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Pfarr-Fusion

13.04.2008 | 21:25 Uhr

Auch die Katholiken müssen sparen. Deshalb sollen St. Ludgerus und St. Suitbertus zu einer Gesamtgemeinde zusammenwachsen. Die beiden Kirchen indes bleiben erhalten

Einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat haben die Katholiken vor Ort schon. Und den Kirchengemeindeverband, quasi als Spange zwischen den Gemeinden, gibt's seit 1999. Jetzt aber sollen auch die beiden Kirchenvorstände zusammenwachsen - Ziel ist die Fusion von St. Ludgerus und St. Suitbertus zum 1. Januar 2010. Eine Fusion zur Katholischen Kirche Heiligenhaus. In der Pfarrkirche an der Hauptstraße fand dazu am Sonntagvormittag eine Pfarrversammlung beider Gemeinden statt. Kontrovers wurde das Thema fast eine Stunde lang diskutiert. Vorbehalte wurden vorgetragen, Ängste ausgesprochen (vor allem von Ludgerianern). Andere haben gute Argumente für den Zusammenschluss ("im Bistum Essen werden Kirchen einfach geschlossen") und manche sehen darin auch eine Chance ("größere Einheiten sind lebensfähiger").

Der Druck kommt von oben: Erzbischof Kardinal Meisner hat bereits im Herbst 2007 mit dem Projekt "Wandel gestalten - Glauben entfalten" die Rahmenbedingungen für die Gemeinden und Seelsorger gesetzt, innerhalb derer sie die Weichen für die Zukunft stellen müssen. Bis Ende Juni erwartet das Bistum Köln eine Entscheidung.

Das Modell "Kirchengemeindeverband" bleibt zwar eine Option, allerdings müssten dann die beiden Kirchenvorstände die meisten ihrer Aufgaben, Trägerschaften und Kompetenzen an den Kirchengemeindeverband abgeben. In Heiligenhaus wollen die Gemeindegremien daher dem Weg folgen, den auch das Bistum favorisiert: Ein Pfarrgemeinderat, ein Kirchenvorstand - aus zwei Pfarrgemeinden soll eine Gesamtgemeinde werden. Mit zwei Kirchtürmen plus Kapelle.

Pfarrer Alfons Demand warb für das Fusionsmodell, "weil es seelsorgerisch, pastoral und organisatorisch sinnvoll ist" und "weil wir jetzt die Entscheidungsmöglichkeit haben - nach 2011 bestimmt der Kardinal". Beispiele, wo die Zusammenarbeit schon jetzt gut funktioniert, gibt es einige: kfd, Kolping und Messdiener, der gemeinsame Pfarrbrief. Und dennoch: Gerade bei den Ludgerianern sitzt die Angst tief, "untergebuttert" zu werden - das wurde in der Diskussion deutlich. Dazu beigetragen hat seinerzeit wohl auch der unerwartete Abriss der Filialkirche Heiliggeist in Unterilp. Eine der Forderungen lautete daher, dass die Parität in einem gemeinsamen Kirchenvorstand gewährleistet sein müsse. Demand beschwichtigte: "Es wird kein Kirchturm vereinnahmt. Wir sind zwei gleichberechtigte Gemeinden!." Wie in jeder Familie könne es natürlich auch mal Unstimmigkeiten geben, aber er habe "beide Kinder gleichmäßig lieb".

Fusion ja oder nein? Diese Entscheidung sollen nun die Kirchenvorstände treffen - dafür stimmte am Ende die große Mehrheit der anwesenden Gemeindemitglieder.

Von Sabine Kreimeier

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Kommentare
14.04.2008
10:17
Pfarr-Fusion
von W. Warscheid | #1

Eine gute Zusammenfassung, in dem alle geäußerten Argumente kurz und präzise wiedergegeben werden: Klasse.

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