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Punkt, Punkt, Komma, Strich

19.09.2012 | 10:00 Uhr
Punkt, Punkt, Komma, Strich
Gabie Kniebeler versüßt ihren Mitarbeitern Zusatzaufgaben mit einem Smiley.Foto: H.W.RIECK

Heiligenhaus.   :-) und :-( feiern heute ihren 30. Geburtstag. Als besonderen Glückwunsch haben die Heiligenhauser für die WAZ ihre Lieblings-Smileys gezeichnet.

Sie kleben an Kühlschränken. Sie prangen an Pkw und auf Post-Its. Sie tummeln sich auf Türen, Tüten und To-Do-Listen. Sie werden immer mehr: die Smileys. Heute vor 30 Jahren goss der amerikanische Informatiker Scott Fahlman sie in die Computertastatur-Form: als :-) und :-(.

Ihm haben wir es zu verdanken, wenn es uns aus SMS und E-Mails entgegen lächelt, grinst und zwinkert. Wie in Kindertagen spielen wir Punkt, Punkt, Komma Strich; freuen uns über Doppelpunkte, Striche und Klammern und tippen sie tausendfach in die Tastatur. Wir lächeln, grinsen und zwinkern zurück – mit den Fingern.

Fröhliche Gesichter tippen die Menschen am liebsten

Ihr Lieblings-Smiley malt Kerstin Jourzik der WAZ gerne auf. Und jetzt noch die Tastatur-Symbole? Da zückt sie ihr Handy – die Bewegung hat sie in den Fingern, nicht im Kopf. „Ich mache das noch nicht so lange, erst seit einem halben Jahr“, erklärt sie. Eine Freundin schickte ihr SMS, in denen häufig ein freundliches Gesicht vom Display blickte. „Da habe ich geguckt, wie das geht, und es auch gemacht. Ich finde das süß.“ Vor allem die fröhlichen Smileys haben es ihr angetan. „Die verschicke ich, wenn ich mich freue, wenn ich zum Beispiel eingeladen werde.“ Für (Noch-) Nicht-Nutzer hat sie ein überzeugendes Argument: „Es wirkt einfach netter, sympathischer.“

Das findet auch Jörg Saborni. Der Leiter des Sozialamts greift auch bei dienstlichen E-Mails schon mal in die Smiley-Tasten – aber nur bei Kollegen, die er gut kennt. Bei denen setzt er schon mal ein grinsendes Gesicht hinter „einen lustigen Kommentar, wenn etwas nicht ernst gemeint ist“. Oder er zwinkert ;-) jemandem zu, den er an etwas erinnert. „Das bedeutet: Mensch, das hast Du vergessen, aber das ist nicht schlimm.“ Das Tastengesicht nimmt der Mahnung ihren vorwurfsvollen Charakter. So sieht das auch Gabie Kniebeler, Inhaberin des gleichnamigen Pflegedienstes. „Wenn ich meinen Mitarbeitern Zusatzaufgaben gebe, mache ich immer einen Smiley drunter auf den Zettel.“ Zu elektronischen Nachrichten gehöre ein lachendes Gesicht sowieso dazu: „Oft mit einer Bitte, weil die dann einfach netter ist“. Die Vorliebe für das lachende Gesicht begleitet Gabie Kniebeler schon lange: Bereits Mitte der 80er Jahre war eines davon ihr Begleiter auf allen Reisen. „Auf meinem Käfer hatte ich eins“, erinnert sie sich. „Orangefarbener Käfer, gelbes Smiley.“

Den Käfer gibt es nicht mehr, das Smiley auch nicht. Ein Kumpan allerdings klebt heute als Magnet an Gabie Kniebelers Wäschetrockner. „Ansonsten nur noch im Handy.“ Immerhin. :-)

Informatiker mit Sinn für Humor

Am 19. September 1982 packte der Informatiker Scott E. Fahlman das bunte Grinsen der beliebten Smileys in zweimal drei Zeichen. Die Folge :-) möge man benutzen, um Witze und nicht ganz Ernstgemeintes kenntlich zu machen; mit :-( ernstere Themen.

Eine weitere Hilfestellung lieferte er direkt mit: „Seitwärts lesen.“ Sinn ergeben die oben aufgeführten Emoticons allerdings nur, wenn der Betrachter den Kopf zum Entziffern nach links neigt. Dabei gibt es durchaus auch die Entsprechungen (-: und )-:. Ungewohnt? Dann sind Sie wohl Rechtshänder. Andersherum wird eben für Linkshänder ein Gesicht draus. Mit dem Kopf nach rechts geneigt.

Eine Liste gebräuchlicher Emoticons gibt es im Internet zum Beispiel unter http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_emoticons

Monique de Cleur



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