die eigene Mama. Für ihre kleinen Kunden besorgt Heike Possienke eigens taschengeldfreundliche Blüten. Und auch die erfreut bei guter Pflege bis zu eine Woche den oder oftmals eher die Beschenkte.

Obwohl viele Blumenfreunde am Valentinstag die blühenden Fachgeschäfte stürmen, ist der Tag der Verliebten nicht der umsatzstärkste für die Heiligenhauser Blumenhändlerin. Besonders viele Kunden verzeichnet Possienke neben Muttertag in den vergangenen Jahren auch in der Weihnachtszeit. Dann gehen nicht unbedingt die roten Rosen für die Angebetete über die Ladentheke – sondern eher Adventskränze oder -gestecke.

Lasst Blumen sprechen

Mit der Redewendung „etwas durch die Blume sagen“, übt man vorsichtig angedeutete Kritik oder spielt auf ein bestimmtes Thema an. Diese Redensart geht vermutlich auf die Blumensprache zurück. Auch „Blümeln“ genannt, wurde diese Sprache besonders im 18. Jahrhundert angewendet. War man ihr mächtig, konnte man durch die Wahl bestimmter Blumen seine Gefühle, Wünsche und Bitten übermitteln.

Vorangetrieben wurde die Verbreitung des Blümelns durch die englische Schriftstellerin Mary Wortley Montagu (1689 - 1772), die damit eine echte Modewelle auslöste. Montagu begleitete ihren Mann, einen Diplomaten, auf seinen Reisen. Anfang des 18. Jahrhunderts berichtete sie in ihren Briefen aus Istanbul von der „Kommunikation mit Blumen“. Im Orient stieß sie auf ein ausgeklügeltes System von Bedeutungen. Jeder einzelnen Blüte wurde dabei eine feststehende Bedeutung zugesprochen. Durch ihre Briefe wurde die Blumensprache im viktorianischen Europa zur Mode. Vor allem junge Liebende konnten zu dieser Zeit nicht klar aussprechen, was sie dachten. Die Blumensprache wurde daher für viele zum wichtigen Mittel der nonverbalen Kommunikation.

Dabei wurde nicht nur die Blumenart, sondern auch die Zahl der Stiele und die Farbe gedeutet:

Aster„Du bist mir nicht treu.“
Buchsbaum
„Du bist entsetzlich spröde.“
Chrysantheme „Erobere mich.“
Dahlie „Keine Chance. Ich habe schon einen Partner.“
Enzian „Du bist überwältigend schön.“
Flieder „Wirst Du mir treu sein?“
Gladiole „Sei doch nicht so stolz.“
Hyazinthe „Deine Kälte tut mir weh.“
Iris „Ja, ich steh’ zu Dir.“
Jasmin „Du bist einfach hinreißend.“
Klatschmohn „Man muss im richtigen Augenblick auch schweigen können.“
Lavendel „Na warte, ich krieg Dich schon noch.“
Margerite „Lass mich in Frieden.“
Nelke „Ich verachte Dich.“
Orchidee „Du bist mir zu verspielt.“
Pfirsichblüte„Du bist bezaubernd.“
Rote Rose„Ich liebe Dich über alles.“
Schlüsselblume „Wie kann ich Dich erobern?“
Tulpe „Du bist zu keiner guten Empfindung fähig.“
Vergissmeinnicht „Ich denke an Dich – Du an mich auch?“
Zwiebelblüte „Du bist falsch.“