Trotz Regen und Wind - Heiligenhauser rocken ihre Stadt

Am Samstag, den 28. März 2015 spielt die Kapelle Kuhl in der Alten Kirche im Rahmen des Heiligen Rock. Foto Alexandra Roth / WAZ FotoPool
Am Samstag, den 28. März 2015 spielt die Kapelle Kuhl in der Alten Kirche im Rahmen des Heiligen Rock. Foto Alexandra Roth / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Trotz des Wetters ist Heiligenrock nicht als ins Wasser gefallen: Überall war viel los. Es wurde gefeiert, getrunken und Spaß gehabt.

Heiligenhaus.. Knallbunte Lichteffekte, verdrehte Kabel auf dem Boden und Nebel, der aus einer Maschine aufsteigt. Dazu eine fünfköpfige Band, die Rockmusik macht. Christliche Rockmusik, um genau zu sein und das in der Alten Kirche. Um kurz nach Sechs steht und sitzt die „Kapelle Kuhl“ schon hinter den Instrumenten, die Bänke in der Kirche zeigen sich bereits gut gefüllt. „Wir sind so eine Band, die sich vor allen Dingen für christliche Musik und Texte interessiert“, erzählt Hagen-Goar Bornmann, der entspannt hinter dem Flügel sitzt.

Um Viertel nach Sieben gelangt man schon nicht mehr in die Aule Schmet hinein. Dichtes Gedränge erwartet die Besucher in der kleinen Location. Hier geben die „Walkin‘ Shoes“ einen Rundumschlag verschiedenster Musikrichtungen. Die Besucher, die doch einen Platz ergattern konnten, singen mit oder trinken ein Bier.

Coversongs von "Fachwerk" in der Tanzschule Heigl

Die Titelmelodie von „Mission Impossible“ hallt um Zwanzig vor Acht durch das dicke Gemäuer des Domes. In der St. Suitbertus Kirche rockt Christoph Zirener an der Orgel, sorgt für beeindruckende Momente. In der spärlich beleuchteten Kirche singen und klatschen die Besucher nicht, während die Musik spielt. Dafür sorgt das ungewöhnliche Hör-Erlebnis für einige erhellende Momente, hier und da hört man leise: „Oh, das Lied kenne ich.“

In der Tanzschule Heigl spielt die Musik um kurz nach Acht, wo „Fachwerk“ ihre Coversongs zum Besten geben. Im vollen Tanzsaal grölen die Besucher bekannte Liedtexte, werden mitgerissen von den Hits, die von Shakira, Lena Meyer-Landrut, Udo Lindenberg und anderen bekannten Künstlern stammen. Die erste Pause zum Verschnaufen machen die sechs Musiker erst nach über einer Stunde.

Ausgelassene Stimmung

Auch im Bürgerhaus zeigt sich um halb Zehn ein ähnlich lebhaftes Bild. Bis zur Eingangstür stehen die Gäste und feiern „The Rocking Roosters“ und ihre schnellen Rockabilly-Nummern. Ob angelehnt an der Wand mit einem Getränk in der Hand oder im angeregten Gespräch an einem der Tische: Die Stimmung ist ausgelassen.

„Wir waren schon in der St. Suitbertus Kirche und das was richtig toll“, erzählt Simone Staude. Zusammen mit Peter Staude hat sie sich nun im Pabb vor der Bühne an einen Stehtisch begeben. Die Beiden erleben hier das totale Kontrastprogramm. „Black Sheriff sind richtig gut“, bemerkt Peter Staude, „die machen handwerklich super Musik.“ Im Pub mischt sich, ähnlich wie in den anderen Locations, das Publikum wild durch. Alle treffen sich, um zusammen einen außergewöhnlichen Partymarathon zu feiern.

Auch der 17-jährige Julius Hühne steht in der überfüllten Kneipe, genießt den Abend: „Bis jetzt gefällt mir die Musik im Pabb und in der Tanzschule am besten“, erzählt der Heiligenhauser. „Ich war auch schon im Rathaustreff, da war es aber fast schon zu voll. Mal sehen, wo wir als nächstes hingehen.“

Publikum tanzt

Ein Abstecher in das Köpi3 lohnt sich allemal. Dort rocken die drei Herren von „Opa kommt…“ den großen Saal. Direkt vor der Band wird der Platz zur Tanzfläche umgewandelt, um halb Elf kann niemand mehr still stehen, auch auf den Tischen wird getanzt.

Der „Boss der Band“, wie er sich selbst beschreibt, Raimund Naumann bringt die dargebotene Musikrichtung knapp auf den Punkt: „Wir sind eine Oldie-Band, die die Oldies aufpeppt und den Sound lauter macht.“ Die Kellner mit den Biertabletts können sich nur mühevoll durch die feiernde Masse drängen, gut versorgt sind trotzdem alle.

Rund ging es außerdem im Hofcafé Abtsküche, wo um 17 Uhr der Startschuss für die lange Nacht mit der Country-Rock-Band „Stomping Polly“ fiel. Auch im vollen Thums präsentierten „Daddy P. and his shaky little sisters“ ein Potpourri aus den letzten 40 Jahren Musikgeschichte.

Trotz des Wetters ist Heiligenrock also alles andere als ins Wasser gefallen: Überall war eine Menge los und die Leute rockten.