Schätze, Trödel und Sammlerstücke in Heiligenhaus

Kustos Reinhard Schneider
Kustos Reinhard Schneider
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Frühlingsflohmarkt zog am Wochenende in die Abtsküche. Auch eine Auktion zu Gunsten des Museums lockte viele Besucher und Trödelliebhaber an.

Heiligenhaus..  „Wer möchte einmal Bürgermeister spielen?“ Reinhard Schneider hält einen Karton in die Höhe. In Frack und Hut bietet der Museumskustos den Besuchern das Auktionsstück für einen geringen Betrag an: „Wir beginnen mit 50 Cent und jetzt muss das hier rasseln.“ Ein Gast ruft in den Raum: „Ich biete zwei Euro.“ Schneider antwortet augenzwinkernd: „Seht ihr, so schlecht ist die Politik doch gar nicht.“ Wenige Minuten später wechselt das Bürgermeisterspiel für sechs Euro den Besitzer.

Am Samstagnachmittag startete die Versteigerung von allerhand antikem Trödel, Lieblingstücken und nettem Ramsch im Museum in der Abtsküche. Die Auktion fand im Rahmen des Frühlingsflohmarktes statt und kommt der Heimatkundlichen Sammlung als Spende zu Gute. Zwischen langen Tischen mit allerhand bunten und antiken Schätzen, von Silberbesteck über feine Porzellantassen bis hin zu lang verwahrten Stoff-Teddys, konnte das Trödelherz gemütlich stöbern. Und das nicht nur am Samstag, sondern ebenfalls am Sonntag. Die Versteigerung sollte am zweiten Tag spontan dann auch in die nächste Runde gehen: „Heute ist es leider sehr ruhig, wir haben bis jetzt nur um die 200 Leute gezählt“, erklärt Kustos Schneider. „Da müssen wir einfach morgen noch einmal versteigern.“

An den vielfältigen Trödelständen im Glasanbau war die Stimmung bei den Verkäufern trotzdem gut. „Ich bin schon oft auf dem Trödelmarkt im Museum gewesen“, erinnert sich Karin Puruckherr. Sie bietet ihre Antiquitäten aus der eigenen Sammlung auf dem Markt an und freut sich einfach, dabei zu sein. „Mir geht es vor allem auch um das interessante Gespräch mit den Menschen“, sagt Puruckherr.

Reinhard Scheider bietet gut erhaltenen Antiquitäten an, erzählt zu jeder eine kleine Anekdote und ist stets für eine Scherz zu begeistern. Die Besucher schmunzeln, lachen und bieten. „Ich glaube ja, dass viele heute gekommen sind, um der Versteigerung zu folgen, aber nicht wirklich was zu kaufen“, fordert Schneider das Publikum heraus. Um trotzdem die Kasse zu füllen, reichen die Besucher einen Topf durch den Raum, in den jeder auch ohne ersteigertes Objekt einen Geldbetrag legen kann.

Einige Stücke scheinen eine besondere Anziehungskraft für die Besucher zu haben, was sich auch der Kustos nicht erklären kann. Eine große Kuhglocke und eine kleinere Ziegenglocke landen für jeweils über zehn Euro unter dem Hammer. Roswitha Eikermann ersteigert ein kleines blaues Gefäß aus dem vielfältigen Angebot. „Es ist ja für den guten Zweck, da macht man gerne mit“, erzählt sie.

Am Samstag gelangten die wertvollsten Sammlerstücke an keinen neuen Besitzer. „Meine größten Schätze sind heute nicht zum Verkauf angeboten worden“, resümiert Schneider. Das Bieten ging somit am Sonntag mit ebenso viel Humor, Altbier und Waffeln wie am Vortag weiter.