Parteilos alternativ
21.08.2009 | 18:11 Uhr 2009-08-21T18:11:00+0200
Heiligenhaus. Der Künstler, Grafiker und Freigeist Thomas Pischke will für den Nonnenbruch in den Rat einziehen. „Wenn ich wähle, will ich mich selber wählen”, so zitiert er einen alten Rio-Reiser-Song.
Der Hut steht ihm gut: Eine knuffige Kopfbedeckung mit den roten Hörnern des Teufels ist das Markenzeichen von Thomas Pischke. Im Nonnenbruch ist der 33-jährige Grafiker, Künstler und Freigeist bekannt wie ein bunter Hund. „Hier bin ich geboren, aufgewachsen, und hier gehöre ich her”, sagt er. Warum sich der parteilose Pischke jetzt bei den Kommunalwahlen als Direktkandidat aufstellen lässt, das ist eine hübsche, gleichwohl etwas verwegene Geschichte.
Thomas Pischke ist ein junger Mann, der sich nur schwer in eine Schublade pressen lässt. Entsprechend verloren kommt er sich seit vielen Jahren in der politischen Szene seines Heimatortes vor: „Die Grünen haben sich in Heiligenhaus schon lange aufgelöst”, bedauert er. Und im bürgerlichen Spektrum aus CDU, SPD und FDP fühlt sich ein Querdenker wie Thomas Pischke kaum gut aufgehoben.
Ein-Mann-Armee
Doch aus stillem Protest die Wahl einfach sausen zu lassen: Das kommt für Pischke nicht in Frage. „Es ist die Pflicht jeden Bürgers, sich politisch einzubringen”, steht für ihn fest. „Und wenn ich wähle, will ich mich selber wählen”, zitiert er einen alten Rio-Reiser-Song.
So gründete Thomas Pischke die „Parteilose Alternative für den Nonnenbruch” (kurz PAN), mit der er nun als eine Art Ein-Mann-Armee in den Endspurt des Wahlkampfes zieht. Dies ist für ihn kein Jux, sondern eine ernst gemeinte Sache. „Dass viele Wähler mit ihrer Stimme auch die Verantwortung abgegeben, habe ich noch nie verstanden”, meint er. „Da will ich gegensteuern, ich will die Aufmerksamkeit der Leute schärfen.”
Dinge, die man ändern müsste
Politische Ziele hat Thomas Pischke auch, doch die mag er nicht streng dogmatisch in einem Zehn-Punkte-Plan festzurren. „Wer aufmerksam durch die Stadt geht, dem fallen viele Dinge auf, die man ändern müsste”, sagt er. Etwa die schlechte Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs im Nonnenbruch („für ältere Menschen untragbar”) – oder die Aufwertung des kulturellen Lebens: „Wir brauchen mehr Mut, was Kunst und Kultur angeht”, sagt er. Zwar könne man aus Heiligenhaus gewiss „kein neues Bilbao” machen, doch eine niveauvollere Kunstgalerie als jene im Rathaus-Center wäre für ihn in jedem Fall ein Fortschritt.
Jetzt gilt es, die Menschen für sich und seine Ziele einzunehmen. Pischke gestaltet jedes Plakat selbst. „Das sind alles Unikate”, sagt er. Manche seiner Slogans wie „Blök!” oder „Wer das glaubt, ist doof” würden zwar auf Unverständnis stoßen, „aber so soll es sein”, meint er, „das ist Satire.”
Viel erreicht
Große Chancen rechnet sich Pischke nicht aus, seinen Wahlkreis tatsächlich zu erobern, aber dennoch: „Ich würde mich gern im Rat engagieren”, sagt er. „ Und wenn ich auch nur 20 oder 30 Nichtwähler dazu bringe, zur Wahl zu gehen, dann habe ich viel erreicht.” Weisse Bescheid. . .
Infos: www.pan2009.de
10:59
Ich danke für diese Aufmerksamkeit.
Nur eines muss ich richtigstellen: Es sind KEINE Teufelshörner!
Siehe dazu: http://pan2009.de/?page_id=58