Technik, Tüftelei und Teamarbeit

Eine Holzbrücke selber konstruieren mussten die Teilnehmer des Schülerlabors am Campus der FH. Hier war das Team NJN Gang erfolgreich beim Stabilitätstest.
Eine Holzbrücke selber konstruieren mussten die Teilnehmer des Schülerlabors am Campus der FH. Hier war das Team NJN Gang erfolgreich beim Stabilitätstest.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Brückenbauwettbewerb im Schülerlabor der Hochschule punktet nur,wer selbst unter Zeitdruck einen kühlen Kopf bewahrt.

Heiligenhaus..  Tüfteln kann ganz schön laut sein. Zumindest, wenn 100 Schüler versuchen, aus 21 Holzstäbchen eine Brücke zu bauen. Hört sich leicht an, ist es aber nicht: Denn Schrauben, Nägel, Kleber und andere Hilfsmittel sind beim Konstruieren im Campus-Schülerlabor am Höseler Platz tabu. Dort basteln die Jungs und Mädchen beim Schülerwettbewerb um die Wette.

Aber nicht nur Ausdauer und Geschick sind bei der Veranstaltung gefragt – auch Organisationstalent und Verantwortungsgefühl. Denn selbst bei der Organisation des Wettbewerbs waren Schüler federführend am Werk: Julia Müller und ihre Schüler-Kollegen aus der Matthias-Claudius-Juniorakademie Bochum.

In kleinen Teams konstruieren die Heiligenhauser Siebt- bis Zehntklässler, was das Zeug hält, schieben die 20 Zentimeter langen Buchenholzstäbe hin und her, machen vorsichtige Belastungstests. Enttäuschte Gesichter im „Team Ravioli“. Vor Dennis, Denis und Jan-Luca liegen ein paar ineinander gesteckte Stäbchen. Das Bauwerk der elfjährigen Gesamtschüler erinnert nur entfernt an die ursprünglich von Leonardo da Vinci entwickelte Brücke, die es für alle nachzubauen galt. „Wir waren einfach zu hektisch“, resümieren die Jungs aus der 6b. Immerhin kracht ihre einfache Brücke beim nachfolgenden Belastungstest nicht zusammen.

Ganz anders sieht es ein paar Tische weiter aus. Hier brandet lauter Jubel auf. Die Nachwuchstüftler haben ganze Arbeit geleistet, auch unter Zeitdruck einen kühlen Kopf bewahrt und ein tragfähiges Bauwerk entwickelt. Das nehmen sich auch die Mitglieder des Teams Ravioli vor – fürs nächste Mal.

Bei dem Brückenbauwettbewerb an der Hochschule dreht es sich jedoch nicht nur um Technik, auch um Teamarbeit. „Hier geht es darum, in der Gruppe möglichst effektiv zu arbeiten“, erklärt Stefan Wetzel, Technik-Lehrer und Juniorakademie-Leiter.

Geschicklichkeitsprobe

Wer eines der hölzernen Bauwerke errichtet, muss zudem kreativ sein. Darum hat Team Ravioli auch fleißig gereimt. Rausgekommen ist dabei ein Brücken-Gedicht. Andere haben sich Geschichten ausgedacht oder kleine Theaterstücke inszeniert. „Es ist toll zu sehen, mit wie viel Kreativität die meisten bei der Sache sind“, findet Julia Müller vom Orga-Team der MCS-Juniorakademie.

Nach Übungszeit und Vorrunde landen die vier besten Teams im Finale. Hier tauschen die Nachwuchs-Baumeister die kleinen Holzstäbchen gegen lange Holzlatten und bauen das nach, was sich im Kleinen als tragfähig erwies. Wer das mit Feuereifer und ruhigen Händen angeht, wird am Ende für seine Geschicklichkeit belohnt. Nicht nur mit einem tollen Entwurf a la Leonardo da Vinci, auch mit Kopfhörern, Powerbank fürs Handy oder Kinokarten.