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Praxisbezug ist Trumpf

16.05.2011 | 17:53 Uhr
Praxisbezug ist Trumpf
Foto : H. W. Rieck

Heiligenhaus. Wer Studenten fragt, was sie später einmal mit dem Gelernten machen können, bekommt meist nur ein Achselzucken. Der Campus Velbert/Heiligenhaus möchte gegen diese Unwissenheit ankämpfen und hat deshalb „Scemtec automation“ eingeladen. Im Rahmen der Schlüsselregion-Reihe „Campus trifft Wirtschaft“ stellte die Velberter Firma ihre Produkte vor.

„Hier sollen Sie einen Eindruck davon bekommen, was Sie später mit Ihrem Wissen Spannendes anfangen können“, stimmt Scemtec-Geschäftsführer Martin Reich die Studenten auf das ein, was noch kommt. Um einen Überblick zu bekommen, müssen die Jugendlichen erstmal „in 57 Folien alt werden“, erklärt Reich mit einem Schmunzeln. Denn die Firma stellt moderne Sensortechnik her. Reich: „Die intelligente Technik können wir in den Alltag älterer oder behinderter Menschen integrieren und sie so unterstützen.“

Technik im kleinen, weißen Kasten

Die Technik, die in den kleinen weißen Kästen steckt, ist gar nicht so schwer zu verstehen. Sensoren messen oder erfassen unter anderem die Bewegung, die Temperatur, die Helligkeit im betreffenden Raum. An dieser Stelle wird es für Laien etwas schwierig – die Studenten allerdings wissen, was nun im Hintergrund passiert. „Es werden Algorithmen für einen Normalzustand errechnet“, erklärt Martin Reich. Das heißt: Hilde öffnet rund 15 mal am Tag den Kühlschrank, verbringt 20 Minuten morgens im Bad und geht normalerweise um 23 Uhr schlafen. Klingt zunächst wie eine totalitäre Überwachung, dient dem System jedoch dazu, Notfallsituationen zu erkennen. „Wir wollen nur wissen, ob die älteren Menschen noch leben und sich bewegen“, erklärt der Geschäftsführer von Scemtec.

Scemtec automation
1996 gegründet

Das Unternehmen „Scemtec automation“ wurde 1996 in Velbert gegründet. Mittlerweile arbeiten dort 15 Techniker und Ingenieure. „Spektakulär sieht es bei uns nicht aus – Monitor neben Monitor und ein kleiner Bereich der Fertigung“, beschreibt Martin Reich mit einem Schmunzeln. Das Produktsortiment deckt die Bereiche Bergbau, Schließsysteme und Pflegeversorgung ab.

Verbringt Hilde nachts zwei Stunden im Bad, lösen die Geräte einen Alarm aus und informieren die Notzentrale. „Diese kontaktiert eine Bezugsperson, die versucht, den Betreffenden anzurufen“, sagt Reich. „Klappt das nicht, wird ein Notruf abgesetzt und jemand überprüft das Befinden der Person.“

Sensoren in der Wohnung

Die Sensoren werden in den Räumen der Wohnung angebracht. Jetzt ist pfiffiges Hinterfragen der Studenten gewünscht. „Was ist, wenn die Leute Hunde haben – lösen die den Sensor aus?“ Eher unwahrscheinlich, denn die Kästen werden in 1,20 Meter Höhe angebracht. „Nur mit irischen Wolfshunden gibt es da Probleme“, so Reich. Die Installation des Systems sei leicht in 15 Minuten zu schaffen. „Aber was ist, wenn man mal im Urlaub ist, dann bewegt sich nichts in der Wohnung?“, ertönt es aus der letzten Reihe. „Dafür gibt es einen Urlaubsmodus, der eingeschaltet werden kann“, kommt die Antwort von Martin Reich. Vergisst jemand, den Modus wieder zu ändern, nachdem er aus dem Urlaub zurück ist, melden sich die Systeme auch.

Abschließend stellt Dirk Cziesla den Studenten noch vor, wie das System in der Praxis funktioniert und löst den Notalarm aus. Cziesla ist selbst Student am Campus und hat durch seine Arbeit bei Scemtec bereits einen Einblick bekommen, was man mit dem Gelernten machen kann.

Kirsten Gnoth

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Praxisbezug ist Trumpf
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2011-05-16 17:53
Heiligenhaus