Schön, aber schwierig
16.07.2008 | 18:47 Uhr 2008-07-16T18:47:01+0200Im Nonnenbruch gibt es Konflikte zwischen den Bewohnern. Bürgerverein ist bemüht, Lösungen zu finden. Der Ursprung der Siedlung reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert
Er gilt als einer der problematischen Stadtteile von Heiligenhaus. Konflikte zwischen den Bewohnern gehören immer wieder zur Tagesordnung. Sein charakteristisches Merkmal: das große Hochhaus in der Werkerhofstraße - neben vielen anderen Mehrfamilienhäusern. Im Nonnenbruch, im Süden von Heiligenhaus, leben heute knapp 4600 Menschen. Dort, wo es noch vor rund 50 Jahren nichts anderes als Bauernhöfe gab.
"Es ist ein sehr schwieriger Bereich", sagt Angelika Binkowski-Nimmert, die Vorsitzende des Bürgervereins Nonnenbruch. Denn: "Immer wieder tauchen Probleme auf." Die meisten davon seien darauf zurückzuführen, so Binkowski-Nimmert, dass der Zuzug ausländischer Mitbürger in den letzten Jahren sehr stark zugenommen habe. "Es gibt immer wieder Streit zwischen den Menschen verschiedener Herkunft", erklärt sie. Diese Streitigkeiten gingen teilweise soweit, dass "der Zustand katastrophal ist". Vor allem die älteren Mitbürger des kleinen Stadtteils fühlten sich deshalb "verunsichert", fügt die 55-jährige Heiligenhauserin hinzu.
Auch die Schließung des einzigen Supermarktes im vergangenen Jahr habe dazu geführt, dass gerade die älteren Nonnenbrucher benachteiligt sind: "Der Plus-Markt in der Königsberger Straße lag zentral und war gut zu Fuß zu erreichen", meint Binkowski-Nimmert. "Senioren, die nur schlecht laufen können und kein Auto haben, müssen nun auf Fahrdienste oder Taxen zurückgreifen."
Doch das sind längst nicht alle Probleme, die im Nonnenbruch auftauchen. Auch die Nutzung des Bolzplatzes, einer schönen, von Bäumen umrahmten Grünanlage, sorgt für Schwierigkeiten. "Die Leute, die früher am Rathaus rumlungerten und Alkohol tranken, lümmeln jetzt auf dem Bolzplatz herum", sagt die Vorsitzende des Bürgervereins. Das Problem: Die Grünfläche ist von Bäumen geschützt. Die Leute fühlen sich unbeobachtet. "Man müsste den Platz einfach öfters kontrollieren. So wie man das am Rathaus gemacht hat. Dort hängt heute niemand mehr herum", schlägt Angelika Binkowski-Nimmert vor.
Alleingelassen wird im Nonnenbruch niemand: Im Stadtteilbüro werden regelmäßig Sprechstunden sowie Spiel- und Bastelnachmittage angeboten. Auch in der Oase, am Kindergarten, treffen sich regelmäßig Senioren, frühstücken gemeinsam. Die Jugendlichen, von denen sich manche Anwohner in der Vergangenheit belästigt fühlten, will Angelika Binkowski-Nimmert auch nicht länger verdrängen: "Wir waren doch alle mal jung", sagt sie. "Außerdem bringt es nichts, sie immer wieder zu verscheuchen. Wir müssen eine Lösung für das Problem finden, Kompromisse eingehen." Gemeinsam mit den anderen Bürgervereinen in Heiligenhaus möchte sich Binkowski-Nimmert deshalb bald mit den jungen Menschen zusammensetzen. "Bei einem Brunch könnten wir in Ruhe miteinander sprechen", meint sie.
Was die Zukunft angeht, ist Angelika Binkowski-Nimmert trotz aller Probleme zuversichtlich: "Wir werden Lösungen finden. Denn trotz allem ist das Leben im Nonnenbruch recht schön", sagt sie.
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