Sturmschaden im Pendlerdasein

Acht Minuten Verspätung darf sich der RE 2 aus dem Münsterland erlauben – dann gelingt mir noch im Sprint durch den Essener Hauptbahnhof der Umstieg in die S 6. Und wenn dann sogar die S-Bahn pünktlich losfährt, komme ich relativ kommod mit dem Bus von Kettwig-Stausee nach Heiligenhaus und genieße durchatmend die Ausblicke von der Höhe der Langenbügeler Straße.


Soweit die Theorie. Während meiner ersten Arbeitswoche hier war’s sogar an zwei Tagen die Praxis: zwei zügige Umstiege und nur 70 Minuten Fahrzeit. An zwei weiteren Tagen war’s allzu graue Theorie. Wenn die S 6 erstmal mit Verspätung abfährt, dann kommt der bloß stündliche Bus von Kettwig-Stausee nicht mehr in Frage. Dann steht man aber auch in Hösel erstmal neben fiesen Abfallhaufen. Nette Busfahrer lassen einen immerhin einsteigen, ehe sie zehn Minuten später losfahren.


Und gestern? Erst war ich noch froh, am Donnerstag nicht im monumentalen Feierabend-Stau auf der A 43 gesteckt zu haben. Aber in Essen dann die lapidare Ansage: Die S 6 fällt aus. Der Info-Kiosk war natürlich für schnelle Auskünfte viel zu dicht belagert. Bleibt nur noch das Taxi – garantiert ohne Mobilitäts-Gutschein. Ein echter Sturmschaden.