Sanierungsstau bei Heiligenhauser Schulgebäuden

In der Grundschule Schulstraße muss akut ein Schimmelbefall beseitigt werden. Doch saniert werden muss in den kommenden Jahren hier wie an den anderen Schulgebäuden auch noch weitaus mehr.
In der Grundschule Schulstraße muss akut ein Schimmelbefall beseitigt werden. Doch saniert werden muss in den kommenden Jahren hier wie an den anderen Schulgebäuden auch noch weitaus mehr.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Stadtverwaltung legt im Immobilienausschuss ein erstes Zahlenwerk zur Gebäudebewertung vor. Ziel ist eine ganzheitliche Betrachtung.

Heiligenhaus..  In der Medizin betrachtet man den kranken Menschen ganzheitlich, also in umfassenden Zusammenhängen, um ihn besser behandeln zu können. Eine ganz ähnliche Vorgehensweise haben die Kommunalpolitiker im Hinblick auf die städtischen Immobilien angestoßen.

Der in den Gebäuden insgesamt bestehende Sanierungsbedarf soll auf Grundlage vorheriger Untersuchungen neu konkretisiert und in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. Erste Ergebnisse präsentierte die Verwaltung vor kurzem in der Sitzung des Immobilienausschusses.

Im Fokus: Schulen, Turnhallen und das VHS-Haus. In diesen Gebäuden wurde bislang überwiegend dem akuten Sanierungsbedarf aufgrund sichtbarer Mängel Rechnung getragen. „Nur die Spitze des Eisbergs“, wie die Verwaltung betont. Denn die Einrichtungen stammen überwiegend aus den 50er und 60er Jahren. Damals habe man ordentlich investiert und viel Platz geschaffen – ausgehend von einer steigenden Einwohnerzahl für Heiligenhaus bei gut 500 Geburten pro Jahr.

Volker Hoven, Leiter des Immobilienservices: „Die Infrastruktur, also Elektroanlagen, Heizung, Rohre, Dämmung, entspricht aber immer noch dieser Zeit. Ihren Zenit haben diese Immobilien bei weitem überschritten.“ Denn eine nachhaltige Gebäudesanierung erfolgte nicht, da die Finanzmittel in keinem der vorangegangenen Haushaltsjahre bereitstanden.

Schimmelbildung in der Schulstraße

Da es um das Stadtsäckel 2015 keinen Deut besser bestellt ist, ja vielmehr weiter gespart werden muss, soll die Bestandsaufnahme dazu dienen, neue Strategien zu entwickeln, um Immobilien besser auszulasten, Investitionen dort zu tätigen, wo sie sinnvoll sind – und sich gegebenenfalls von Gebäuden zu trennen oder neue zu bauen. So soll die nun vorgelegte Liste den Politikern „ein erstes Gespür“ für die Daten vermitteln.

In der Tat sind es erst einmal nur Zahlen: Geschossfläche, Bruttorauminhalt, Grundstückswert der Liegenschaft, Betriebskosten, Fläche pro Schüler, Energiekennzahl. Dazu kommen die Abschreibung AfA, der Restbuchwert von Gebäude und Grundstück, Fördermittel. Außen vor bleiben Parameter wie Maßnahmen, um die Schule für die Inklusion fit zu machen oder Angaben darüber, welche Schadstoffe noch im Mauerwerk verborgen sein könnten.

Der Gesamtsanierungsbedarf liegt bei jeder einzelnen Immobilie im Millionenbereich, die akut gemeldeten Bedarfe haben ein fünfstelliges Niveau. So muss beispielsweise in der Schule Schulstraße akut eine Schimmelbildung beseitigt werden (Kostenschätzung:
35 000 Euro).

Langfristig sind die Erneuerung der Elektroinstallationen, eine Kernsanierung der Toilettenanlagen, neue Bodenbeläge und weitere Brandschutzmaßnahmen fällig (Kosten: rund 2,9 Millionen Euro).

1500 Euro Monats-Miete für Schul-Container

An der Clarenbach-Schule ein ähnliches Bild: Lehrerparkplätze und eine Glastür zum Schulgarten stehen auf Platz 2 und 3 der Prioritätenliste und sind für 57 000 Euro zu haben. Energetische und brandschutztechnische Ertüchtigungen sowie die Sanierung der Decken, die Aufarbeitung der Außenanlagen und einiges mehr summieren sich auf 1,8 Millionen Euro. Monatlich schlagen an der Isenbügeler Grundschule zudem Mietkosten für Container mit 1500 Euro zu Buche.

Miete zahlt die Stadt ebenfalls für das Projekt Sesam an der Oberilper Regenbogenschule, weil im Gebäude kein Platz dafür zur Verfügung steht. Mit 1,9 Millionen Euro Gesamtsanierungsbedarf ist dieses Gebäude zwar nicht das teuerste, doch ein Umzug der Schule ins Gebäude am Sportfeld wird eben wegen des erhöhten Raumbedarfs erwogen.

VHS benötigt Flachdachsanierung

Sorgenkind ist außerdem die VHS. Das 1962 errichtete Haus benötigt aktuell eine Flachdachsanierung, Fenster und Fassade müssen erneuert werden – über 500 000 Euro kostet dies akut. Der geschätzte langfristige Sanierungsbedarf beträgt 1,97 Millionen Euro.

Grundsätzlich positiv nahmen die Fraktionen das Zahlenwerk auf, schlugen an einigen Stellen Verbesserungen vor. Was ihnen fehlt: die soziale Komponente, sprich etwa ein Schulentwicklungsplan.

Harald Flügge, Technischer Beigeordneter, pflichtete ihnen bei: „Wir werden keine Schuldiskussion nur anhand der Steine führen.“ So sollen Informationen über interne und externe Schüler, über Einzugsbereiche und mehr demnächst als Informationen vom Schulamt miteinbezogen werden.