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Technikfreak gesucht

22.06.2012 | 20:00 Uhr
Technikfreak gesucht
Hans-Georg Krus erwartet bei Notfällen auch von seinen Lehrlingen zeitliche Flexibilität.

Heiligenhaus.   Hans-Georg Krus bietet noch einen Ausbildungsplatz zum Anlagenmechaniker an.

Mehr als ein halbes Jahrhundert schon bildet das Heizungs- und Sanitärunternehmen Oskar Krus aus. Früher landeten die Bewerbungen stapelweise auf dem Schreibtisch von Firmengründer Oskar Krus, später auch auf dem von Sohn Hans-Georg. Heute gehen dem Inhaber nur noch gut ein Drittel durch die Hände.

Woran das liegt? So richtig erklären kann es sich Handwerksmeister Hans-Georg Krus nicht. „Das Handwerk wird schlecht verkauft“, findet er grundsätzlich. Darunter leide die ganze Branche. Deshalb meldet auch der Heiligenhauser noch eine freie Lehrstelle. Gesucht wird ein Technikfreak. Genauer: Jemand, der Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klimatechnik werden möchte.

Eine Ursache für das Nachwuchsproblem sieht der Heiligenhauser in den Bildungseinrichtungen. „In meinen Augen wird der Handwerkerberuf an den Schulen nicht gut rübergebracht“, so Krus. Dabei läuft ohne die Fachleute aus seiner Branche gar nichts. Zumindest, wenn es um Wasser geht. Denn sie statten Haushalte und Betriebe mit Wasseranschlüssen und Sanitäranlagen aus. „Bei vielen Arbeiten kann man keine Hilfsarbeiter einsetzen, da muss man wirklich Plan haben“, so Krus. Der Handwerksmeister spricht von Klimaanlagen, Wärmepumpen, Solaranlagen und behindertengerechten Bädern. Um in diesem Sektor tätig sein zu können, brauche man gut ausgebildete Leute.

Meister, Techniker und einen Ingenieur hat Krus schon ausgebildet

Leute, die auch an der Carl-Zeiss-Straße gelernt haben. Aus Krus’ Betrieb gingen etliche Meister, Techniker und sogar ein Ingenieur hervor. Sie alle hatten ihre berufliche Laufbahn zwischen Wasserleitungen und Sanitäreinrichtungen begonnen. Der Beruf biete den jungen Leuten viel Entwicklungspotenzial. Was einerseits sehr positiv sei, es den Betrieben andererseits aber erschwere, gute Gesellen zu halten. Krus sucht für das neue Ausbildungsjahr ab 1. August einen Schulabgänger mit Mittlerer Reife oder sehr gutem Hauptschulabschluss. Technisches Verständnis und ein vernünftiges Auftreten sind für den Handwerksmeister wichtige Voraussetzungen.

Auch weibliche Bewerber sind bei Krus willkommen. Obwohl man Frauen im Installateursberuf sehr selten sehe. Der Beruf sei mit den Jahren jedoch weniger körperlich anstrengend, dafür durch immer neue Technik insgesamt anspruchsvoller geworden. Im ersten Jahr der dreieinhalb Jahre dauernden Lehrzeit lernt der Nachwuchs den Beruf kennen, blickt erfahrenen Gesellen über die Schulter und erledigt selbstständig kleinere Arbeiten. Im zweiten und dritten Jahr soll der Lehrling zu begleitenden Tätigkeiten herangezogen werden und schließlich komplett selbstständig arbeiten können. Dazu gehört beispielsweise die Montage eines Badezimmers mit Roh- und Feininstallation.

Vier Wochen pro Jahr in der Innungslehrwerkstatt in Düsseldorf

Obwohl Krus seinen Angestellten angenehme Arbeitszeiten (7.30 bis 16.30 Uhr) bietet, erwartet er auch Flexibilität. Denn gerade in der winterlichen Heizperiode häuften sich Notfälle. Da könne es auch mal sein, dass man an Weihnachten einen Heizkessel austauschen müsse. Vergütet wird die Ausbildung im ersten Jahr mit 505 Euro, das Gehalt steigt bis auf 623 Euro im vierten Lehrjahr an. Zur Berufsschule geht’s an ein bis zwei Tagen pro Woche nach Mettmann. In der überbetrieblichen Lehrwerkstatt der Innung in Düsseldorf wird der Nachwuchs zusätzlich vier Wochen pro Jahr geschult.

Bewerbungen nimmt der Handwerksmeister nur in Papierform entgegen, sie sollten ein vernünftiges Anschreiben mit Lebenslauf beinhalten.

Hannah Blazejewski



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