Stadt Heiligenhaus braucht Spielräume

Liegt wie auf einer Verkehrsinsel: der Spielplatz am Siepen. Hier spielt bei tosendem Verkehrslärm keiner mehr Tischtennis.
Liegt wie auf einer Verkehrsinsel: der Spielplatz am Siepen. Hier spielt bei tosendem Verkehrslärm keiner mehr Tischtennis.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Doch nicht alle Spiel- und Bolzplätze werden gleich gut angenommen. Im Jugendhilfeausschuss wurden Sanierungen, aber auch Stilllegungen beschlossen.

Heiligenhaus..  Vor fast genau einem Jahr sorgte Sturmtief „Ela“ dafür, dass monatelang Waldwege gesperrt und Grünflächen nicht begehbar waren. Bäume waren in der betreffenden Pfingstnacht wie Streichhölzer umgeknickt, auf dem Panoramaradweg am Isenbügeler Bahnhof mussten anschließend ineinander verkeilte Stämme sogar gesprengt werden.

Klar, dass auch die Spielplätze über die Sommermonate nicht von den Kindern genutzt werden konnten. Das allerdings hat die Spielflächenbedarfsplanung des Jugendamtes torpediert. „Wir lagen gut in der Zeit, hatten die Bestandsaufnahme im ersten Teil schon hinter uns“, berichtete Jugendamtsleiter Thomas Langmesser. Nun sollte es an die Nutzung gehen, also wann welche Altersgruppen die jeweiligen Spiel- und Bolzplätze besuchen. Doch als die Plätze wieder frei gegeben waren, kam bereits die kühle Jahreszeit.

Für die Entscheidungen, die am Dienstag im Jugendhilfeausschuss anstanden, wären die Erhebungen hilfreich gewesen. Mit Bedauern mussten die Gremiumsmitglieder zur Kenntnis nehmen, dass sie nun erst im Herbst frisches Zahlenmaterial bekommen. Über die Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen von Spiel- und Bolzplätzen mussten dennoch Beschlüsse gefasst werden, damit deren Umsetzung letztlich auch den jüngsten Heiligenhausern bald zugute kommen kann.

Für 50 000 Euro soll die Spielfläche Hunsrückstraße in der Oberilp flott gemacht werden. Denn dort leben kinderreiche Familien auf engem Wohnraum. Außenflächen als Spielraum sind daher für Kinder und Jugendliche dringend erforderlich. Neues Spielgerät soll den Platz aufwerten. Die dort vorhandene Schutzhütte wird abgerissen – sie ist morsch. Eine weitere Maßnahme: Der Rutschenhügel der Kita Steppkeshaus wird abgetragen, mit naturnahen Materialien soll alles neu gestaltet werden.

Stillgelegt werden allerdings zwei Flächen: Eine Spielfläche am Rotdornweg. Sie ist verschattet, wird lediglich noch ab und zu als Bolzplatz genutzt. Gut angenommen im Wohngebiet ist der Spielplatz im Wendehammer. Dort können die Kleinen auf den Geräten turnen und übers Gelände toben.

Wo schon lange nicht mehr getobt wird, ist auf dem Spielplatz am Siepen. Weder die Tischtennis-Platte, noch die Rutsche oder die Schaukeln werden bespielt – „bei der Verkehrsinsellage kein Wunder“, erklärte Thomas Langmesser. Die Immissionsbelastung sei durch den nahen Südring einfach auch zu hoch. Wie die beiden Grünflächen demnächst genutzt werden, ist noch offen.