Schmeitrig wie ein Schlossergeselle in Heiligenhaus

Ist man mal wieder schmeitrig wie ein Schlossergeselle, gibt’s Hilfe aus dem großen Suppenkessel.
Ist man mal wieder schmeitrig wie ein Schlossergeselle, gibt’s Hilfe aus dem großen Suppenkessel.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Heljens-Wörterbuch schlagen wir heute eine neue Seite auf. Dabei geht es auch um einige Platt-Redewendungen.

Heiligenhaus..  Ob Köter oder Kastemänneken: Wir schlagen heute im Platt-Wörterbuch eine neue Seite auf. Dabei geht es auch um einige Redewendungen aus dem Heljenser Platt, um kleine und große Tiere und um ihre miefigen Hinterlassenschaften.

Borg: der Eber, also das männliche Schwein.

Bennerbär: das nicht mehr ganz so männliche Schwein – nämlich der kastrierte Eber. Der sprachlich betrachtet von innen, nämlich von benner, ein Bär ist.

Köter: Nicht nur im Heljenser Platt die Bezeichnung für den Hund.

Ti-ef: Sein weibliches Gegenstück, die Hündin.

Hipp: die Ziege. Deren oft sehr bewegtem Schwänzchen ist der Ausdruck „wibbelig wie en Hippenstät“ zu verdanken: Wer das ist, der ist unruhig wie ein Ziegenschwanz.

Adel: Neben Mitgliedern der höheren Gesellschaft bezeichnet dieses Wort im Dialekt etwas eher Unteres – nämlich die Jauche.

Eikenbäumken: 20 mal so viel wert ist das Fünf-Mark-Stück. Seinen Namen verdankt es der Eiche auf der Rückseite der Reichsmark-Münze, die von 1927 bis 1933 geprägt wurde. Später wurde das E-ikenbäumken umgetauft zum Heiermann.

Kastemänneken: Einige Münzen aus der Zeit vor dem Euro tragen Namen; so auch das hiermit benannte 25-Pfennig-Stück.

Dörpel: Auf dem Dörpel sitzt es sich zum Beispiel nach Feierabend gut. So heißt der Absatz vor der Haustür, zu dem man über ein paar Treppenstufen gelangt.

Pier: Hat nichts mit einem Hafen zu tun, sondern ist die Übersetzung des Wurms. Mehrere Würmer sind Pieren.

Piering: Jemand, der dünn wie ein Wurm ist: ein besonders dünner Mensch.

Gühr: Ausnahmsweise weniger bildhaft als im Hochdeutschen wühlt sich so der Maulwurf durchs Platt.

Mösch: So nennt der örtliche Dialekt den Sperling oder Spatz.

Fr-ied wie en Ohs: zäh wie ein Ochse. Diese wie die folgenden Redewendungen sind in Band 3 des Cis Hilinciweg aufgelistet.

Drüch wie Zenterkloos’ futt: Drüch steht für trocken, Zenterkloos für den Nikolaus, futt für dessen Hinterteil. Alles zusammen heißt: Etwas ist trocken wie ein Weckmann zum Nikolaustag – also ziemlich dröge, schließlich lag der Weckmann dann seit Sankt Martin herum.

Schmeitrig wie en Schlotgesell: Schmeit als Hunger ist uns ja schon begegnet; hier ist jemand hungrig wie ein Schlossergeselle.